Dokumentation
Kristallene Zeugen der Eiszeit - Die Seen im Trentino
Mit seinen 300 Seen, welche eine Gesamtfläche von 35 km² bedecken, wird das Trentino auch als "kleines Finnland" bezeichnet.
- Produktionsland und -jahr:
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- Datum:
- Sendetermin
- 17.11.2026
- 13:15 - 13:40 Uhr
Die vielen Seen im Trentino verteilen sich auf alle Höhenlagen. Vom Tal über die Hochebenen, Wälder und Almen, bis hinauf in die Gletscherregionen reichen die smaragdgrünen bis azurblauen Gewässer eiszeitlichen Ursprungs.
Quelle: Max Ruggera
Sicher ist der Gardasee der bekannteste, aber jeder der Seen kann eine eigene Geschichte erzählen. Der Molvenosee gilt als der fischreichste. Er wurde von einschlägigen Reisemagazinen drei Jahre in Folge zum schönsten See der Alpensüdseite gekürt.
Zudem ist er besonders tief aber dennoch als warmer Badesee sehr beliebt. Der vom Brenta- und Adamellogebirge umfriedete Molvenosee grenzt an der Südseite an ein unbekanntes Kleinod.
Quelle: Max Ruggera
Der Lago di Nembia war ursprünglich ausgetrocknet und gilt seit seiner Renaturierung als besonders sehenswert. Ursprünglich waren die beiden Seen ein einziges Gewässer. Ein enormer Felssturz hatte die Seen entzweit.
Der Lago di Lases im Cembratal erzählt eine aufregende Geschichte. Der, je nach Lichteinfall, mal grün, mal rostbraun erscheinende See, ist für Badefreudige der Geheimtipp schlechthin. Nur einige Einheimische kennen den angenehmen Badesee. Obwohl in den Sommermonaten sogar ein Bademeister seinen Dienst versieht, ist der Lasessee nahezu unberührt. Er liegt im größten Porphyr-Abbau-Gebiet Italiens und befindet sich in Privatbesitz. Der Eigentümer kämpft seit über 30 Jahren um die Ausweisung eines Biotops, das den See miteinbezieht. Er gerät dabei zwischen zwei Fronten, die teilweise auch mit der kalabrischen Mafia zusammenhängen. Immerhin konnte der Seebesitzer den kleinen, höhergelegenen Lago Santo, gemeinsam mit dem örtlichen Bürgermeister, vor der unwiederbringlichen touristischen Erschließung retten.
Weit ab von diesem Spannungsfeld liegt auf 2500 Metern der Lago di Cima d'Asta, einer der tiefsten Gletscherseen überhaupt. In ihm spiegelt sich die gleichnamige Asta-Spitze wider. Ein Bergmassiv aus Granit inmitten des porphyrnen Lagorai-Gebirges. Ein atemberaubendes Panorama bietet sich dem Besucher, der am Seeufer entlangwandert. Und immer wieder spiegelt sich die Cima D'Asta im azurblauen Gebirgswasser. In der ehemaligen k&k-Kurstadt Levico befindet sich der zweitgrößte See im Suganertal. Dort versenkt ein gefinkelter Weinproduzent alle zwei Jahre einige tausend Flaschen Sekt im Levicosee (Bild oben) auf 20 Metern Tiefe. Die stabile Temperatur verleiht dem Schaumwein eine besonders filigrane Perlage. Am See lebt auch ein steirischer Bildhauer, der vergängliche Kunstwerke an und in das türkisfarbene Wasser stellt.
Ein Film von Hartwig Mumelter.