Das Bild zeigt eine junge Frau, die in ein Smartphone schaut, während sie anscheinend ein Selfie von sich macht. Sie sitzt in einer Fahrgeschäfte, möglicherweise einem Riesenrad, da im Hintergrund Teile des Rades sowie Sitzplätze zu sehen sind. Die Frau trägt ein schwarzes Oberteil mit kleinen, glänzenden Herzen. Ihr Haar ist lockig und fällt locker über ihre Schultern. Die Umgebung ist hell erleuchtet, und es ist ein klarer, sonniger Tag. Hinter ihr ist das grüne Laub von Bäumen sichtbar sowie bunte Fahrgeschäfte und Tische, die darauf hindeuten, dass es sich um einen Freizeitpark oder ein Jahrmarkt handelt.

Gesellschaft

Das Ich-Zeitalter: Zwischen Selbstverwirklichung und Selbstoptimierung

Gesünder, fokussierter, erfolgreicher: Selbstoptimierung liegt im Trend. Über die Sozialen Medien werden die unterschiedlichsten Methoden und Konzepte verbreitet.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Sendetermin
09.09.2026
20:15 - 21:00 Uhr

Influencerinnen und Influencerzeigen vor, wie man sein Leben in neue Bahnen lenken kann. Ob körperlich, mental oder beruflich –viele Menschen wollen das Beste aus sich herausholen. Doch wohin führt der Wunsch nach Perfektion? Dieser Frage gehen Isabella Purkart und Lena Hager nach.

Das Bild zeigt zwei Personen, die auf Yogamatten üben. Der Mann sitzt im Vordergrund auf seiner Matte, mit dem rechten Bein angewinkelt und dem linken Arm hochgestreckt. Er trägt ein schwarzes, eng anliegendes T-Shirt und Shorts. Die Frau sitzt daneben, ebenfalls auf ihrer Matte, und hat das linke Bein angewinkelt, während sie den rechten Arm hochhebt. Sie trägt einen dunklen Pullover und Jeans.   Die Umgebung hat ein modernes, minimalistisches Design mit hellen Wänden und sanften Holzfußböden. Im Hintergrund ist ein Raum mit großen Fenstern und einer Glaswand sichtbar. Es gibt einige Möbelstücke, darunter einen Stuhl und einen Tisch, sowie eine Statue in der Ecke des Raumes. Die Atmosphäre wirkt ruhig und einladend, was auf den Fokus auf Selbstoptimierung und Wellness hindeutet.
Der niederländische Biohacker Jorn Kirkels und Reporterin Isabella Purkart starten mit Stretching in den Tag.
Quelle: ORF

In Amsterdam begleitet Reporterin Isabella Purkart den "Biohacker" Jorn Kirkels, der seinen Alltag kompromisslos auf maximale Leistungsfähigkeit ausrichtet. Nach dem Aufstehen ist alles durchgetaktet: ein mehrstufiges Körper-Programm mit Infrarotlicht, eiskalter Dusche, "Kettlebell-Swings", Atem- und Dehnungsübungen.

Nichts bleibt dem Zufall überlassen und so gut wie alles wird getrackt: Schlaf, Bewegung, Ernährung. Und in den Niederlanden setzt sich noch ein weiterer Optimierungs-Boom durch: "Microdosing", wovon sich Befürworter mehr Konzentration und Kreativität versprechen.

Das Bild zeigt einen Dialog zwischen zwei Personen in einem Raum. Die Frau hat kurze, lockige Haare und trägt ein langärmliges, schwarz-gemustertes Oberteil. Sie hält ein kleines, rundes Behältnis in der Hand, während sie dem Mann gegenübersteht. Er hat kürzere, dunkle Haare und trägt ein schwarzes Poloshirt.   Im Hintergrund sind Regale sichtbar, die mit verschiedenen Produkten befüllt sind, darunter Flaschen und Dosen, vermutlich Nahrungsergänzungsmittel. Der Raum wirkt modern und gut beleuchtet, mit einer hellen Wand und einer dezent beleuchteten blauen Fläche hinter den Regalen.   Die Körpersprache der beiden Personen deutet darauf hin, dass sie sich aufmerksam unterhalten. Der Mann gestikuliert, während die Frau interessiert zuhört.
Für Nahrungsergänzungsmittel und regelmäßige Bluttests gibt Longevity-Anhänger Vimal Kamaraj monatlich bis zu 300 Euro aus.
Quelle: ORF

"Longevity" ist ein zentrales Schlagwort der Selbstoptimierungs-Szene. Reporterin Lena Hager trifft in Frankfurt am Main einen überzeugten Anhänger: Vimal Kamaraj wird sich nach seinem Tod einfrieren lassen. Der 26-Jährige hofft, dass die Medizin eines Tages so weit ist, dass er wiederbelebt wird und dann ewig leben kann.

