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Gesellschaft

Precht

In der Corona-Krise vertrauen die Bürger mehrheitlich auf die politischen Kräfte der Mitte. Erleben wir eine Renaissance des Konservatismus?

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2020
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 11.07.2025
Ton
UT

Die CDU ist im Aufwind, konservative Werte finden sich auch in den anderen Parteien. Wie modern heute Konservativ sein kann, darüber spricht Richard David Precht mit Diana Kinnert, Publizistin und CDU-Mitglied.

Nicht nur die CDU ist im Aufwind, auch in vielen anderen Ländern setzen sich konservative, immer häufiger auch erzkonservative Parteien, Politiker und Politikerinnen durch. Wie aber vertragen sich Traditionsbewusstsein und konservative Werte mit einer immer rasanteren Globalisierung bei gleichzeitiger Zersplitterung der Gesellschaft?, fragt Richard David Precht. Kann ein moderner Konservatismus die massiven Umwälzungen bewältigen, die uns in Zukunft bevorstehen?

Diana Kinnert, die schon mit 17 in die CDU eintrat, strebt einen "modernen Konservatismus" an, dem es gelingen soll, wieder alle Bürgerinnen und Bürger zu erreichen, und der unser Land zukunftsfähig machen soll. Sie plädiert für eine Realpolitik ohne ideologische Bevormundung. Dafür müssten die bestehenden konservativen Grundprinzipien lediglich an eine sich verändernde Gegenwart angepasst werden. Aber, fragt Precht, kann ein "moderner Konservatismus" die massiven Umwälzungen bewältigen, die uns in naher Zukunft bevorstehen? Grundlegende Reformen und gesellschaftspolitische Innovationen gehörten nicht gerade zum Markenkern der CDU. Konservatismus zeichne sich gemäß seines Vordenkers, dem Staatsphilosophen Edmund Burke, doch gerade dadurch aus, dass er auf überlieferte Institutionen und Gebräuche setzt und nicht auf radikale Neuerungen.

Als Digital Native weiß Diana Kinnert um die immer heterogener gewordene Gesellschaft, die sich ihre Meinung aus den sozialen Medien holt. Vor allem die junge Generation engagiere sich ehedem lieber in ganz konkreten politischen Initiativen, als gleich einer bestimmten Partei beizutreten, so Kinnert. Sie glaube aber, dass dennoch ein verbindender Wertekanon gefunden werden kann, der konservative Politik wieder für alle akzeptierbar macht.

Richard David Precht erkennt in Kinnerts Vision allerdings schwer auflösbare Widersprüche. Bei vielen Themen, wie etwa Klimaschutz, Globalisierung, Migration und pluralistische Gesellschaft, bediene sich Kinnert doch eigentlich aus den Programmen der Grünen und Linksliberalen. Kann sie ihre Partei überhaupt von einer Strategie überzeugen, die sich im Grunde das Beste aus anderen politischen Richtungen herauspicken möchte?

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