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Dokumentation

Weiße Pferde, blaue Reben - In der Heimat der Lipizzaner und des Schilchers

In der Weststeiermark werden die weltberühmten Lipizzaner gezüchtet und ein einzigartiger Wein aus der blauen Wildbacherrebe kultiviert, der Schilcher. Doch lässt sich hier auch Unbekanntes entdecken.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 20.12.2019

Weitläufige Almen, unberührte Flusslandschaften, liebliche Weinhänge und Winzerhäuser - das ist die Weststeiermark. Der Ruß des Kohlebergbaus ist Geschichte. Heute sind es die weißen Lipizzaner und die blaue Wildbacherrebe, die das Land bunt und ungestüm lebensfroh machen.

Lippizaner
Auf den weitläufigen Almen haben die Lipizzaner-Herden genau Auslauf!
Quelle: ORF/RAN Film/Richard Mayr

Über die Jahrhunderte war die Weststeiermark geprägt vom Kohlebergbau. Mit seiner Hilfe konnten die Krisenjahre nach den beiden großen Weltkriegen bewältigt werden. Das Kohlerevier rund um Köflach ist weitgehend ausgeschöpft, 2006 wurde das Bergwerk stillgelegt, ebenso das Kohlekraftwerk im benachbarten Voitsberg, hier fand im Jahr 1990 der Untertagebau ein Ende. Im Tagbau wurde 2004 die letzte Braunkohle gefördert, heute erinnert ein Museum in Rosental an die stolze Geschichte der Knappen.

Der Tourismus ist heute der bedeutendste Wirtschaftszweig im Land, und seine wichtigsten Aushängeschilder sind die weißen Pferde im Gestüt Piber, die Lipizzaner. In Piber werden die weltberühmten Tiere für die "Spanische Hofreitschule" in Wien gezüchtet, aufgezogen und trainiert. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges im Jahr 1920 wurde die Zucht der Lipizzaner vom slowenischen Gestüt Lipizza über Laxenburg hierher verlegt.

Bei einer alljährlichen Muttertagsgala werden die Stuten mit ihrem Nachwuchs, dessen Fell noch vier bis zehn Jahre braun gefärbt ist, erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Im Sommer beziehen die Hengste vom Gestüt Piber ihr Sommerquartier auf der Stubalm in 1700 Metern Seehöhe, hier erlangen sie die notwendige Trittsicherheit, Ausdauer und Abhärtung. Im Alter von drei bis vier Jahren kommen die besten Hengste schließlich in die Spanische Hofreitschule nach Wien.

Burg Deutschlandsberg mit Weingarten
Weinberg vor Burg Deutschlandsberg
Quelle: ORF/RANfilm/Richard Mayr

Bei der täglichen Morgenarbeit werden die Tiere systematisch trainiert. Seit über 450 Jahren wird hier die klassische Reitkunst in der Renaissancetradition der "Hohen Schule" gepflegt. Die Reitkunst, die hier Tag für Tag trainiert wird, zählt zum immateriellen UNESCO Kulturerbe der Menschheit.

Und daneben steht der Schilcher, jener unverwechselbare Roséwein, der aus der Blauen Wildbachertraube gewonnen wird. Es war der steirische Prinz, Erzherzog Johann, der diese Reben in großem Stil anbauen ließ. Nur im Schilcherland von Ligist über Stainz bis nach Eibiswald findet die Rebsorte die besten Böden und das passende Klima.

schneebedeckte Weinberge in der Dämmerung
Schneebedeckte Weinberge in der Dämmerung
Quelle: ORF/RANfilm/Richard Mayr

Erzherzog Johann erwarb 1840 Schloss Stainz, zehn Jahre später wurde er zum ersten Bürgermeister der Marktgemeinde gewählt. Damit war - einmalig in Österreich - ein Mitglied des Kaiserhauses Bürgermeister eines Marktes.

Der Erzherzog ermutigte die Landwirte rund um Stainz, die Blaue Wildbachertraube in großem Stile anzubauen, und machte damit den Schilcherwein in der Weststeiermark wieder salonfähig. Denn das war nicht immer so: Als Papst Pius VI. 1782 auf der Anreise zum kaiserlichen Hof in Wien Station in Maria Lankowitz machte, bekam er zum Abendessen Schilcher serviert. In seinem Tagebuch vermerkte er: "Sie haben uns einen rosaroten Essig vorgesetzt, den sie Schilcher nannten."

Weingärten im Schilcherland
Schilcher-Wein mit seiner einzigartigen Farbe und dem außergewöhnlichen Aroma
Quelle: ORF/RANfilm/Richard Mayr

Der Nimbus von Minderwertigkeit, der dem Schilcher anhaftete, ist längst Vergangenheit. Heute wird er als edler Tropfen geschätzt. Damit der Wein seine charakteristische Farbe erhält, müssen die Trauben innerhalb von acht Stunden nach der Lese gepresst werden.

Der Film zeigt den Arbeitsalltag im Gestüt Piber im Laufe eines Jahres. Von der Aufzucht der Fohlen über den Almsommer der Jungtiere, wo sie Trittsicherheit und Ausdauer erlangen, bis hin zum majestätischen Einsatz der Pferde in der "Spanischen Hofreitschule" in Wien. Zudem erzählt er von den Winzern des Landes, die alljährlich Schilcher produzieren und dabei neue, ungeahnt kreative Wege gehen.

Wir lernen darüber hinaus eine unglaublich reichhaltige Landschaft kennen und gewinnen spannende Einblicke in die Frühgeschichte eines Landes, das heute kulturell gleichwohl fortschrittlich wie traditionsbewusst ist.

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