Herausgeputzt haben sich Sara mit Estrella und Familie kurz vor dem großen Muxes-Fest, das einmal jährlich in Juchitán de Zaragoza stattfindet

Gesellschaft

Von Trompetern und dem dritten Geschlecht

Mexiko ist ein Land mit einer beeindruckenden Vielfalt an Kultur, Geschichte, mit abwechslungsreicher Küche, prächtiger Architektur und natürlich Traumstränden.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Sendetermin
23.11.2026
14:05 - 14:50 Uhr

Doch es gibt auch eine andere Seite, und genau die zeigt Sara Nuru, ehemaliges Model und heutige Sozialunternehmerin.

Ausgerechnet im ländlichen und katholischen Mexiko gehören die "Menschen mit dem dritten Geschlecht", wie sie sich selbst nennen, ganz selbstverständlich dazu. Juchitán de Zaragoza, nicht weit vom Pazifik gelegen, ist die Stadt der Muxes. Muxes sind Männer, die sich als Frauen fühlen und kleiden. Sie tragen meist indigen-traditionelle Gewänder und gehören in Juchitán de Zaragoza seit jeher zum Stadtbild.

Sara verbringt in der Stadt einige Tage mit der Muxe Estrella. Sie ist eine Berühmtheit im Ort, weil sie den jährlichen Schönheitswettbewerb der Muxes, ein gesellschaftlicher Höhepunkt für die ganze Stadt, schon mehrfach gewonnen hat. Die Vorbereitungen für dieses große Fest sind in vollem Gang. Estrella lässt Sara teilhaben an diesem bunten, heiteren und weltweit wohl einzigartigen Event, bei dem sonst die Einheimischen unter sich bleiben.

Aber die Welt ist für die Muxes nicht so heil, wie es scheint. Viele von ihnen fühlen sich nur so lange toleriert und geachtet, wie sie sich in typisch weibliche Rollenbilder fügen, sich um den Rest der Familie, die Kinder und den Haushalt kümmern. In berührenden Gesprächen erfährt Sara erschütternde Details aus dem Leben von Estrella und anderer Muxes.

Weiter geht es nach Santa María Tlahuitoltepec, kurz "Tlahui" genannt. Die entlegene Bergstadt liegt auf 2300 Metern Höhe im Hochtal des Gebirgszuges Sierra Madre del Sur. Die Einwohnerinnen und Einwohner sind durch die Musik eng miteinander verbunden, denn jede und jeder dort spielt von klein auf ein Instrument. Sara besucht eine Musikschule für Frauen und lernt viel über die Bedeutung, die Musik für die überwiegend indigene Bevölkerung hat.

Außerdem trifft sie Trompeter Andres und seine Band bei der Probe für ein Konzert am Abend. Ganz nebenbei kosten alle das Nationalgetränk Pulque auf Andres Farm: ein alkoholischer Agavendrink, selbst gekeltert von den Musikern.

Sara Nuru gewann mit 19 Jahren als erste Person of Color die Show "Germany's Next Topmodel" und reist seitdem als Model führender Modemarken um die Welt. Gemeinsam mit ihrer Schwester gründete sie das Social Business "nuruCoffee", das Kaffeebäuerinnen in Äthiopien beim Verkauf von fair gehandeltem Kaffee und mit Mikrokrediten unterstützt. Für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ist Sara Nuru als Botschafterin unterwegs. Ihr Interesse gilt vor allem der indigenen Bevölkerung weltweit. Saras empathische Art und ihr echtes Interesse öffnen das Herz der Menschen, die sehr intime und ungewöhnliche Einblicke in ihr Leben geben. In ein Leben in einem Land, das so schön und vielfältig ist und zugleich so tiefe Wunden hat.

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