Die Webseite verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Sie können der Verwendung von Cookies widersprechen. Nähere Informationen finden Sie hier.

Dokumentation

Wilde Appalachen - Die Berge der Cherokee

Die Appalachen sind nicht nur das auffälligste Naturmonument im Osten der USA. Noch verblüffender ist die Vielfalt von Klimazonen, Arten und Lebensräumen, für die das Gebirge eine Klammer bildet.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 23.10.2020

In den Mischwäldern der Appalachen findet sich die größte Artenvielfalt in ganz Nordamerika. Und viele dieser Gegenden sind noch fast unberührt und kaum bekannt.

Die Wälder, die die Bergkämme und Täler der Appalachen bedecken, gehören zu den artenreichsten der Welt. Die Appalachen sind eine uralte Gebirgskette, die sich entlang der nordamerikanischen Ostküste erstreckt. Alfred Vendls und Steve Nicholls aufwändige "Universum"-Produktion präsentiert den südlichen Teil des Gebirges, das vor 250 Millionen Jahren geformt wurde, als Afrika mit Nordamerika kollidierte - zu einer Zeit als alle Kontinente einen einzigen Superkontinent namens Pangäa bildeten. Dieses uralte Gebirge ist im Laufe der Zeit verwittert und bildete Bergkämme und Täler, die dicht bewaldet sind - eine undurchdringliche Wildnis für die ersten Entdecker wie den berühmten Trapper Daniel Boone, dem James Fenimore Cooper als "Lederstrumpf" ein literarisches Denkmal setzte.

Die "wirklichen Menschen"

Eddie Bushyhead
Eddie Bushyhead
Quelle: ORF/AV Dokumenta

Doch das Jägerparadies des Daniel Boone war kein menschenleeres Land. Die Appalachen waren bereits von einem Volk besiedelt, das eine völlig andere Beziehung zu dieser Waldwildnis hatte. Sie nannten sich selbst "Ani’yun’wiya“, die "wirklichen Menschen". Doch die Außenwelt kannte sie bald unter dem Namen "Cherokee“. Die Ani’yun’wiya waren von diesen Bergen und Wäldern, ihren Tieren und Pflanzen abhängig - nicht nur in praktischer Hinsicht, sondern auch spirituell.

"Wir Cherokee können unsere Heimat auf Erden nicht von unserem Leben in dieser Heimat trennen, auch nicht von unserer Vorstellung und Bedeutung als Volk." Eddie Bushyhead, Angehöriger der Cherokee

Und weiter: "Von Geburt an wird uns gelehrt, dass die Bäume, ja selbst die Pflanzen und Tiere, mit denen wir unsere Heimat teilen, unsere Brüder und Schwestern sind. Wenn wir also von Land sprechen, meinen wir nicht Besitz oder Territorium, auch nicht das Stückchen Boden, auf dem unsere Häuser stehen oder unser Getreide heranreift. Wir verstehen darunter etwas wahrhaft Heiliges."

Die Cherokee haben eine uralte Verbindung mit den Appalachen. Nach ihrem Schöpfungsmythos kamen sie vor langer Zeit aus einer Welt im Himmel in diese Berge.

"Pfad der Tränen"

Heute sind die Appalachen ein einzigartiger Ort, der Heimat für außergewöhnliche Flora und Fauna, aber auch für einen besonderen Menschenschlag geworden ist. Ursprünglich beherbergte dieses Gebiet zwischen Georgia und Kentucky das Kernland der Cherokee, die einer der größten Indianerstämme Nordamerikas waren. Der Film betrachtet dieses Stück Natur vor allem auch aus der Sicht dieser Ureinwohner.

Nicholls und Vendl behandeln auch die Kriege um die natürlichen Ressourcen, die die Cherokee mit den ersten europäischen und später mit den amerikanischen Siedlern in Konflikt brachten. Diese Konflikte endeten im "Pfad der Tränen", als die Cherokee mit militärischer Gewalt gezwungen wurden, ihre Heimatwälder zu verlassen. Sie wurden nach Oklahoma geführt - im bitterkalten Winter von 1838. Ein Viertel der Cherokee starb dabei. Einige jedoch entkamen und versteckten sich im Schutz der Wälder. Diese Indianer wurden die Begründer des Stamms der heutigen Ost-Cherokee, mit dem die Produktion zusammenarbeitete, um den vorliegenden Film möglichst authentisch herstellen zu können.

