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Herbst an der Alten March

Dokumentation

Fluss ohne Grenzen - Auenwildnis an der March

Die March ist mit ihren Auwäldern, Altgewässern und Feuchtwiesen die schönste und artenreichste Flusslandschaft Mitteleuropas.

Produktionsland und -jahr:
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Bedingt durch die spezielle geographische Lage hat sich an der March eine einzigartige Auenwildnis entwickelt und bis heute erhalten: Hier brüten die letzten Seeadler Österreichs und das einzige Kaiseradlerpaar, hier jagen Wildkatzen und Steppeniltisse und errichten Kormorane, Nachtreiher und Lachmöwen große Brutkolonien. Im Fluss leben Welse mit bis zu zwei Meter Länge, und auf den überschwemmten Wiesen laichen Wildkarpfen und Hechte in großer Zahl. Die Marchauen verbinden aber auch - wie ein Grünes Band - die Alpen mit den Karpaten. Regelmäßig wandern entlang dieses Korridors Elche, Bären, Rothirsche, Wildschweine oder Luchse.

Die Marchauen an der Grenze zwischen Österreich und der Slowakei waren für Jahrzehnte eine vergessene Landschaft, ein Niemandsland am Eisernen Vorhang. Die Natur profitierte von dieser speziellen Situation. Heute hat sich die ehemalige Todeszone zu einem grünen Band verwandelt, das sich quer durch Europa zieht. Und nirgends ist dieser grüne Korridor so lebendig wie an der March. Franz Hafners Dokumentation "Fluss ohne Grenzen - Auenwildnis an der March" zeigt diese einmalige Landschaft in ihrer Vielfalt und Schönheit.

Einzigartige Artenvielfalt

Biber
Biber finden einen idealen Lebensraum in den Auen
Quelle: ORF/Interspot

In der einzigartigen Auenwildnis entlang der March brüten Seeadler und Kaiseradler, jagen Fischotter und Steppeniltis, errichten Kormorane, Nachtreiher und Lachmöwen große Brutkolonien. Im Fluss leben Welse von bis zu zwei Metern Länge, und in den Tümpeln der Überschwemmungswiesen tummeln sich Tausende Urzeitkrebse. Das Leben an der March ist vom Wasser bestimmt: Mehrmals im Jahr kennt der Fluss keine Grenzen, überfluten Hochwasser die Auwälder und Feuchtwiesen. Doch in nächster Nähe der Feuchtgebiete finden sich auch extrem trockene Sandhügel mit einer einzigartigen Lebensgemeinschaft. Diese Besonderheit ist ein weiterer Grund für die Artenvielfalt des Marchlandes. Eine Studie der Weltnaturschutzorganisation IUCN hat ergeben, dass nirgendwo sonst entlang des 8.500 Kilometer langen "Grünen Bandes" am ehemaligen Eisernen Vorhang so hochwertige Naturgebiete liegen wie an der March.

Auen viele Monate überschwemmt

Zwei Jahre lang haben Regisseur Franz Hafner und sein Team die einzigartige Natur an der March dokumentiert, bei jedem Wetter und zu allen Jahreszeiten. Besonders beeindruckt hat Franz Hafner die Dramatik der regelmäßigen Überschwemmungen: "Die Marchauen stehen viele Monate unter Wasser. Die Wälder sind dann für Menschen schwer zugänglich und abweisend. Nur mit dem Boot kann man in diese Wasserwelt eindringen, und man riskiert ständig, im Gewirr der Baumstämme und Äste zu kentern."

Der Schlamm bringt neues Leben

Für die Natur haben die regelmäßigen Hochwasser viel dramatischere Auswirkungen: Sie zerstören immer wieder die Nester der Wasservögel, bedrohen das Leben von Jungtieren und bedecken die Pflanzen mit einer zentimeterdicken Schlammschicht. Soviel Zerstörung die Hochwasser auch mit sich bringen, so sind sie doch die Grundlage für die verblüffend artenreiche Lebensgemeinschaft an der March. Der regelmäßig wiederkehrende Schlamm düngt den Auwald und lässt die Vegetation üppig wuchern. Und die Wildtiere haben im Laufe der Jahrtausende mit der Flut leben gelernt. "Mehr als einmal war ich überzeugt", erzählt Hafner, "dass kein Wildschwein, kein Reh oder Rothirsch das Hochwasser überlebt haben konnte. Immer wieder wurde ich eines Besseren belehrt. Kaum hatte sich das große Wasser zurückgezogen, war die Au wieder voller Leben."

Wildwechselroute zwischen Alpen und Karpaten

Die Marchauen sind auch ein wertvoller Trittstein für die Wildtiere auf ihrem Weg von Ost nach West und umgekehrt, denn die Wälder an der March verbinden die Alpen mit den Karpaten. Regelmäßig wandern entlang dieses Korridors Rothirsche und Wildschweine, vereinzelt auch Elche und Luchse. Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs ist die March wieder ins Zentrum Mitteleuropas gerückt, wurde auch in politischer Hinsicht wieder zum Fluss ohne Grenzen. Das bringt nicht nur Chancen, sondern auch Gefahren: Autobahnen sind geplant, Feriensiedlungen und neue Schifffahrtswege. Noch aber ist die wilde Schönheit der March erhalten.

"Fluss ohne Grenzen" erzählt von Pflanzen und Wildtieren, die mit dem ständigen Hochwasser zu leben gelernt haben und zeigt die ganze Dramatik der Marchauen im Jahresverlauf. Hafner: "Dramatisch waren die Dreharbeiten wirklich. Wir haben einen der seltenen Eisstöße auf der March mit der Kamera einfangen können. Und auf diesen folgte eines der ganz großen Hochwasser an der March."

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