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Dokumentation

Glockner - Der schwarze Berg

Der mächtigste Gipfel der Ostalpen und Österreichs höchster Berg ist der 3.798 Meter hohe Großglockner. Gämsen und Steinböcke klettern im Fels, Alpenblumen leuchten, und ein Adler gleitet über die Gipfel.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 14.11.2019

Mit aufwändiger Technik und spektakulären Kamerafahrten entstand damals anlässlich des 200. Jahrestags der Glockner-Erstbesteigung im Jahr 1800 Georg Rihas Porträt des Großglockners. Es ist der eindrucksvolle Versuch, "seine Seele" einzufangen.

Mehr als zehn neu entwickelte Timelapse-Kameras wurden für fast zwei Jahre im gesamten Glocknermassiv platziert, wo sie Tag und Nacht, Jahreszeit für Jahreszeit stufenlos aufzeichneten. Diese Zeitrafferkameras lassen die Sonne behände über den Himmel schweifen und Sekunden später die Sterne aufglühen. Sie machen sichtbar, wie ein Wasserfall zufriert und wieder auftaut, fassen die Ereignisse eines ganzen Jahres in Minuten zusammen.

Blick von oben auf die Großglockner-Hochalpenstrasse
Die Großglockner-Hochalpenstrasse
Quelle: ORF/Georg Riha

Die Kamera folgt dem schwarzen Kar bis zum Gipfel. Dann hebt ihr Blick ab und verliert sich in der Weite der Hohen Tauern, im strahlenden Licht des frühen Morgens. Die Kamera folgt dem Nebel in den Winter. Sie schwebt mit dem Adler, verharrt im Kegel der Lawine, quält sich die Serpentinen der Hochalpenstraße zum Hochtor hinauf. Sie folgt der Heerschar von Bergsteigern, die über die Pasterze krabbeln, dem Gipfel entgegen. Die Kamera friert, sie keucht, und sie hat Geduld. Sie freut sich über die knospenden Blumen, den schmelzenden Schnee, sie spielt mit den Steinböcken und Murmeltieren. Doch sie verliert nie ihre eigentliche Aufgabe aus den Augen: dass sie nach der Seele des Großglockners sucht. Der Film präsentiert den höchsten Berg Österreichs in bisher nie gesehenen Bildern.

Die Dokumentation ist das Resultat aufwendigster Technik

Die Bilder sind ruhig, mächtig und poetisch. Sie fügen sich zu einer dramatischen Erzählung über ein österreichisches Symbol, begründen ein Standardwerk des modernen Naturfilms, ein Lehrstück über eine der schönsten Regionen unseres Landes. Georg Riha zeigt die pittoreske Wildheit des Glocknermassivs, seine majestätische Unberührtheit, aber auch seine Eroberung durch Tourismus und Technik. Er verfolgt mit größter Aufmerksamkeit die unbeirrte Arbeit der Jahreszeiten und erweist den kühnen Launen der Natur seinen Respekt.

Die Dokumentation entstand in nicht weniger als zweijähriger Arbeitszeit und ist das Resultat aufwendigster Technik. Wie bereits bei seiner viel beachteten "Universum"-Dokumentation "St. Stephan - Der lebende Dom" suchte Riha pionierhaft nach bisher ungenützten technischen Möglichkeiten, um seine Visionen sichtbar zu machen.

Außergewöhnliche Kameras liefern bis dahin nicht produzierbare Bilder

Abenteuerliche Beobachtungen entlang beängstigender Felsabbrüche geben neue Aufschlüsse über das Wesen der Gletscher und der Wasserfälle. Georg Rihas CAMCAT®, die von ihm entwickelte Seilbahnkamera, ermöglicht bis zu einem Kilometer lange Kamerafahrten. Sie lieferte Bilder markanter Stellen des Glocknermassivs, wie sie bisher noch nicht angefertigt werden konnten.

Für die Flugaufnahmen kam eine WESCAM® zum Einsatz, die völlig unverwackelte Bilder produziert. So konnte die Kamera Steinböcke am Rande des Abgrunds begleiten und mit den Steinadlern über Regionen schweben, die noch kein Mensch betreten hat.