Artenvielfalt bei Flora und Fauna

Dreiblatt, Waldlilie
Dreiblatt, Waldlilie
Quelle: ORF/AV Dokumenta

Spätere Einwanderer aus Schottland, Irland und Deutschland brachten ihre Kulturen in das Gebiet ein - eine spezielle Mischung bis heute. Aber das Bemerkenswerteste an den Appalachen ist die Artenfülle in den Wäldern.

Es gibt im Smoky Mountains Nationalpark in North Carolina und Tennessee mehr verschiedene Baumarten als in ganz Europa. Jeden Frühling sind die Waldböden von einer unglaublichen Fülle an Blumenarten bedeckt.

Nördlicher Rotsalamander
Nördlicher Rotsalamander
Quelle: ORF/AV Dokumenta

Wenn die ersten Frühlingsregen die Böden durchtränken, zeigen sich alle möglichen Arten von Salamandern. Hier leben zehn Prozent aller weltweit existierenden Arten - sie machen die Appalachen zum Hauptvertretungsgebiet der Salamander.Eine der größten Salamanderarten lebt ebenfalls hier - nicht in den Wäldern, sondern in den reißenden Flüssen, die sich in Kaskaden durch die Täler schlängeln. Der Schlammteufel ist ein wahres Monster, das bis zu einem halben Meter groß wird - in Japan und China gibt es allerdings noch größere Verwandte. Salamander sind eben eine uralte Tierart, und diese eigenartige Artenverteilung erinnert an jene Zeit vor 250 Millionen Jahren, als nur der Superkontinent Pangäa existierte.

 Herbststimmung
Indian Summer in den Appalachen
Quelle: ORF/AV Dokumenta

Doch in den Appalachen gibt es auch eine Menge Großtiere: Schwarzbären bevölkern in großer Zahl die Wälder. Der Film verfolgt eine Bärenfamilie - von jenem Moment, wenn die Bärenbabys ihre ersten Gehversuche machen bis zum Zeitpunkt, wenn sie erwachsen auf eigenen Beinen ihr Leben meistern. Alles in diesen Wäldern ist für die kleinen Bären aufregend. Der Film fängt berührende Momente ihres Spiels ein - bis in die Kronen der Bäume.

Aber die Hauptattraktion ist die außergewöhnliche Landschaft der Appalachen - mit den berühmten Wäldern in ihren jahreszeitlich verschiedenen Erscheinungsformen. Im Frühjahr sprießen die Pflanzen in zartem Grün, im Herbst erfüllt eine bunte Palette an glühenden Farben die Wälder. Manchmal verhüllen dichte Nebel die Landschaft, aus der sich die geisterhaften Silhouetten von Hirschen oder wilden Truthähnen lösen. Dann wieder scheinen sich die Bergkämme unendlich ins Blau des Himmels zu erstrecken - wie Wellen in einem Meer von Bäumen.


Der Film wird von einer von Steven Faux speziell komponierten Bluegrass- und Cherokee-Musik unterstützt, die großteils im Stammesgebiet aufgenommen wurde. Sie enthält Teile, die von Eddie Bushyhead auf der Cherokee-Rohrflöte gespielt wird. Dieses Instrument hat der Cherokee-Musiker "wiedererfunden", nachdem es nach dem "Pfad der Tränen" in Vergessenheit geraten war. Heute ist Eddie Bushyhead einer von zwei Personen, die dieses außergewöhnliche Instrument spielen.

Meine Merkliste

Alle Inhalte auf Ihrer Merkliste sind noch mindestens 3 Tage verfügbar.

Sie haben derzeit keine Videos in Ihrer Merkliste

Sie können ein Video der Merkliste hinzufügen, indem Sie das "+" am Teaser oder Beitrag anwählen.

Live

Statische Headline

1h 7min