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Ein Ladekabel steckt an einem E-Auto

Gesellschaft

E-Autos vor dem Durchbruch?

In Deutschland gibt es fette Kaufprämien für Elektroautos, in Frankreich das baldige Verbot der Verbrenner. Stromer werden bald durchstarten, behauptet nun eine Studie. Trotzdem gehören die Straßen noch lange dem Verbrenner.

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Im Corona-Konjunkturpaket der Bundesregierung wird die Kaufprämie für Elektroautos von 3000 Euro auf 6000 Euro verdoppelt. Dies soll auch die heimischen Hersteller, also den Autostandort Deutschland, stärken. Mit einer großangelegten Modelloffensive wollen zudem Daimler, BMW und ganz besonders Volkswagen die noch zögernden Kunden zum Kauf eines Stromers bewegen. Das Ziel ist klar: Dem E-Auto soll endlich der Durchbruch gelingen.

Der Durchbruch findet aber nicht unbedingt in Deutschland statt. So lohnt es sich, einmal den Blick über den Tellerrand zu heben und die Aussichten der Elektroautos weltweit zu betrachten. Die Experten von BloombergNEF haben genau das getan und zum fünften Mal in Folge ihren Electric Vehicle Outlook (EVO) veröffentlicht, eine jährliche Prognose, wie E-Autos, Shared Mobility und autonomes Fahren den Verkehr verändern werden.

Corona-Vollbremsung

Zunächst einmal bremst aber die Coronakrise alle bisherigen Pläne der Autobranche aus. So erwartet der EVO-Report für 2020 bei PKW einen weltweiten Absatzeinbruch von 23%. Dies treffe auch E-Autos, wenngleich mit -18% etwas weniger stark. Für Stromer, die sich von nur 450.000 verkauften Fahrzeugen in 2015 auf 2,1 Mio. in 2019 vorarbeiten konnten, ist es der erste Rückgang überhaupt. Der Report rechnet mit rund 1,7 Mio. Neuzulassungen in diesem Jahr. Das entspräche einem Anteil von 2,7%.

Für die kommenden Jahre wird ein rasanter Anstieg erwartet. Bereits 2023 werden laut EVO rund 7% aller weltweiten PKW-Verkäufe elektrisch sein. Es gibt jedoch große regionale Unterschiede: 15% in China, knapp 10% in Europa. Hier gibt es handfeste finanzielle Anreize und den erklärten Willen der Politik, Emissionen aus dem Straßenverkehr zu verbannen. In den USA (4%) sowie Entwicklungs- und Schwellenländern wird die Abkehr vom Verbrennungsmotor länger dauern. Daher stehen zunächst China und Europa für rund 80% des globalen E-Auto-Marktes.

Fakten zur Mobilitätswende

Die Preise fallen

Noch schrecken vergleichsweise hohe Preise für E-Autos die Kunden ab. Das könnte sich bald ändern, fallenden Batteriepreisen sei Dank. Bereits Mitte der 20er Jahre werde in den meisten Marktsegmenten die Preisparität mit dem Verbrenner erreicht werden, vermuten die Experten. Bereits 2022 bei großen, hochpreisigen Fahrzeugen in Europa - hier fallen die Kosten für die teure Batterie nicht so ins Gewicht. Bei sehr günstigen Kleinfahrzeugen etwa in Indien gebe es die Parität erst nach 2030.

Perspektivisch werden elektrische PKW im Jahr 2025 10% aller Verkäufe ausmachen, 2030 bereits mehr als ein Viertel und 2040 mehr als die Hälfte. Das klingt nach Durchmarsch. Betrachtet man aber nicht die Neuzulassungen, sondern die globale Fahrzeugflotte, ist das Bild ein anderes. Heute sind 8,5 Mio. E-Autos unterwegs, weniger als 1% aller Fahrzeuge. Wenn der EVO-Report recht behält und 2030 116 Mio. E-Autos auf der Straße sind, entspräche dies nur 8% der gesamten Flotte. Selbst in 20 Jahren noch wäre es weniger als ein Drittel.

Elektrische Busse

Andere Marktsegmente sind bereits weiter, z.B. Busse für den ÖPNV. Hier fährt heute fast die Hälfte aller Neuzulassungen und bereits ein Fünftel der Gesamtflotte elektrisch. Allerdings: Fast alle E-Busse fahren in China.

Die chinesische Dominanz bei E-Bussen - insbesondere die langjährigen Erfahrungen im Betrieb - sowie der Vorsprung Teslas bei PKW werden andere Anbieter, also auch deutsche Autobauer, noch vor große Herausforderungen stellen. Die Abkehr vom Verbrenner aber wird es beschleunigen.

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