Rauchende Trümmer der Twintower nach den Anschlägen vom 9ten September in New York.

Gesellschaft

9/11 - Terror mit weltweiten Folgen

Am 11. September 2001 steuern Terroristen der islamistischen Terrororganisation Al-Qaida zwei Passagierflugzeuge in die Türme des World Trade Centers in New York.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Sendetermin
24.09.2026
23:40 - 00:10 Uhr

Ein weiteres trifft das Pentagon bei Washington.

Fast 3.000 Menschen sterben. Amerika wird - erstmals in seiner Geschichte - auf eigenem Boden angegriffen. Die Anschläge erschüttern das Land in seinen Grundfesten. In den sogenannten Bush-Doktrin werden die neuen außen- und sicherheitspolitischen Grundsätze der US-Regierung unter George W. Bush formuliert: die USA beanspruchen darin unter anderem das Recht Präventivkriege zu führen und sie rufen einen weltweiten "War on Terror" aus. Die WeltWeit-Reporter:innen schauen sich an, wie sehr die Anschläge und ihre Folgen die Welt verändert haben.

9/11 Memorial & Museum

Zwei Frauen stehen im Vordergrund und unterhalten sich. Die eine trägt ein rosa Shirt, die andere ein blaues Hemd. Im Hintergrund sind Menschen, Bäume und eine Gedenkstätte sichtbar.
Barbara Wolschek im Gespräch mit Monica Iken-Murphy, die bei den Anschlägen ihren Mann verloren hat und engagiert an der Gestaltung des Memorials mitgewirkt hat.
Quelle: ORF

In den USA hat Barbara Wolschek als Korrespondentin damals wochenlang über die Ereignisse berichtet. Heute - 25 Jahre später - blickt sie auf das Erlebte zurück und geht der Frage nach, wie stark das Land von den Anschlägen geprägt ist. Am Ground Zero trifft sie Monica Iken-Murphy, die ihren Mann im South Tower des World Trade Centers verloren hat.

Als Hinterbliebene hat sie maßgeblich an der Gestaltung des "9/11 Memorial & Museum" mitgewirkt. In Washington spricht sie mit einem der Architekten des "Patriot Act", jenes umstrittene Anti-Terrorgesetz, das damals im Eiltempo verabschiedet wurde, um die USA vor weiteren Anschlägen zu bewahren.

Irak - bis heute zerrissen und politisch instabil

Zwei Männer sitzen in einem Raum mit weißen Wänden. Einer trägt ein grünes Shirt und blickt nachdenklich, der andere trägt ein gestreiftes Hemd und schaut auf ein Blatt Papier, das er mit der Hand auf seinem Bein hält.
Karim El-Gawhary im Gespräch mit Talib Majli, einem Folteropfer aus dem berüchtigten Abu Ghraib Gefängnis.
Quelle: ORF

Karim El-Gawhary ist in den Irak zurückgekehrt, aus dem er viele Male für den ORF berichtet hat. 2003 sind die USA unter Berufung auf jene Bush-Doktrin in das Land einmarschiert. Ein Präventivschlag gegen die angebliche Gefahr irakischer Massenvernichtungswaffen, die in die Hände von Terroristen fallen könnten.

Ein Vorwurf, der später als Vorwand für den Einmarsch entlarvt wurde. Die US-Invasion hat das Land verwüstet und die Menschen traumatisiert.

Ein junger Mann steht auf einem staubigen Weg und nutzt Gehstöcke zur Fortbewegung. Im Hintergrund sind ein niedriger Ziegelsteinzaun, ein Baum und vereinzelte Wohngebäude sowie Stromleitungen zu sehen.
Viele Menschen kämpfen bis heute - so wie Mustafa Ahmad – mit den Folgen des Krieges.
Quelle: ORF

El-Gawhary spricht mit Kawthat Al Muhammadi, die sich um Menschen kümmert, die nach wie vor unter den Folgen des Krieges leiden. Menschen wie Mustafa Ahmad, der zwei Jahre alt war als er beim Einschlag einer amerikanischen Rakete ein Bein und eine Niere verliert. Bis heute ist das Land zerrissen und politisch instabil.

Schon 2006 hat der Zusammenbruch des irakischen Staates den Aufstieg des IS begünstigt. Die Terroristen des Islamischen Staates haben Europa über Jahre mit Anschlägen in Angst und Schrecken versetzt.

Molenbeek - Synonym für Europas Dschihadisten-Szene

Zwei Männer sitzen in einem Raum mit moderner Ausstattung. Vor ihnen stehen Computerbildschirme, auf denen Programme sichtbar sind. Die Atmosphäre wirkt interaktiv und konzentriert.
Benedict Feichnter (li) im Gespräch mit Jejoen Bontinck, der sich damals dem IS in Syrien angeschlossen hat.
Quelle: ORF

Benedict Feichtner ist in Molenbeek unterwegs, jener Brüsseler Gemeinde, die später zum Synonym für Europas Dschihadisten-Szene wird. Er trifft Montasser AlDe'emeh, der in einem palästinensischen Flüchtlingslager in Jordanien geboren wird und in Belgien aufwächst. Für ihn wird 9/11 zum persönlichen Erweckungserlebnis: Als Jugendlicher ist er bereit, als Selbstmordattentäter zu sterben, danach vollzieht er einen radikalen Kurswechsel und beschließt "den Hass zu hassen".

Inzwischen hat sich die Terror-Bedrohung gewandelt, doch die Faszination der Ideologie bleibt brandgefährlich. Molenbeek sucht einen Neuanfang. Im Café, wo einst die Attentäter von Paris und Brüssel verkehrten, befindet sich heute das Maison des Béguines: ein Ort, an dem Sozialarbeiter täglich mit Jugendlichen daran arbeiten, dass sich Geschichte nicht wiederholt.

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