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Schilfdschungel

Dokumentation

Expedition ins Schilf - Nationalpark Neusiedlersee

Der Neusiedler See ist der größte See Österreichs. Er bildet - nach dem Donaudelta - den zweitgrößten Schilfbestand Europas.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Sendetermin
26.10.2019
15:50 - 16:35 Uhr

Rund um den Steppensee ist es trocken, brütend heiß und allzeitwindig. Fast sieht es hier aus wie in Afrika; und das nicht einmal eine Autostunde von der Millionenstadt Wien entfernt. Das Schilf wird hier zum Dschungel, bevölkert von einer riesigen Vogelkolonie.

Schilfdschungel in der Kernzone des Nationalparks
Schilfdschungel in der Kernzone des Nationalparks
Quelle: ORF/Cosmos Factory

Und der Dschungel hat seine Geheimnisse - etwa den Rohrhirsch. Franz Werfel beschrieb den Neusiedler See einst als "Österreichs seltsamen Gast". Und tatsächlich: Wagt sich der Mensch in dieses verwirrende Schilfrohr-Labyrinth, verliert er ohne Hilfsmittel innerhalb von Minuten die Orientierung. Im tiefen Schlamm ist jeder einzelne Schritt mühevoll, dazu kommen Hitze, Stechmücken und der Wind, der einem um die Ohren schlägt.

"Expedition ins Schilf - Nationalpark Neusiedler See" macht den Blick frei auf die exotische Seite des Sees und lüftet einige der Geheimnisse des Steppensees im Burgenland. So ist es Regisseur Manfred Christ gelungen, die sagenumwobenen Rohrhirsche mit der Kamera einzufangen. Rohrhirsche sind Rothirsche, die sich dem Leben im Schilf angepasst haben. Einst waren sie rund um den See verbreitet, vor 20 Jahren galten sie als Rarität, mittlerweile gehören sie wieder zum Landschaftsbild. Auch all jene Vögel, die besonders stark an das Schilfrohr gebunden sind, werden entsprechend bezeichnet - u. a. Rohrsänger, Rohrschwirl, Rohrammer und Rohrweihe.

liebevolle Paarung der Stelzenläufer
Die liebevolle Paarung der Stelzenläufer
Quelle: ORF/Cosmos Factory

Nicht weniger als 340 Vogelarten sind im Nationalpark nachgewiesen. Um einen Überblick über die im Schilf brütende große Vogelkolonie zu bekommen, haben sich Kamerateams mit hohen Leitern durch das Dickicht gekämpft und die Kernzone des Nationalparks vom Flugzeug aus und mit Drohnen erkundet, um einen Eindruck vom großen Ganzen einfangen zu können. Am Rande des Schilfs warten die westlichen Ausläufer der asiatischen Steppe mit kleinen, salzigen Seen auf - den sogenannten Lacken. Sie sind ein Anziehungspunkt für Vögel, die sonst nur an Meeresküsten zu beobachten sind. Statt Krähen, Tauben und Kohlmeisen stößt man hier auf Säbelschnäbler oder Stelzenläufer - und man bekommt faszinierende Verhaltensweisen wie die Paarung der Stelzenläufer zu sehen.

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