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Mt.Blanc, Europäische Alpen

Dokumentation

Die vier Alpen

Die Alpen Europas sind das berühmteste Gebirge der Welt. Sie sind der Geburtsort des Alpinismus, doch sie sind nicht die einzigen "Alpen".

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Neben den herkömmlichen "Alpen" gibt es drei weitere Gebirgsmassive, die diesen Namen von den ersten europäischen Besuchern bekommen haben - auf der japanischen Insel Honshu, in Neuseeland und Australien. Die Dokumentation erzählt die Geschichte dieser vier Gebirgszüge und ihrer Tierwelt, die unterschiedlicher nicht sein könnte.

Mt. Cook, höchster Berg Neuseelands
Mt. Cook, höchster Berg Neuseelands
Quelle: ORF/ScienceVision/ScienceVision/NHNZ.

Angesichts der Gipfel und Karseen in den Japanischen Alpen auf der Hauptinsel Honshu kann man leicht vergessen, dass man sich im Land der aufgehenden Sonne befindet. Selbst die Tiere wie etwa der Japanische Braunbär sehen ihren europäischen Verwandten zum Verwechseln ähnlich. Mit einer großen Ausnahme: Die Rotgesichtsmakaken der Japanischen Alpen sind die einzige Primatenart der Welt, die sich in der von Eis und Schnee geprägten Gebirgswelt zurechtfinden. Die europäischen und japanischen Alpen mögen daher fast identische Welten sein, die australischen und neuseeländischen allerdings könnten nicht unterschiedlicher sein. Die ökologischen Nischen, die in Europas und Japans Alpen Säugetiere besetzen, bevölkern in Australiens Alpen seltsame Beuteltiere und Insekten, und in den neuseeländischen Alpen sogar kuriose flugunfähige Vögel. Während die Südalpen Neuseelands ebenso zerklüftet und bizarr sind wie ihr europäischer Namensvetter, mit denen sie etwa dasselbe Alter teilen, so sind Australiens Alpen nur mehr ein Schatten ihrer einstigen Größe. Sie sind erdgeschichtlich viel älter und daher zu einer welligen Hügellandschaft erodiert.

Papageien in den Alpen

Kea oder Bergpapagei (Nestor notabilis), Neuseeland
Kea oder Bergpapagei (Nestor notabilis), Neuseeland
Quelle: ORF/ScienceVision/ScienceVision/NHNZ

Die Alpen: Mächtig recken sich die schroffen Felswände in den blauen Himmel. In steilen Rinnen suchen Gämsen nach saftigen Gräsern, in klaren Bächen tauchen Schnabeltiere nach Futter, Papageien klettern mühsam über Schneewechten, und im dichten Schneetreiben versucht sich eine Horde von Affen warm zu halten. Das gibt es nicht - alles nur Phantasien aus einem Fiebertraum? Im Gegenteil! Die Alpen prägen nicht nur das Gesicht Europas, das Wort selbst, Alpen, ist längst zum Synonym für gewaltige Gebirgsmassive geworden und hat Eingang in das Vokabular der Welt gehalten. So heißt in Japan das Gebirge, das die Insel Honshu durchzieht, und in dem das nördlichste Verbreitungsgebiet von Affen liegt, ebenfalls Alpen.

Alpen mitten im Pazifik

Mt. Hotham, Australien
Mt. Hotham, Australien
Quelle: ORF/ScienceVision

Auch mitten im Pazifik gibt es Alpen, sie dominieren den Westen der Südinsel von Neuseeland. Hier, in der jüngsten alpinen Region der Welt, heben die gewaltigen tektonischen Kräfte der Erde nach wie vor, Zentimeter für Zentimeter, ein ganzes Gebirgsmassiv in den Himmel. Die erdgeschichtlich ältesten Alpen sind in Australien zu finden, heute sind sie nur mehr ein Schatten ihrer selbst. Im Laufe der Jahrmillionen haben die Kräfte der Natur den mächtigen Gebirgszug erodiert und zu einer sanften Hügelkette werden lassen.

