Film
Mädchengeschichten: Weit weg von hier
Danielas Familie hält zusammen: Mit ihrem Sohn Luca, Freund Wilmar, der Mutter, Schwester und dem Schwager lebt sie in Montevideo. Aber sie sehnt sich nach Vater und Bruder, die in den USA arbeiten.
- Datum:
- Verfügbar in
- D / CH / A
- Verfügbar bis:
- bis 22.02.2027
"Weit weg von hier" möchte Daniela (17) in Zukunft leben. "Hier" ist ein armes Viertel in Montevideo, wo sie mit in einem kleinen Häuschen lebt. Daniela arbeitet zwei Tage die Woche bei einem Friseur und richtet sich zuhause im Wohnzimmer ihren eigenen Salon ein. Es geht ihrer Familie besser als den meisten anderen in der Nachbarschaft. Alle haben Arbeit, und der Vater versorgt sie mit allem nur Erdenklichen. Doch er fehlt.
"Weit weg von hier" ist auch Danielas Vater. Er gehört zu den Millionen Lateinamerikanern, die emigrieren, illegal in der Fremde arbeiten und deren Unterstützung einer der wichtigsten Überlebensfaktoren in ihren Heimatländern ist. Er verspricht, bald zurück zu kommen, doch die Entscheidung ist wegen ihrer Endgültigkeit nicht einfach. Einmal zurück in Uruguay, könnte er nicht mehr in die USA einreisen. Und wer hilft dann der Familie? Er schickt Geld für Kleider, Fernseher, Handys, Hausreparaturen - und per Internet Lebensmittel. Das weckt Neid in der Nachbarschaft. Auch deshalb möchte Daniela weit weg, an einen Ort ohne Neid, Drogen und Gefahren.
Kristina Konrads Dokumentarfilm entwickelt seine Intensität aus der Spannung zwischen Danielas fragilem "kleinen Glück" - der Sicherheit zuhause, der Geborgenheit in der Familie - und der offensichtlichen Brüchigkeit dieses Glücks, das durch das Fehlen des Vaters, die allgegenwärtigen ökonomischen Probleme und eine ungewisse Zukunft bedroht ist.
Der Film entstand für die 3satDokumentarfilmreihe "Mädchengeschichten" und wurde 2008 auf der Duisburger Filmwoche gezeigt.