Das Bild zeigt Hände, die ein Smartphone halten. Die Person trägt ein schwarzes Oberteil. Der Hintergrund ist unscharf und hell. Das Smartphone hat eine ausgeprägte Schutzhülle.

Gesellschaft

Unter Druck - Warum wir nicht mehr abschalten

Stress ist für viele längst Alltag: getrieben von Leistungsdruck und permanenter Erreichbarkeit wächst er zu einer gesellschaftlichen Herausforderung mit weitreichenden Folgen.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Sendetermin
11.11.2026
20:15 - 21:00 Uhr

Die Filmemacher Florian Riedelsperger und Stefan Wolner zeigen Menschen, deren Alltag von permanentem Druck geprägt ist. Zwischen Stress, digitaler Reizüberflutung und Erschöpfung fragen sie, was Dauerbelastung mit ihnen und mit unserer Gesellschaft macht.

Längst kein Ausnahmezustand mehr

Eine Person in einem Labor schaut konzentriert auf ein Objekt, während sie Handschuhe trägt. Im Hintergrund sind mehrere Reagenzgläser und Laborutensilien zu sehen.
Im Labor wird Stress messbar: Speichel und Blutproben zeigen, wie Cortisol auf akute Belastung reagiert.
Quelle: Red Monster Film

Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen, digitale Medien verlangen ständig Interaktion. Dauerhafte Erreichbarkeit und wachsender Leistungsdruck prägen unseren Alltag. Die Folgen sind gravierend: Stress hinterlässt körperliche Spuren und führt zu Erschöpfung oder Burnout.

Stress ist längst kein Ausnahmezustand mehr, sondern für viele eine ständige Realität: In Deutschland fürchten sechs von zehn Beschäftigten, durch Überlastung zu erkranken; in Österreich ist der Anteil nahezu ebenso hoch. In der Schweiz fühlen sich drei von zehn Erwerbstätigen emotional erschöpft. Mehr als je zuvor seit Beginn der Erhebungen.

Doch Belastungen zeigen sich in unterschiedlichen Lebensphasen nicht gleich. Junge Menschen erleben globale Krisen ungefiltert auf dem Smartphone, Menschen in der Lebensmitte kämpfen mit der Entgrenzung von Beruf und Familie. Bei älteren Menschen wirkt häufig der Anspruch, dauerhaft leistungsfähig zu bleiben. Was macht diese Anspannung mit Körper und Psyche und: Wie können wir ihr begegnen.

Lohnt sich die viele Arbeit angesichts wachsender Krisenszenarien

Eine Studentin steht an einer Straßenbahnhaltestelle, hält mehrere schwarze Matten und schaut auf ihr Handy. Im Hintergrund sind unscharf weitere Personen und Lichter zu sehen.
Studentin Veronika Müller sieht keinen Grund, sich etwas aufzubauen - die nächste Krise macht es ohnehin zunichte. Was hilft, ist Sport.
Quelle: Red Monster Film

Veronika ist 20, studiert Umwelt- und Bioressourcenmanagement und arbeitet zwei Tage pro Woche in einem Café, um ihr Studium zu finanzieren. Nicht das Smartphone selbst setzt sie unter Druck, sondern das, was darüber täglich auf sie einströmt: steigende Preise, Kriege und Klimakrise. Ständig, ungefiltert, ohne Pause.

Eine Frage lässt sie nicht los: Lohnt es sich, etwas aufzubauen, wenn die nächste Krise alles wieder zerstören könnte? Ausgleich findet sie in einem gemeinsamen Gartenbeet und beim kostenlosen Sport im Park. Kleine Freiräume, die ihr helfen, der Daueranspannung etwas entgegenzusetzen.

Aktiv abschalten anstelle Erholung nebenbei

Eine Gruppe von Menschen macht Übungen auf Fitnessmatten im Freien. Der Platz ist von Bäumen umgeben, und einige Gebäude sind im Hintergrund sichtbar. Es ist Abendlicht.
Gen Z zwischen Krisen und Sport.
Quelle: Red Monster Film

Rudolf ist 61 und arbeitet in der IT. Sechzehn Stunden am Tag waren lange sein Normalzustand. Dann wechselte er den Arbeitsplatz und merkte, wie ungewollt man mit über sechzig ist. Dass seine Jahre auf einmal nichts mehr wogen, hat ihn mehr mitgenommen als jede Überstunde.

Regelmäßig fährt er zum Yogawandern in die Wiener Alpen, zweieinhalb Stunden hinauf auf die Rax, am Abend Yoga in der Gruppe. Abschalten, sagt er, ist bei ihm keine Erholung nebenbei, sondern Arbeit an sich selbst.

Die Dokumentation „Unter Druck – Warum wir nicht mehr abschalten“ von Florian Riedelsperger und Stefan Wolner verbindet persönliche Geschichten mit wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Sie stellt eine Frage, die die gesamte Gesellschaft betrifft: Wie wollen wir arbeiten und zusammenleben, ohne dauerhaft über unsere Grenzen zu gehen?

ORF-Podcast über Stress

Am 5. Oktober startet der ORF einen Gesundheitspodcast mit dem Titel "Unter Druck", der sich dem Thema Stress widmet.
Der Podcast ist auf ORF Sound abrufbar und überall, wo es Podcasts gibt.

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