Ein Mann mit langem Bart und Strohhut sitzt auf einem Baumstamm im Freien.

Gesellschaft

Eine Heimkehr - Auf den Spuren der Täufer in Österreich

Die Täuferbewegung erfasste im Zuge der Reformation des 16. Jahrhunderts auch Teile Österreichs. Doch ihre Anhänger wurden verfolgt und vertrieben. Nun kehren sie zurück.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Sendetermin
13.02.2026
12:20 - 12:55 Uhr

In Retz im Weinviertel wurde ein Bruderhof gegründet, der von 35 Personen in Gütergemeinschaft bewirtschaftet wird. Der Film erzählt die Geschichte des Glaubens dieser christlichen Radikalreformer, ihre Verfolgung und Vertreibung und entdeckt neue Gemeinden im heutigen Niederösterreich.

Mehrere Menschen beim Herstellen eines Produktes in Gläsern.
Gemeinschaft im Bruderhof Retz.
Quelle: ORF/produktionsraum

In der kleinen Weinviertler Stadt Retz hat sich vor mehr als fünf Jahren eine Gemeinschaft, ein sogenannter Bruderhof, aus rund 35 Menschen angesiedelt. Gemeinsam versuchen sie ihren Traum von einem einfachen täuferischen Leben zu leben und sich an der christlichen Urgemeinde zu orientieren.

Ein Biobauernhof sichert die Existenz, es gilt das Prinzip der Gütergemeinschaft, eine Idee von hoher Anziehungskraft. So erzählt die junge Mutter Asenath Keiderling, welche Kraft sie aus ihrer Überzeugung schöpft: "Für mich bedeutet es, dass ich nicht nur Sonntag in die Kirche gehe, sondern meinen Glauben jeden Tag lebe."

Ein Turm vor strahlend blauem Himmel. Im Hintergrund liegen Weinberge und ein kleiner Ort.
Schloss Summersberg in Südtirol - hier war Jörg Blaurock, Mitbegründer der Täuferbewegung im 16. Jhdt. bis zu seiner Hinrichtung inhaftiert.
Quelle: ORF/produktionsraum

Die Idee der Bruderhöfe geht auf die Täufer zurück, die vor rund 500 Jahren in Österreich weit verbreitet waren. Zu ihrem bekanntesten Sprecher und Vorbild wurde Jakob Huter, ein Südtiroler, der sich gegen Kirche und Fürsten stellte. Mit seinem einfachen volksnahen Glauben forderten er und seine Gemeinden die Herrschenden heraus. Die Hutterer wandten sich gegen den Ablasshandel, der bedeutete, dass man für das eigene Seelenheil bezahlen musste - und sie prangerten Unterdrückung und soziale Not an.

Mit Gefängnis, blutiger Folter und öffentlichem Verbrennen sicherte das Haus Habsburg schließlich seine Herrschaft - und der römisch-katholischen Kirche die alleinige Interpretation christlichen Glaubens in Tirol.

Mit einer ersten gemeinsamen Andacht hat eben jene Kirche im Wiener Stephansdom im Herbst 2021 um Vergebung für die Verfolgung dieser Christen gebeten.

Ein Film von Birgit Mosser-Schuöcker

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