Verdorrte Felder und eine Straße von oben

Gesellschaft

Hitze, Dürre, Wassernot. Wie rüsten für den nächsten Sommer?

Auch wenn es jetzt langsam Richtung Herbst geht, die Rekordtemperaturen vom heurigen Sommer sind den meisten in lebhafter Erinnerung.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Sendetermin
15.10.2026
23:45 - 00:20 Uhr

Mit oft mehr als 40 Grad kommen Mensch und Natur in Österreich stellenweise an ihre Grenzen: Überhitzte Wohnungen, verdorrte Felder, austrocknende Flüsse und Brunnen. Mancherorts gerät die Wasserversorgung in Gefahr. Und Prognosen zeigen, Sommer wie dieser werden künftig zur neuen Realität. Die WeltWeit-Reporter:innen schauen sich an, welche Länder bereits Lösungen für die Herausforderungen von Hitze und zunehmender Trockenheit gefunden haben.

Ein Mann steht auf einem Feld mit Kühen im Hintergrund
„Gezielte Beweidung“ - Juan Pedro Martínez‘ Kühe tragen so zur Reduktion von Waldbränden bei.
Quelle: ORF

Die spanische Region um Murcia ist eine der trockensten Gegenden Europas. Trotz großer Wasserknappheit ist Murcia aber ein wichtiges landwirtschaftliches Anbaugebiet. Isabella Purkart schaut sich Lösungen an, die auch für Österreichs Bauern von Interesse sein können: Anders als bei uns wird hier gereinigtes Abwasser zusätzlich aufbereitet und für die Bewässerung der Felder verwendet. Spanien gehört auch zu den europäischen Ländern, die besonders stark von Waldbränden betroffen sind.

Auch hier geht das Land neue Wege in Sachen Prävention: eine spezielle Beweidung und gezielte Landschaftspflege tragen dazu bei, brennbare Vegetation zu reduzieren und zu verhindern, dass sich Feuer großflächig ausbreiten.

Eine Frau hockt mit einem Mann vor einem Holzkasten über den Dächern von Paris und schaut auf ein Messgerät.
Leonie Heitz trifft den Architekten Tim Cousin, der an Lösungen für die typischen Pariser Zinkdächer arbeitet, die sich im Sommer stark aufheizen.
Quelle: ORF

In Frankreich war die Millionenmetropole Paris in der Vergangenheit schon öfter mit Hitzewellen konfrontiert. In einem extremen Klimaszenario könnte Paris künftig Temperaturen von bis zu 50 Grad erleben, erfährt Leonie Heitz bei ihren Recherchen. Eine der Maßnahmen, mit denen man den Hitzerekorden begegnen will, liegt tief unter der Stadt: Das Pariser Fernkältenetz versorgt mittlerweile rund 1.000 Gebäude mit Kühlung - mithilfe von Wasser aus der Seine.

Gleichzeitig schafft die Stadt mehr Grünflächen, entsiegelt Böden und gestaltet öffentliche Räume neu. Doch reicht all das aus, wenn extreme Hitze künftig in Europas Städten immer häufiger zum Alltag wird?

Ein Mann mit Helm und Sicherheitsweste steht mit einem anderen Mann vor einem Solarpark, der gerade im Bau ist.
Paul Krisai im größten Solarpark Ungarns. Das Land ist europäischer Spitzenreiter bei der Stromproduktion aus Sonnenkraft.
Quelle: ORF

Auch in Ungarn hat der extrem heiße und trockene Sommer zu massiven Folgen geführt: Wegen des niedrigen Wasserstands der Donau musste das Atomkraftwerk Paks zeitweise heruntergefahren werden - was eine veritable Energiekrise ausgelöst hat. Die neue Regierung von Péter Magyar versucht nun, den Wasserpegel der Donau langfristig zu stabilisieren.

Paul Krisai hat sich die Maßnahmen in Paks angesehen und Ungarns größten Solarpark besucht. Denn überraschenderweise gehört das Land bei Solarenergie zu Europas Spitzenreitern. Strom soll vorrangig aus Sonnenenergie gewonnen werden und damit zu Versorgungssicherheit auch in herausfordernden Zeiten beitragen.

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