Seinen Alltag hat er bereits im Sinne der Langlebigkeit optimiert. Doch der Selbstoptimierungstrend hat auch Schattenseiten: "Ich war irgendwann so weit, dass ich es als unproduktiv angesehen habe, Zeit mit meinen Freunden zu verbringen", sagt die 25-jährigedeutsche Influencerin Julia Barabasch. Sie warnt vor einem extremen Streben nach dem "perfekten Ich", wie es oft auf Social Media gehypt wird.

Das Bild zeigt zwei Frauen, die in einem Freizeitpark vor einem Stand aus Zuckerwatte stehen. Die Standfläche ist rot und trägt die Aufschrift "Zuckerwatte". Hinter den Frauen sind verschiedene Süßwaren und Snacks sichtbar, die in Regalen und auf Theken platziert sind.   Links von den Frauen hält eine Person in einem schwarzen, ärmellosen Oberteil eine große Zuckerwatte in der Hand. Sie hat lange, glatte Haare und lächelt. Die andere Person, die rechts steht, trägt ein schwarzes T-Shirt und dunkelblaue, weite Hosen. Sie hält ebenfalls eine Zuckerwatte und blickt lächelnd zur Seite. Der Tisch vor ihnen ist rund und hat eine glänzende Oberfläche.  Im Hintergrund sind aufgehängte Lebkuchenherzen und andere Süßigkeiten zu erkennen. Der Bereich wirkt lebhaft und festlich, passend zu einem Tag im Freizeitpark.
Zuckerwatte als Gegenbild zur Selbstoptimierung: Content Creatorin Theresa Ziegler und Reporterin Isabella Purkart im Böhmischen Prater.
Quelle: ORF

Auch Stefan Röpke, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie an der Oberbergklinik in Berlin-Brandenburg, warnt vor den negativen Folgen des Trends. Er erklärt, ab wann die Optimierung zur Gefahr und nicht zur Chance wird.

Die in Wien lebende Content Creatorin Theresa Ziegler begegnet dem Selbstoptimierungs-Trend mit Humor. In ihren Videos hinterfragt sie Schönheitsideale, Leistungsdruck und den Anspruch, immer perfekt sein zu müssen. Dabei setzt sie nicht auf eine Hochglanz-Inszenierung, sondern auf Videos mit einem direkten, oft selbstironischen Blick auf ihren Alltag.

Das Bild zeigt eine Gruppe von Männern, die sich in einem runden, geodätischen Raum befinden. Der Boden ist aus Holz, und große Fenster lassen viel Licht herein. An den Wänden hängen farbige Gebetsfahnen, die eine spirituelle Atmosphäre schaffen.   Die Männer stehen in einem Kreis und scheinen sich auf eine gemeinsame Aktivität oder Meditation zu konzentrieren. Sie tragen lockere, bequeme Kleidung und sind barfuß. Einige Männer haben längere Haare, während andere kürzere Frisuren haben. In der Mitte des Raums befindet sich eine Buddha-Statue, die mit Blumen dekoriert ist. Der Außenbereich ist sichtbar und zeigt eine grüne Landschaft.   Das Bild vermittelt eine Stimmung der Gemeinschaft und des Austauschs, gestrahlt von einem Gefühl der inneren Ruhe und Selbstfindung.
Im „Männer-Kreis“ begegnen sich die Teilnehmer auf Augenhöhe. Das Bild vom starken Mann, der immer in Konkurrenz steht, soll aufgebrochen werden.
Quelle: ORF

Für eine andere „Arbeit“ an sich selbst setzt sich der Österreicher Jakob Horvat ein. In sogenannten "Männerkreisen" sollen Teilnehmer neue Seiten an sich entdecken und einen besseren Zugang zu ihren Emotionen finden.

"Viele Menschen, die zu mir kommen, haben viel erreicht und oft klassische Karrieren gemacht. Sie stellen sich plötzlich neue Fragen, was eigentlich noch gelebt werden will", erzählt der Coach.

Er selbst hat nach einer Weltreise vor zehn Jahren sein Leben komplett neu ausgerichtet und verbringt mittlerweile die Wintermonate im ausgebauten Van in Spanien.

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