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Gesellschaft

Precht: Utopien - Rezepte für die Zukunft? Richard David Precht im Gespräch mit Harald Welzer,

Viele sind der Ansicht, dass die Zukunft schlechter sein wird als die Gegenwart. Doch ist für die Herausforderungen unserer Zeit utopisches Denken nicht dringend erforderlich?

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2020
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 06.12.2025
Ton
UT

Mit dem Sozialpsychologen und Bestsellerautor Prof. Harald Welzer geht es um Visionen für eine Gesellschaft im Umbruch, um Wege zu einer sozialen und nachhaltigen Wirtschaft. Da wirken die digitalen Verheißungen aus dem Silicon Valley schon jetzt antiquiert.

Das Jahr 2020 hat gelehrt, wie fragil die Menschheit sein kann. Zur Sorge um Arbeitsplätze, um Sicherheit und Klima kam die Angst vor der tödlichen Pandemie hinzu. War früher alles besser und übersichtlicher? Viele sehnen sich zurück in die Aufbruchstimmung der 1950er- und 1960er-Jahre oder entwickeln überhaupt keine Zukunftsvisionen mehr. Was, so fragt Richard David Precht, hat das für Konsequenzen für eine Gesellschaft, die ohnehin schon ihren inneren Zusammenhalt einzubüßen beginnt?

Harald Welzer meint, unsere westliche Gesellschaft mit dem höchsten Freiheits- und Lebensstandard aller Zeiten habe eigentlich "kein Recht auf Pessimismus". Aber auch er vermisst Mut machende Visionen. Unsere Wirklichkeit sei allerdings höchst komplex geworden, hält Precht dagegen, sodass die Verantwortlichen heute aus Furcht vor Eskalationen zur Stagnation neigten. Alles hängt mit allem zusammen. So halten die einen unbeirrt an Systemen fest, die sich bisher bewährt haben - wie stetiges Wachstum -, während vor allem die Jüngeren erkannt haben, dass gravierende Veränderungen unausweichlich vollzogen werden müssten - wie die Schonung der Resourcen. Das Absurde sei, meint Welzer, dass der Wille zur Veränderung nun möglicherweise durch einen furchterregenden Virus angestoßen werde, und nicht durch ein sich veränderndes Bewusstsein für das zukünftig Notwendige. Andererseits fürchtet Precht, dass gerade die Pandemie mit ihren finanziellen Belastungen als Grund dafür herhalten müsse, warum manche ökologische Maßnahme zurzeit gekippt oder verschoben werde.

Kommt aus dem Silicon Valley die Rettung? Sicher nicht, sagen Welzer und Precht. Denn eine rein technische Zukunftssicherung nütze am Ende wenig, wenn sich die Gesellschaft selbst nicht weiterentwickelte. Wenn mit den Heilsversprechen der Technik vor allem im Bereich Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz keine entsprechende gesellschaftliche Vision einhergehe, würde das die Gesellschaft weiter spalten. Welzer sieht im Technik-Optimismus des Silicon Valley, wo man von der Eroberung des Weltalls träumt, statt sich um die irdischen Probleme zu kümmern, ohnehin eher einen Rückschritt in die 1950er-Jahre. Technik allein helfe nicht weiter. Es müsse daher bei allem utopischen Denken, so Precht, immer vom Menschen, seinen vielfältigen Bedürfnissen und Beziehungen auszugehen sein. Nur so könnten Utopien hilfreich für die Zukunft sein.

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