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Ein Frachtschiff in der Lagune von Baseleghe

Dokumentation

Von Triest nach Mailand - Italiens faszinierende Wasserwelten

Die Dokumentation von Hermann Peseckas und Stefan Sternad ist eine filmische Reise durch Italiens faszinierende Wasserwelten.

Produktionsland und -jahr:
Datum:

Die Reise führt vom Reschenpass in Südtirol, entlang der Etsch nach Verona in die faszinierenden Wasserwelten Oberitaliens zwischen Lago Maggiore über Mailand zur Poebene nach Venedig und Triest.

Blick auf den Marmorsteinbruch Candoglia
Marmorsteinbruch Candoglia
Quelle: ORF

Italiens Wasserwege sind abwechslungsreich, voller geschützter Tier- und Pflanzenarten und - Überraschungen. Der Film begibt sich auch auf eine historische Zeitreise vom Reschenpass durch Südtirol entlang der Etsch zum früheren Bozener Hafen Branzoll Richtung Verona.

Einer der interessantesten Wasserwege Italiens führt uns zum Lago Maggiore, wo der Fluss Tecino entspringt. Über diesen Strom und den Navilio Grande wurde einst der Marmor für den Dom von Mailand per Schiff direkt bis zur Dombaustelle transportiert. Er kommt aus dem Steinbruch von Candoglia nordwestlich des Lago Maggiore und wird heute immer noch benötigt, denn: "Unser Dom wird für immer eine Baustelle bleiben. Lustigerweise haben Bauingenieure das schon im 18. und 19. Jahrhundert genauso vorausgesagt", sagt Francesco Canali, Leiter der Domwerkstatt Mailand. Erika Astenasi, eine aus Österreich stammende Fotografin in Mailand, hätte die alten Wasserwege gerne zurück: "Das erinnert mich halt an Städte wie Amsterdam und Venedig, wo doch auch Wasser und Kanäle sind. Ich finde, das wär wirklich wieder schön, wenn das in Mailand auch noch so wäre."

Blick auf die Lagune von Grado
Isola Aphora – Lagune von Grado
Quelle: ORF

Vor der Erfindung der Eisenbahn waren Wasserstraßen die günstigsten und wichtigsten Transportwege Europas. Erst ab den 1890er Jahren verschwanden die Kanäle auch in Mailand sukzessiv. Die Stadt wuchs zur Großstadt, und wo einst Kanäle flossen, staut sich heute der Straßenverkehr. Über den Fluss Mincio geht die Reise direkt in die Geschichte der österreichisch-ungarischen Monarchie. 1815, nach dem Wiener Kongress, gründeten die Habsburger das Königreich Lombardo-Venetien als Teil ihres riesigen Reiches. Damit wurde Venedig mitsamt seiner Marine österreichisch. Die Habsburger investierten riesige Summen in umfangreiche Kanalbauten und bauten so die Wasserwege Oberitaliens zu einem richtigen Verkehrsnetz aus.

das Delta der Etsch aus der Vogelperspektive
Mündungsdelta des Etsch
Quelle: ORF

Ein Abstecher führt uns nach Triest: Hier wurde 1833 die weltweit operierende Schifffahrtslinie "Lloyd Austriaco" gegründet. Triest wurde zum Haupthafen der k.u.k. Monarchie, als der Hafen von Venedig Mitte des 19. Jahrhunderts zunehmend an Bedeutung verlor.

Vom Gardasee aus reisen wir über den Mincio weiter zum Po, der gemächlich und breit seinen Weg nimmt. Der fließt auch an Ferrara entlang, einer entlegenen Renaissance-Stadt. Schiffsverkehr gibt es hier trotz der großen und gut gewarteten Schleusenanlagen seit langem nicht mehr. Südlich von Chioggia fließen innerhalb weniger Kilometer Küstenlinie die Flüsse Etsch, Brenta und Po in die Adria. Dieses Flussdelta ist heute ein riesiges Naturschutzgebiet. Und einer der schönsten Wasserwege Oberitaliens überhaupt ist die Litoranea Veneta. Sie führt von Grado direkt nach Venedig.

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