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"37°: Der unsichtbare Feind - Ein Leben mit dem Keim": Manuela bei ihrer Ärztin zur Kontrolluntersuchung. Sie sitzt mit entblößten Beinen auf einer Krankenliege im Behandlungsraum, die Ärztin schaut sich ihr Bein an.

Gesellschaft

Ein Leben mit dem Keim Film von Mechthild Gassner

Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts erkranken in Europa jedes Jahr circa 670 000 Menschen an Infektionen durch multiresistente Erreger. In Deutschland sind es rund 54 500 pro Jahr.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2019
Datum:
Sendetermin
26.11.2019
22:15 - 22:45 Uhr

"37°" begleitet zwei Frauen, die das gleiche Leid teilen: eine langjährige, chronische Infektion, die ihr Leben bestimmt. Bei Manuela K. zerbricht darüber ihre Familie. Irmtraut G. hofft, mit einer Phagen-Therapie ihr langes Leiden in den Griff zu bekommen.

Manuela K. ist Anfang 50, sie war 24, als das Unglück begann. Manuela wurde am Knöchel operiert. Zur Stabilisierung setzten die Ärzte ihr eine kleine Metallplatte ein, ein Routine-Eingriff. Fünf Wochen nach der Operation geht die Wunde auf. Abszesse, Eiter, neue Entzündungen. Die Operationswunde bricht immer wieder auf. Manuela verbringt mit ihren Kindern mehr Zeit in der Ambulanz als auf dem Kinderspielplatz.

Um finanziell über die Runden zu kommen, geht Manuela putzen. Einer festen Arbeit kann die gelernte Kauffrau nicht nachgehen, da sie immer wieder zu erneuten Eingriffen ins Krankenhaus muss. Dieser Zustand belastet zunehmend ihre Ehe, ihr Mann verlässt sie. Die Jahre danach sind ein ständiges Auf und Ab von vermeintlich gesunden Phasen und neuen Infektionen. Darunter leidet die Beziehung zu ihren Kindern, Freunde wenden sich ab aus Angst vor Ansteckung. Manuela wird depressiv.

Endlich wird im Nachgang zu einer OP festgestellt, dass sie MRSA hat, einen multiresistenten Keim. Da hat sie bereits mehr als 200 Eingriffe hinter sich. Heute muss Manuela täglich eine Handvoll Tabletten nehmen und kann nur mit Morphinpflastern leben. Und doch genießt sie jeden guten Tag. Auch wenn sie jetzt "Ruhe vor dem Keim" hat, weiß sie doch, wie schnell sich alles wieder ändern kann.

Irmtraut G. ist 83 Jahre alt. Seit einer Hüftgelenk-Operation vor wenigen Jahren stellen sich fortwährend Infektionen ein. 2015 musste die Hüftprothese samt Schaft ausgebaut werden. Sieben Monate lag sie im Krankenhaus, bis die Infektion abgeklungen war. Mehrere Operationen folgten. "37°" begleitet sie bei einer Operation, die aufgrund einer neuen Infektion notwendig geworden ist.

Irmtraut wird derzeit in der Berliner Charité mit Phagen behandelt. Sie ist erst die 17. Patientin, die seit 2018 Phagen bekommen hat. In Deutschland ist diese Therapie noch nicht allgemein zugelassen. Phagen dürfen zurzeit nur eingesetzt werden, wenn es keine alternativen Antibiotika mehr gibt und wenn eine Amputation droht.

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