Dokumentation

Feuer und Eis - Die magischen Inseln der Wikinger

Der Nordatlantik zwischen Skandinavien und Kanada ist eine wilde, eine ursprüngliche Welt. Verstreut wie Trittsteine für Riesen liegen da schroffe vulkanische Inseln, im Winter sporadisch erhellt vom magischen Nordlicht.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 26.06.2022

Vor rund 1000 Jahren war das die Welt der Wikinger, der kundigsten Seefahrer ihrer Zeit. Ihren verwegenen Fahrten nach Westen bis in die Neue Welt folgend zeigt "Universum" die Inselwelt des Nordatlantiks. Die Naturfilmer Nigel Pope und Jacky Savery folgen in ihrer Dokumentation "Feuer und Eis – Die magischen Inseln der Wikinger" der Spur jener Tiere, die vor rund 1.000 Jahren den nordischen Seefahrern auf ihrer Entdeckungsreise in den unbekannten Westen begegnet sein müssen.

 

Gerfalke (Gyrfalcon) in der schneebedeckten Landschaft des Naturschutzgebiet Alladale in Schottland.
Gerfalke (Gyrfalcon) vor den schneebedeckten Bergen des Naturschutzgebiet Alladale in Schottland.
Quelle: ORF/Maramedia/Justin Purefoy.

Von den Seevögeln und kleineren Säugetieren bis zu den riesigen Walross-Kolonien auf Grönland und schließlich den Riesen der Meere, den Buckelwalen, denen die Wikinger schließlich bis an die Küsten Nordamerikas gefolgt sind. In eindrucksvollen Luftaufnahmen werden die cleveren Strategien sichtbar, die Schwertwal-Familien bei der Jagd auf Seehunde so erfolgreich machen.

Super-Zeitlupenbilder eines weißen Gerfalken machen nachvollziehbar, warum dieser größte aller Falken im Mittelalter an den Fürstenhöfen ein begehrter Jagdfalke wurde. Behutsam nachgestellte Szenen vermitteln eine Ahnung, wie sich die Wikinger auf den Etappen ihrer rund 200 Jahre dauernden Entdeckungsreise in die wilde Inselwelt des Nordatlantiks eingefügt haben könnten.

 

Reenactors Wikinger auf einem Schiff mit Seevögeln, Irland.
Ein nachgebautes Wikingerschiff - begleitet von Seevögeln wie Möwen und Sturmschwalben.
Quelle: ORF/Maramedia/Fiona Donaldson.

Eine Sturmschwalbe, die sich an Bord eines Schiffes niederließ, galt Seefahrern früher als böses Omen: Vorbote eines Sturms, vor dem sich sogar dieser seetaugliche kleine Luftakrobat in Sicherheit zu bringen versucht.
Reste steinerner Bauten aus der Eisenzeit stehen vereinzelt heute noch auf den Shetland-Inseln. In diese Mauern, die bereits 1.000 Jahre alt waren, als die Wikinger hier um 810 n. Chr. erstmals anlegten, ziehen sich Sturmschwalben zum Brüten zurück. Die nur spatzengroßen Seevögel kommen sicherheitshalber nur bei völliger Dunkelheit an Land, um den Partner beim Nest abzulösen. Fast gespenstisch hallen ihre nächtlichen Rufe im alten Gemäuer wider. Für Fischotter ist die verschlungene Küstenlandschaft der Shetland-Inseln ein Paradies: Bis zu drei Junge kann ein Weibchen hier auf einmal großziehen. Wie die Otter auf die Inseln gekommen sind, ist noch nicht restlos geklärt. Es könnte durchaus sein, dass sie von den Wikingern als Pelzlieferanten mitgebracht wurden. Fest steht, dass der Otter in der Nordischen Mythologie als einer der Söhne des Zauberers Hreidmar eine wichtige Rolle spielt.

 

Basstölpel, Bass Rock - Schottland.
Basstölpel, Bass Rock - Schottland.
Quelle: ORF/Maramedia/Fiona Donaldson.

Mitte des 9. Jahrhunderts hatten die Wikinger die Färöer-Inseln erreicht. In den zerklüfteten Felsen der vulkanischen Inseln liegen auch heute noch riesige Brutkolonien von Seevögeln wie dem Papageientaucher oder dem Basstölpel, damals müssen die Bestände zig Millionen gezählt haben.

Tölpel gehören – ihrem Namen zum Trotz – zu den wendigsten und geschicktesten Stoßtauchern überhaupt. Haben sie einen Fischschwarm entdeckt, nutzen sie im Sturzflug Fallhöhe und Gravitation, um wie ein Geschoß tief in den Schwarm einzutauchen. Unter Wasser beobachtet, zeigen sie eine Wendigkeit und Schnelligkeit, die ihrem Können in luftiger Höhe um nichts nachsteht.

 

Ein einsames Rentier, das vor dem Rest der Herde wandert (Norwegen).
In Norwegen, der Heimat der Wikinger, dienten Rentiere als Nahrungsquelle und ihr Fell als Kälteschutz.
Quelle: ORF/Maramedia/Fergus Gill.

Lange vor den Wikingern haben die Polarfüchse Island erreicht, als die Inseln in den Eiszeiten des Pleistozäns von der Polregion aus „zu Fuß“ erreichbar waren. Polarfüchse haben oft mehr als ein Dutzend Welpen, denn der Wurf fällt in die Zeit, wenn in den Brutkolonien der Seevögel die Küken schlüpfen. Dichte Unterwolle in ihrem Fell lässt die Polarfüchse auch Temperaturen von minus 70 Grad Celsius gut verkraften.

Noch besser isolieren nur die Daunen der Eiderente – auch das wussten die Wikinger. In einem unbeobachteten Moment im Entennest durch Heu ersetzt, wurden die Eiderdaunen als wertvolles Tauschgut geschätzt oder auch für die eigene Bettstatt verwendet. Die Eiderdaunen haben eigentlich nur einen Nachteil: Weil sie den Entenkörper so dicht mit warmen Luftpolstern umschließen, sind die ersten Tauchversuche der Küken Schwerstarbeit – sie müssen gegen den Auftrieb ankämpfen.

Eine Dokumentation von Nigel Pope und Jacky Savery.
ORF-Bearbeitung: Jutta Karger

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