Film
Fremde Kinder: Der Vorführer
Mit gerade einmal zehn Jahren steht Rakib bereits voll im Leben. Nach der Schule arbeitet er in einem kleinen Kino in einer Vorstadt von Dhaka in Bangladesch als Filmvorführer.
- Datum:
- Verfügbar
- weltweit
- Verfügbar bis:
- bis 22.02.2027
Wenn die Schönen tanzen und die Bollywood-Boys singen, ist Rakib in seinem Element: Mit zehn Jahren steht er hinter dem Filmprojektor eines alten Kinos in einem Vorort von Dhaka und spricht die entscheidenen Dialoge routiniert mit. Wie immer geht es um Liebe und Glück. Und wie immer ist das Leben anders. Rakib lebt mit Mutter und Bruder in einer Blechhütte, der Vater hat die Familie verlassen.
Den Job als Filmvorführer hat Rakib schon mit sieben Jahren begonnen, und eigentlich teilt er ihn sich mit seinem großen Bruder. Doch der Ältere muss meist lernen oder geht lieber mit seinen Kumpels aus. Im Kino gilt er als unzuverlässig, was Rakib sehr ärgert, denn dann muss er wieder einspringen. Die Mutter ist zwar voller Stolz über das gekonnte Hantieren der großen Bollywoodfilmrollen ihres Jüngsten, manchmal überfordert sie ihn aber auch. Dann herrscht Streit in der Familie, und Rakib bricht in Tränen aus. Trost vor den Alltagsorgen und Widrigkeiten einer gespaltenen Famlilie findet das Kind dann nur in der Traumwelt des Films - in Bangladesch wie überall auf der Welt.
Der renommierte Filmautor und Grimmepreisträger Shaheen Dill-Riaz zeigt den kleinen Rakib in seinem Wirkungskreis aus Familie, Schule und großer Welt. Aus der Perspektive des Jungen entsteht eine Hommage an die mechanische Wunderwelt des Films. "Der Vorführer" wurde im Rahmen des Grimme-Preises mit dem Sonderpreis Kultur ausgezeichnet und erhielt außerdem den Eine-Welt-Filmpreis sowie die "Große Klappe", den Preis der Kinder- und Jugendsektion "doxs!" der Duisburger Filmwoche.
"Der Vorführer" war ein Beitrag der 3sat-Dokumentarfilmreihe "Fremde Kinder", die sich Jungen und Mädchen bis zu 14 Jahren aus allen Ländern der Welt in ihren oftmals schwierigen Lebenssituationen widmete. Er wurde 2012 auf der Duisburger Filmwoche gezeigt.