Film
Ein Besuch im Louvre
Der letzte gemeinsame Film des Autorenpaares Straub/Huillet: In ihrem Film kehren sie zu dem Maler zurück, dem sie den höchsten Rang in der neueren Malerei zuerkennen: Cézanne.
- Datum:
- Verfügbar in
- D / CH / A
- Verfügbar bis:
- bis 22.02.2027
Ihre Beziehung zu ihm ist eine geistige Verwandtschaft: Wie er als Maler, so gingen Straub/Huillet ganz in ihrer filmkünstlerischen Arbeit auf.
Schon einmal übersetzten Jean-Marie Straub und Danièle Huillet ihre Verehrung für den Maler Paul Cézanne in einen Film: "Cézanne. Paul Cézanne im Gespräch mit Joachim Gasquet", 1990. Dreizehn Jahre später, in denen sie vorwiegend in Italien und mit dem Theater arbeiteten, kehrten die beiden für ihren künstlerischen Rigorismus berühmten Filmautoren zu ihrem Thema, zur Malerei und nach Frankreich zurück. Ihr Film wurde vollständig im Louvre gedreht und basiert auf Gesprächen Cézannes mit Gasquet über dort ausgestellte Gemälde.
Gasquet fasste nach dem Tod des Malers im Jahr 1906 in seinem Buch "Cézanne - Ce qu'il m'a dit" in fingierten Gesprächen zusammen, was er in den zehn Jahren der Bekanntschaft mit Cézanne von ihm vernommen und aufgeschrieben hatte. Straub/Huillet stellen Cézannes Betrachtungen und Reflexionen den Gemälden von Veronese, Tintoretto, Delacroix, Courbet und David gegenüber.
Gesprochen von der Schauspielerin Julie Koltaï kreieren die von Gasquet und Straub/Huillet übermittelten Cézanne-Worte durch ihre starke Emotionalität eine große physische Präsenz des Malers angesichts der - von William Lubtchansky exzellent fotografierten - Werke des Louvre.
Die beiden Filmregisseure Jean-Marie Straub (1933-2022) und Danièle Huillet (1936-2006) haben in rund 40 Jahren ein einzigartiges OEuvre geschaffen. Zu den mehr als zwei Dutzend Filmen ihres künstlerischen Gesamtwerks gehören "Chronik der Anna Magdalena Bach" (1967), "Antigone" (1991) und "Klassenverhältnisse" (1983).
Der Film wurde 2004 auf der Duisburger Filmwoche gezeigt.