Film

Freies Land

1992 verschwinden zwei Schwestern in einem mecklenburgischen Städtchen spurlos. Zwei Kommissare suchen nach den Vermissten und machen eine schreckliche Entdeckung.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2019
Datum:
Verfügbar in
EBU
Verfügbar bis:
bis 11.04.2024
Ton
UT
AD

1992 in Ostdeutschland: Über dem Land schwebt die vage Hoffnung auf eine rosige Zukunft, doch auf dem Boden der Tatsachen macht sich Enttäuschung breit. So auch in einem kleinen Städtchen in Mecklenburg-Vorpommern nahe der polnischen Grenze. Dort treffen die beiden Kommissare Stein und Bach ein. Sie sollen dem mysteriösen Verschwinden zweier Schwestern auf den Grund gehen. Die Eltern mutmaßen, dass sich die Mädchen in den Westen abgesetzt haben. Die Einheimischen sind wortkarg, die Polizei vor Ort kaum an der Aufklärung der Fälle interessiert. Zumal in den vergangenen Jahren immer wieder junge Mädchen verschwanden - angeblich, um in einem Berliner Hotel zu arbeiten.

Kurze Zeit darauf finden Stein und Bach zwei Mädchenleichen, kaum bekleidet und offensichtlich missbraucht. In einem alten Brunnen stoßen die Kommissare schließlich auf die Handtaschen der Mädchen. Ein halb verbranntes Foto mit Aktaufnahmen und die Beobachtungen eines Zeugen führen die beiden schließlich zu einem verlassenen Gehöft, in dem von Zeit zu Zeit Zimmer an Gäste vermietet werden.

"Freies Land" entstand als Kino-Koproduktion gemeinsam mit dem ZDF. Nach dem "Montagskino"-Erfolg "Steig.Nicht.Aus!" ist dies bereits die zweite Zusammenarbeit mit Regisseur Christian Alvart, der sich wie folgt zu seinem Film äußerte:

"Viele Filme beschäftigen sich mit den Ereignissen der Wende, andere mit dem Erstarken der Rechten im ehemaligen Osten. Es gibt starke Sozialdramen und historische Komödien. Das Wesen des Thrillers ist die Beschäftigung, die Auseinandersetzung mit der Angst. 'Freies Land' nähert sich dem Thema mit den Werkzeugen des Genres. Mit 'La isla mínima – Mörderland' (2014) fand sich eine starke Vorlage, die ihrerseits anhand des Kriminalfalls ein Porträt Spaniens in der Post-Franco-Ära zeichnet. Für die deutsche Version bot sich in der Begegnung der beiden Kommissare die Möglichkeit, sie als eine Begegnung von Ost und West zu erzählen, als ein Aufeinanderprallen unterschiedlicher Charaktere mit radikal entgegengesetzten Lebensläufen – nicht nur exemplarisch, sondern auch als Individuen. ... Unsicherheit prägt nahezu alle Figuren, es gibt keine Gewissheiten mehr, und hinter jeder Antwort lauert die nächste Frage."

Alvart konnte für sein in frostkalten Bildern eingefangenes Krimidrama einen exzellenten Cast vor seiner Kamera versammeln. Mit Felix Kramer hatte er schon für seine Netflix-Serie "Dogs of Berlin" zusammengearbeitet. Hier verpasst er dem attraktiven Schauspieler in der Rolle des ebenso findigen wie unergründlichen Ex-Stasi-Manns Bach eine ungewöhnliche Maske aus Schmerbauch und Brillengestell, die seiner Performance eine große physische Präsenz geben. Trystan Pütter ("Ku'damm") verleiht seinem Kommissar Stein die missmutige Arroganz des Westlers, der in den unbekannten Osten strafversetzt wurde und sich nicht nur regelmäßige Diskussionen mit seinem ungeliebten Partner liefert, sondern schließlich zu detektivischer Hochform aufläuft. An der Seite der beiden spielt Nora Waldstätten ("Die Toten vom Bodensee") die ängstliche Ehefrau und Mutter, die viel zu lange in ihrem versteinerten Leben verharrt.

Pressezitate:

"Das, was war, lässt sich auf Dauer weder verdrängen noch übertünchen. Aus Idealisten werden im besten Fall Pragmatiker, im schlimmsten Kollaborateure. Das ist das Leben. Christian Alvarts Sicht auf die deutsche Geschichte ist zutiefst fatalistisch. Aber sie hat auch etwas Befreiendes. Er reißt alte Wunden noch einmal auf und hofft, dass sie nun endlich richtig heilen können." ("epd Film")

"Als Helmut Kohl im Wahljahr 1990 von den 'blühenden Landschaften' sprach, in die sich die neuen Bundesländer im Osten bald verwandeln würden, war das die Theorie. Eine Erinnerung an die Praxis sieht man in diesem Film." ("sueddeutsche.de")

"Es geht weniger um den Mordfall als um die triste Stimmung, die heute noch auf dem Land im Osten spürbar ist. Ein atmosphärisch bedrückender, gelungener Krimi." ("bild.de")

Darsteller

  • Markus Bach - Felix Kramer
  • Patrick Stein - Trystan Pütter
  • Katharina Kraft - Nora Waldstätten
  • Richy Horn - Ben Hartmann
  • Charlie - Ludwig Simon
  • Horst - Uwe Dag Berlin
  • Kevin - Leonard Kunz
  • Erik - Michael Specht
  • Kalle Möller - Marc Limpach
  • Nicole - Alva Schäfer

Stab

  • Regie - Christian Alvart

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