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Gesellschaft

Cannabis made in Germany - Legale Geschäfte mit der Droge

Cannabis ist die meistgehandelte Droge in Deutschland. Jetzt wächst das Gras legal im Dienste der Medizin. Eine junge Branche in Goldgräberstimmung.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2021
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 05.10.2026

Anbau und Handel mit medizinischem Cannabis gelten neuerdings als der "heiße Scheiß". Hinter Tresortüren und Stahlbeton entsteht ein neuer Wirtschaftszweig. Überwacht wird der Anbau von unzähligen Kameras, betrieben von Mitarbeitern mit astreinem Führungszeugnis.

Trotz des Aufwands kann die deutsche Ware preislich mit dem Schwarzmarkt konkurrieren, welchen die Polizei weiterhin hartnäckig bekämpft. Die Wirtschaft hofft derweil vor allem auf Massenproduktion und Expansion.

Anbau auf deutschem Boden

In anderen Ländern ist Cannabis als Medikament schon lange etabliert: Kalifornien legalisierte die Droge für medizinische Zwecke bereits vor 20 Jahren, in Europa sind die Niederlande 2003 die Ersten. In Deutschland erfolgte der erste Schritt 2011 durch die Zulassung eines Cannabismedikaments für Einzelfälle und Schwerstkranke.

Der Durchbruch kam 2017: Ärzte dürfen Cannabis in verschiedensten Formen verschreiben und die Regierung startete eine Ausschreibung für den Anbau auf deutschem Boden. Drei Bewerber erhalten den Zuschlag für die Produktion von 10,4 Tonnen des Rauschmittels innerhalb von vier Jahren.

Deutschlands erste Ernte

Einer davon ist Aphria Cannabis, eine kanadische Firma. Nach monatelangen Verhandlungen erhält das ZDF Einblicke in das Herzstück der hiesigen Dependance, welche 2021 Deutschlands erste eigene Ernte eingefahren hat.

Abgeschottet von der Außenwelt, keimfrei, unter lilafarbenem UV-LED-Licht, wächst die Droge drei bis vier Mal so schnell wie unter freiem Himmel. "Die Pflanzen wachsen in einem Banktresor", sagt Thorsten Kolisch, Werksleiter von Aphria Deutschland. "Wir haben hier die größte Sicherheitstechnik, das ist die modernste Anlage der Welt."

Bewegungssensoren im Boden erkennen selbst Mäuse. Dank täglicher Messungen an den Pflanzen haben Pilze und Schädlinge keine Chance. Und ohne komplette Schutzkleidung kommt hier keiner rein. Während illegale Ware oft minderwertig ist, wird in Deutschlands Zuchtanlagen alles für ein hochreines Medizinprodukt getan. Aphria darf jetzt jährlich 1000 Kilo in staatlichem Auftrag anbauen.

Expansion in Europa

Europa-Geschäftsführer Sascha Mielcarek schmiedet derweil schon größere Pläne: Für ihn sind Aphrias Investitionen in Deutschland auch Ausgangspunkt für eine Expansion auf dem europäischen Markt.

Während der deutsche Anbau streng reguliert wird, läuft es Im Ausland lockerer, beispielsweise in Dänemark. Hier wächst medizinisches Cannabis nicht im Tresor, sondern im Gewächshaus. In einer Anlage von Aurora Cannabis - ebenfalls eine kanadische Firma - sprießen jährlich zehn Tonnen, knapp viermal so viel wie in allen drei deutschen Anlagen zusammen.

In Dänemark dürfen Produzenten schlichtweg so viel anbauen, wie sie möchten - auch für den deutschen Markt.

Neuer Milliardenmarkt

Bevor Cannabis zur breiten Verschreibung zugelassen wurde, erlaubte Deutschland den Import von lediglich 1,5 Tonnen pro Jahr - für wissenschaftliche Zwecke, Studien und Ausnahme-Verschreibungen. Mit dem Cannabis-Gesetz von 2017 stieg die Menge auf gut zehn Tonnen an.

Bis 2028 schätzen Analysten das Marktvolumen für medizinisches Cannabis allein in Deutschland auf knapp acht Milliarden Euro.

In der jungen Branche herrscht Goldgräberstimmung.

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