Fix montierte CrashCams wurden zu aufmerksamen Zeugen abgehender Lawinen und erlauben berückende Einsichten ins Kräftespiel der Natur. Unterwasseraufnahmen beleuchten die verborgene Welt einer der höchsten Alpenseen im Glocknermassiv, einen Lebensraum, der nur wenige Monate im Jahr von der Sonne erhellt wird. Der enorme technische Aufwand, der die Schwerelosigkeit der Bilder erst möglich machte, ist eine Geschichte für sich.

Spezialproduktion verfolgt eine Reihe ehrgeiziger Zielen

So unterstützt die Dokumentation die eminent wichtige Idee des Nationalparks Hohe Tauern, indem sie die Bekanntheit des bedeutendsten Gebirgsmassivs Österreichs steigert und ihre besondere Schutzwürdigkeit herausarbeitet.

So unterstützt die Dokumentation die eminent wichtige Idee des Nationalparks Hohe Tauern, indem sie die Bekanntheit des bedeutendsten Gebirgsmassivs Österreichs steigert und ihre besondere Schutzwürdigkeit herausarbeitet.

Diesem Ziel diente das Engagement des Landes Salzburg, das darüber hinaus die Erstbesteigung des Glockners im Rahmen einer Sonderschau bei der Großausstellung zur Geschichte des Bergsteigens im 20. Jahrhundert würdigte.

Das ehemalig Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur förderte das Filmprojekt durch ein Bildungsabkommen: die gekürzte Version der "Universum"-Dokumentation "Glockner - Der schwarze Berg" wird im Schulunterricht und für Bildungszwecke verwendet. Das Land Tirol hat mit Mitteln der Tiroler Filmförderung - Cine Tirol - zum ersten Mal einen Dokumentarfilm unterstützt und damit einen Beitrag zur spektakulären Darstellung des Nationalparks Hohe Tauern geleistet. Cine Tirol wollte Anreize schaffen, Tirol zu einem attraktiven europäischen Film- und Fernsehproduktionsstandort auszubauen. Die medienwirtschaftlichen Infrastrukturen sollen weiterentwickelt, neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Großglockner-Hochalpenstraße

Das Land Kärnten - das sich den höchsten Berg Österreichs mit Tirol teilt - fühlt sich der Alpingeschichte des Glockners besonders verbunden. Von Kärnten aus wurden die ersten Besteigungsversuche des Glockners organisiert. Der 1860 gegründete Bergführerverein Heiligenblut war der erste seiner Art in den Ostalpen. Außerdem wurde auch auf der Kärntner Seite des Glockners eine der beeindruckendsten Architekturleistungen ihrer Zeit vollbracht: der Bau der Glockner Hochalpenstraße, die im Jahr 1935 eröffnet wurde. Diese einzigartige Gebirgsstraße steht nach wie vor an erster Stelle der touristischen Attraktionen Österreichs. Rund 1,5 Millionen Besucher pro Jahr genießen die Fahrt von 757 Meter Seehöhe in Bruck auf stolze 2.503 Meter am Hochtor. Die Großglockner Hochalpenstraßen AG hat sich bei diesem Projekt beteiligt.

Dieser Film geht unter die Haut

Die Dokumentation schwenkt auch auf die bisher unbekanntere Seite des Glockners und ruft den Ausgangsort besonders lohnender Glocknerwanderungen ins Bewusstsein: den bezaubernden Ort Kals, dessen unverfälschtem Brauchtum eine besonders eindrucksvolle Sequenz des Films gewidmet ist.

Als überaus wertvoller Partner erwies sich auch das Österreichische Bundesheer. Nur dessen qualifiziertes Alpinpersonal, seine Pioniere und Flugretter waren in der Lage, die alpinistischen und pioniertechnischen Aufgaben der "Universum"-Spezialproduktion zu bewältigen. Gefragt waren High-Tech und Muskelkraft. Heereshubschrauber aus den Fliegerregimentern zwei und drei ermöglichten Transporte unter extrem schwierigen Bedingungen. Andere aufwendige Bilder konnten durch den Einsatz einer Tragtierstaffel mit Haflingern vom Jägerbataillon 24 aus Lienz gebracht werden. Der Aufwand hat sich mehr als gelohnt. Georg Rihas Dokumentation ist spektakulär und besinnlich geworden. Sie erkundet weit mehr als die Oberfläche des Glockners: Dieser Film geht unter die Haut.

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