Ein Steinbock steht auf einer grünen, bewachsenen Anhöhe. Im Hintergrund sind blaue Himmel und einige Wolken zu sehen. Die Landschaft wirkt bergig und naturbelassen.

Dokumentation

Arlberg - Wild und Weltberühmt

Der Arlberg - weltbekanntes Skigebiet und Treffpunkt für den Jetset. Es sind die weitläufigen Kiefernwälder, die der Region den Namen gaben.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Sendetermin
25.10.2026
18:00 - 18:45 Uhr

Im Vorarlberger und Tiroler Volksmund heißen Kiefern Arlen. Diese Bäume prägen, gemeinsam mit Schnee und Eis, die Landschaft.

Klimaerwärmung auch in großen Höhen zu spüren

Die Landschaft zeigt einen fließenden Bach, umgeben von grünen Wiesen und Bäumen. Im Hintergrund erheben sich Berge, teilweise von Wolken umhüllt. Die Lichtverhältnisse sind variierend.
Lechquelle Zugertal mit Blick Richtung Zug - Lech.
Quelle: Wega Film

Und sie geben der Tierwelt Nahrung und Schutz. Gämsen, Rothirsche, Schneehühner, Steinadler oder Grasfrösche haben sich ihren Lebensraum zwischen den Wäldern, Felsen und Gipfeln des Arlbergs erobert. Ein Mikrokosmos, der jedoch langsam ins Wanken gerät.

Die Klimaerwärmung verändert den Lauf der Jahreszeiten und somit auch die Tierwelt am Arlberg. Die Winter haben sich verändert, die Hitze kriecht immer weiter Richtung Gipfel. Für die Tierwelt, die auf die Kälte spezialisiert ist, eine völlig neue Situation. Wie reagiert sie darauf? Wer kommt mit dem Wandel der Wildnis zurecht und wer nicht?

Ein Pass - kein Berg

Das Bild zeigt eine winterliche Berglandschaft im Arlberg. Schneebedeckte Hänge und spitze Felsen bestimmen die Szenerie. Im Vordergrund stehen Kiefern, während der Himmel teilweise bewölkt ist.
Arlbergmassiv im Winter "Zugertal", Blickrichtung Formarinsee Lechquellgebiet.
Quelle: Wega Film

Der Arlberg zählt zu den berühmtesten Skigebieten der Welt. Und das hat seinen Grund. Die Region ist besonders niederschlagsreich und somit schneesicher. Die günstige Lage in den Alpen macht das Bergmassiv zu einem Hindernis, das das Wetter - und damit Niederschlagsfronten - aus West und Nordwest einfängt. Vier bis acht Meter Neuschnee im Jahr sind je nach Region keine Seltenheit.

Übrigens: Der Name Arlberg führt auf eine falsche Fährte. Wer ihn auf der Landkarte sucht, wird keinen Gipfel finden. Denn der Berg ist gar kein Berg. Er ist ein Pass, der das Land vor dem Arlberg, also Vorarlberg, mit dem Bundesland Tirol verbindet. Die Tiere am Arlberg sind perfekt an die Höhe, die Kälte und die langen Winter angepasst. So auch die Gämsen. Die Böcke sind zwar nur halb so schwer wie ein erwachsener Mensch, ihre Herzen sind aber um 25 Prozent größer und die Herzwände dicker. Nur so können sie sich buchstäblich atemberaubende Verfolgungsjagden im Gebirge liefern.

Murmeltier und Schneehuhn

Das Bild zeigt mehrere Murmeltiere auf einer grünen Wiese. Zwei von ihnen stehen aufrecht und scheinen miteinander zu interagieren. Die Umgebung ist von Gras und kleinen Blumen geprägt.
Murmeltiere beim Rangeln.
Quelle: Wega Film

Bei den Schneehühnern wechselt das Federkleid von braun in sprichwörtlich schneeweiß. So werden sie eins mit der Umgebung. Selbst der Steinadler, der seine Beute für gewöhnlich punktgenau aus einem Kilometer Entfernung anvisieren kann, hat beim Schneehuhn keine Chance. Die Murmeltiere entfliehen der Kälte auf ihre eigne Weise. Sie begeben sich sechs bis sieben Monate in den Winterschlaf. Manchmal sogar bis zu neun Monate!

Zwei Jahre hat das Team von Regisseur Manfred Corrine an der "Universum"-Dokumentation gedreht. Dabei haben sie die Region und ihre tierischen Bewohner spektakulär ins Bild gerückt und Szenen mit Seltenheitswert gefilmt: "Wir wurden Zeugen eines wahrlich außergewöhnlichen Schauspiels.

Tierwelt flieht in kühlere Höhen

Die Aufnahme zeigt eine alpine Landschaft mit sanften Hügeln, bewachsen mit bunten Blumen, insbesondere rosa Blüten. Im Hintergrund erheben sich majestätische Berge unter einem leicht bewölkten Himmel.
Almrauschblüte Langsee Moor, Blickrichtung Schönverwalltal - Kuchenjoch.
Quelle: Wega Film

An einem Gegenhang in etwa einhundert Metern Entfernung kämpften ein Adler und ein Fuchs um ein totes Murmeltier - minutenlang. So etwas hatte ich zuvor weder gesehen noch davon gehört. Auch die Jäger konnten das gar nicht glauben. Sicher ein besonderes Highlight in diesem Film." Eine immer größere Rolle spielt der Klimawandel. Der macht vor allem jenen Tieren zu schaffen, die von der Kälte abhängig sind. Denn schon ab zwölf Grad Celsius kommen die Gämsen in Hitzestress.

Der einzige Ausweg: Rauf zu den Gipfeln, wo es kühler ist. Doch dort fehlt wiederum die Vegetation, die als Nahrung dient. Auch gibt es hier nur Schotter und Geröll. Murmeltiere können in diesem Gelände keine Höhlen bauen. Also bleiben sie weiter unten am Berg unter der Erde, suchen dort Schutz vor der Hitze und schlafen länger, anstatt sich Fettreserven für den Winter anzufressen. Durchschnittlich ist die Temperatur in den Alpen seit der Industrialisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts um mehr als zwei Grad Celsius gestiegen. Und sie steigt weiter.

Die "Universum"-Dokumentation zeigt den Arlberg in all seiner Vielfalt und Schönheit. Sie zeigt aber auch die Gefahren, die die Erwärmung des Klimas in dieser prachtvollen Bergregion mit sich bringt - nicht zuletzt für die Tiere und Pflanzen, die sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen und veränderten Lebensbedingungen anpassen müssen.

Ein Film von Manfred Corinne.

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