Film
Danach hätte es schön sein müssen
Die Filmemacherin Karin Jurschick setzt sich in diesem persönlichen Dokumentarfilm mit ihrem 91 Jahre alten Vater auseinander und rekonstruiert das emotionale Gefüge ihrer Familie.
- Datum:
- Verfügbar in
- D / CH / A
- Verfügbar bis:
- bis 22.02.2027
Im Privatkrieg der Eltern entdeckt Karin Jurschick den Widerhall der beiden Weltkriege und im Ideal des Vaters, zu funktionieren wie eine Maschine, die Werte der Nazi- und der Wirtschaftswunderzeit.
Karin Jurschick erzählt ihre eigene Familiengeschichte, als Anklage und auch als eine Art Exorzismus: "1974 fährt meine Mutter nach Bremen. Sie nimmt ein Hotelzimmer und bringt sich darin um. Sie ist 42 Jahre alt geworden. Der Beamte der Kriminalpolizei schreibt: 'Auf dem Schreibtisch wurde ein Zettel vorgefunden, auf dem folgender Text stand: Entnehmen Sie bitte alle Kosten anliegender Geldbörse.' Zuhause wird über den Selbstmord nicht gesprochen. Ich bin 14 Jahre alt. 1997 treffe ich nach Jahren ohne Kontakt meinen Vater wieder. Er wohnt immer noch in der Wohnung, in die er vor 41 Jahren mit der Frau und dem Kind eingezogen ist. Die Wohnung ist nahezu unverändert. Der Vater ist inzwischen 91 Jahre alt. Danach und über die folgenden zweieinhalb Jahre hinweg mache ich Aufnahmen. Ich filme obsessiv die Wohnung. Dass man den Räumen nichts ansehen kann, entspricht dem früher Erlebten. Der Schrecken materialisiert sich nicht. Ich beobachte den Vater, folge ihm, sogar auf eine Schiffsreise durch die Karibik. Die Kamera ermöglicht Distanz, aber auch Nähe. Durch die Kamera können mein Vater und ich miteinander sprechen."
Der Film wurde 2001 auf der Duisburger Filmwoche gezeigt.