Gesellschaft
Schmidt Max und der deutsche Rotwein
Dass wir in Deutschland großartige Weißweine haben, ist mittlerweile unbestritten in der Wein-Welt. Riesling und Silvaner erobern die Weinkarten von Berlin bis Bangkok. Aber Rotwein?
- Produktionsland und -jahr:
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- Datum:
- Sendetermin
- 28.10.2026
- 12:45 - 13:15 Uhr
Noch vor 20 Jahren hat man mitleidig gelächelt, wenn sich deutsche Winzer in dieser Disziplin versuchten. Vor der Klimakatastrophe, die jetzt "Klimaveränderung" heißt, wurden die Trauben oft nicht reif.
Und: es war die Zeit der "Dicken Tinte" aus Italien, Spanien und Übersee. Schwergewichtige, hochprozentige Weine mit überbordendem Holzeinsatz dominierten den Markt in Deutschland.
Das hat sich entscheidend geändert. Das Wunder trägt einen Namen - und der heißt "Spätburgunder". Klar, "Pinot Noir", wie er in seinem Geburtsland Frankreich heißt, klingt lässiger. Aber diese Rebsorte passt perfekt zu unserem Klima und zu den Böden. Filigran ist sie, geradezu durchsichtig in der Farbe, was keinerlei Aussage zur Qualität und Reifefähigkeit hat. Es ist ein moderner Rotwein: filigran mit mäßigen Alkoholgraden und ein perfekter Speisenbegleiter obendrein. Da macht auch das zweite Glas Freude.
Auch dem Schmidt Max, der sich den Spätburgunder für "freizeit" in drei deutschen Regionen angeschaut hat: In Franken, wo Paul und Sebastian Fürst in Bürgstadt die vielleicht besten Rotweine Deutschlands erschaffen, die weltweit Preise gewinnen und mittlerweile auf einer Stufe mit den ganz großen "Pinot Noirs" aus Frankreich stehen. In der Pfalz, wo die junge Winzerin Sophie Christmann in Gimmeldingen tänzelnde Ausgaben dieser Rebsorte keltert, die nicht nur Frucht, sondern auch eine feine Würze ins Glas bringen. Und in Baden, wo Julian Huber in Malterdingen im wärmsten Anbaugebiet Deutschlands "Pinots" in die Flasche bringt - mit Kraft und Konzentration nach burgundischem Vorbild, das ja auch geografisch nah an Baden liegt.
Natürlich war der Schmidt Max auch auf der Jagd nach dem besten Gericht zum Spätburgunder und den Tipps, die den Rotweingenuss noch schöner machen.