Zwei junge Frauen posieren im Washington Square Park in New York. Eine hält ein Smartphone in der Hand, während die andere eine Pose einnimmt. Im Hintergrund sind Bäume und Menschen zu sehen.

Gesellschaft

Verbannen, verbieten verzweifeln. Was tun gegen die Social Media-Falle?

Ein "Zensurangriff" für die FPÖ, ein "schwammiges Gesetz" für die Grünen - die Rede ist vom Vorschlag der Regierung zum Social Media-Verbot für unter 14-Jährige.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Sendetermin
30.10.2026
00:30 - 01:00 Uhr

Seit Juli 2026 ist das Gesetz in Begutachtung, ab Jänner 2027 soll es gelten. Dass inzwischen Gefahr in Verzug ist, belegt eine aktuelle Studie: jedes vierte Kind zeigt bereits suchtähnliches Smartphone-Verhalten. Wie schwer sich die Algorithmus-Falle aber gesetzlich regeln lässt, macht das Beispiel Australien deutlich: trotz Millionen gesperrter Accounts von Jugendlichen hat sich die tatsächliche Nutzung von TikTok, Insta, Snapchat & Co kaum verändert. Die WeltWeit-Reporter:Innen schauen sich an, ob wir mit Eigeninitiativen gegen die Handy-Sucht nicht viel erfolgreicher sein können als jedes Verbot.

Eine Kindheit ohne Smartphone?

Vier Kinder in blauen Sweatshirts sitzen in einem Raum mit Bücherregalen. Sie heben die Hände, um an einer Diskussion teilzunehmen. Ein Erwachsener sitzt ihnen gegenüber.
Hände hoch wer noch nie auf Instagram war.
Quelle: ORF

In Irlands Kleinstadt Greystones ist das mittlerweile Realität. Jörg Winter hat die Vorzeige-Stadt an der Irischen See besucht und portraitiert Familien, deren Kinder keine Schlafprobleme mehr haben und wo Bullying in der Schule der Vergangenheit angehört.

Bis zum 13. Lebensjahr haben die meisten gar kein Handy, danach nur solche, auf denen die Apps der üblichen Plattformen fehlen. Angespornt von so viel Selbstdisziplin, macht Winter den Selbstversuch mit Smartphone-Entzug während der Dreharbeiten.

Paddeln statt Scrollen

Das Bild zeigt mehrere Kinder, die in Kajaks paddeln. Sie tragen Schwimmwesten und stehen auf dem Wasser, umgeben von einer grünen Uferlandschaft und unterhalb eines blauen Himmels.
Das große Abenteuer ohne Handy.
Quelle: ORF

Auch in China läuft ohne Handy kaum noch etwas. Ein Feriencamp am Gelben Fluss bietet daher "digital detox" für Jugendliche. Statt Endlos-Scrollen am Smartphone gibt es echte Herausforderungen: 120 Kilometer paddeln in fünf Tagen, schlafen im Zelt und Natur pur.

Alexandra Siebenhofer begleitet die Jugendlichen durch Wind, Wellen, Erschöpfung und Gruppendynamik und erlebt, wie die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei ihrem Abenteuer langsam über sich hinauswachsen. Ein Blick auf ein modernes China zwischen digitalem Alltag und der Sehnsucht vieler Eltern, ihren Kindern wieder mehr Selbstvertrauen und Eigenständigkeit zu vermitteln.

Bewusster digitaler Detox

Auf dem Bild sitzen zwei Personen an einem runden Tisch im Freien. Vor ihnen steht eine alte Schreibmaschine. Beide sind in einem ruhigen Gespräch vertieft, umgeben von Grünpflanzen im Hintergrund.
Patrick A. Hafner trifft die ehemalige Influencerin August Lamm: heute lebt sie ohne Computer, Internet und Smartphone.
Quelle: ORF

In New York trifft Patrick A. Hafner auf junge Menschen, die für sich entschieden haben, ohne Smartphone zu leben. Obwohl aus der "Gen Z" verweigern sie sich allen Social Media Plattformen und besitzen nur ein altes Klapphandy.

Der digitale Detox diene der emotionalen und geistigen Selbstreinigung, sagen sie, denn Smartphone-Nutzer sollen im Schnitt alle 13 Minuten nachschauen, ob es irgendwelche Neuigkeiten gibt.

Joe Hollier, der Erfinder eines "dummen Telefons" sagt: "Das Schöne ist, wenn wir die ‚Angst etwas zu verpassen' und die Langeweile aushalten können, werden wir wieder präsenter und vermissen all die Dinge nicht."

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