Geburtsort des modernen Alpinismus: die europäischen Alpen

Wolf (Lupis lupis), Europäische Alpen
Wolf (Lupis lupis), Europäische Alpen
Quelle: ORF/ScienceVision/ScienceVision/Rita Schlamberger

Schließlich die europäischen Alpen, ein mächtiges Gebirgsmassiv, das den ganzen Kontinent prägt. Sie sind Schauplatz unzähliger Geschichten und Mythen und der Geburtsort des modernen Bergsteigens, des Alpinismus. In die europäischen Alpen haben in den letzten Jahren Wölfe Teile ihrer ursprünglichen Heimat zurückerobert, Fischotter tauchen in den schnell dahin strömenden, klaren Wildbächen, und Steinadler kreisen über den schroffen Felsgipfeln. Auf steilen Graten leben Steinbock und Gämse ein gefährliches Leben - nur einen Fehltritt vom Abgrund entfernt.

Perfekt angepasst an unwirtliche Bedingungen

Japanmakak (Macaca fuscata fuscata), Japan
Japanmakak (Macaca fuscata fuscata), Japan
Quelle: ORF/ScienceVision/ScienceVision/NHNZ

Im hohen Norden der Insel Honshu haben die Rotgesichts-Makaken gelernt, den langen und harten Wintern mit Eis und Schnee zu trotzen. Die einzigen Papageienverwandten, die ebenfalls mit rauem Winterwetter zurechtkommen, leben in Neuseeland - die Keas. Sie haben sich perfekt an ihre Umgebung angepasst und wurden unter dem Einfluss des unwirtlichen Klimas zu geschickten Jägern. Die Australischen Alpen sind die Überreste längst vergangener Epochen, ein Sinnbild dessen, wie auch die drei anderen Alpen in ferner Zukunft aussehen werden. Hier haben die Kräfte der Erosion bereits ganze Arbeit geleistet und die mächtige Gebirgskette in eine sanfte Berglandschaft verwandelt. In den Hügeln suchen Kängurus und Wombats Schutz vor der schneidenden Kälte, doch der Winter ist hier nur kurz und selbst die Schnabeltiere wissen bei Frost und Eis zu überleben.

Von europäischen Auswanderern benannt

Silvretta, Europäische Alpen
Silvretta, Europäische Alpen
Quelle: ORF/ScienceVision/ScienceVision/Michael Schlamberger

Es waren europäische Auswanderer, die diese so unterschiedlichen Gebirgsformationen Alpen genannt haben. Als sie Neuseeland und Australien besiedelten, schienen sie die steilen Wände und weitläufigen Bergketten an ihre Heimat erinnert zu haben und wohl auch die japanischen Berge erinnerten sie an Zuhause, als sie im späten 18. Jahrhundert mit dem Land der aufgehenden Sonne Handel zu treiben begannen. Seit Menschen die Erde besiedeln, gibt es einen ständigen Konflikt zwischen Mensch und Natur. In Europa hat sich ein fragiles Gleichgewicht zwischen den Erfordernissen einer modernen Gesellschaft und einer intakten, schützenswerten Natur eingestellt. In Neuseeland profitiert der "Alpenpapagei", der Kea, sogar von den Menschen. Doch in Australien prallen landwirtschaftliche Nutzung und Naturschutz aufeinander. Seit Generationen verdrängen Rinderherden Känguru und Wombat - jetzt greifen erste Naturschutzmaßnahmen, und Mensch und Weidetiere müssen sich aus der angestammten Heimat der Wildtiere zurückziehen.

"Die vier Alpen" ist eine Reise durch die Zeit: sie erzählt von den gewaltigen Kräften der Erde, die tektonische Platten gegeneinander wuchten und dabei Gebirge Tausende Meter in die Höhe pressen, in eine Landschaft, die sie über Jahrmillionen dominieren, um dann, zu Sand zermahlen, wieder spurlos zu verschwinden.

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