In der Krypta unter der Herz-Jesu Kirche in Innsbruck.

Dokumentation

Eine Geschichte des heimlichen Widerstands

Die Verfolgung der Jesuiten in Tirol unter den Nationalsozialisten ist bis heute ein kaum beleuchteter Teil der Geschichte.

Produktionsland und -jahr:
Datum:
Sendetermin
02.10.2026
12:10 - 12:45 Uhr
Das Bild zeigt eine Frau, die im Garten eines Klosters arbeitet. Sie trägt ein blaues, traditionelles Kleid und einen Strohhut. Die Frau ist dabei, den Boden mit einer Hacke zu bearbeiten, um Gemüse anzupflanzen. Der Garten ist in mehrere Beete unterteilt, auf denen vorwiegend Kohlpflanzen sichtbar sind.   Im Hintergrund steht ein großes, gelbes Gebäude, das wahrscheinlich das Kloster ist. Es hat mehrere Fenster und ein einfaches, aber elegantes Design. Um das Gebäude herum sind verschiedene Pflanzen und Sträucher angelegt, die dem Ort ein angenehmes und gepflegtes Aussehen verleihen. Der Himmel ist klar und blau, und es ist sonnig.   Die Gesamtstimmung des Bildes wirkt friedlich und ländlich, und es vermittelt ein Gefühl von Arbeit im Freien.
Schwester Regina bei der Gartenarbeit im Kloster der Ewigen Anbetung in Innsbruck.
Quelle: Produktion West

Warum sie ins Visier der Nationalsozialisten gerieten, enteignet und vertrieben wurden zeigt die Doku von Anita Lackenberger.

Dabei beleuchtet sie nicht nur den heimlichen Widerstand der Jesuiten, sondern erzählt auch die Geschichte einer beinahe vergessenen Frau, die mit ihrer Zivilcourage mutig gegen die Verfolgung der Jesuiten auftrat.

Eine Dokumentation von Anita Lackenberger

Mehr zum Inhalt:

Die Vertreibungen der Innsbrucker Jesuiten ermöglichen einen Blick auf die Gesamtsituation der (Nord-)Tiroler Kirche während der NS-Zeit.

Die Nordtiroler Kirche hat eine Besonderheit, noch ist sie keine Diözese. Der junge, frisch geweihte Bischof Rusch wird vor allem vom Gauleiter nicht anerkannt. Die Tiroler Kirche ist einem enormen Druck ausgesetzt.

ie Herz-Jesu Kirche (Jesuitenkirche) mit Blick auf einen Teil des Jesuitenkolleg, in dem bis 1957 die Landespolizeidirektion untergebracht war
Die Herz-Jesu Kirche (Jesuitenkirche) mit Blick auf einen Teil des Jesuitenkolleg, in dem bis 1957 die Landespolizeidirektion untergebracht war.
Quelle: ORF/Produktion West/Gerhard Mader.

Zahlreiche Todesopfer und KZ-Inhaftierungen sind an der Tagesordnung. Trotzdem wehren sie sich, im Untergrund arbeiten sie weiter. Der einflussreichste Orden zu dieser Zeit ist in Innsbruck jener der Jesuiten.

Sie sind in vielen Bereichen aktiv und prägen auch die Innsbrucker Universität. Mit dem Canisianum verfügen sie über eine internationale Ausbildungsstätte. Den Nationalsozialisten sind sie ein Dorn im Auge: Es werden alle Jesuitenbesitztümer beschlagnahmt, sie selbst aus dem „Gau“ vertrieben.

Vor allem ein Gebäude, das Jesuitenkolleg, hat eine wechselhafte Geschichte. Während des Nationalsozialismus wurde es für die Polizei genutzt. Nach dem Krieg verbleibt die österreichische Polizei noch lange in dem Gebäude und verlässt es erst nach einem erfolgreichen Gerichtsverfahren der Jesuiten gegen den Staat Österreich.

Massive Proteste gegen die Vertreibung aus dem Kloster

Das während des Zweiten Weltkriegs errichtete Tiroler Landhaus.
Das während des Zweiten Weltkriegs errichtete Tiroler Landhaus.
Quelle: ORF/Produktion West/Gerhard Mader.

Noch bemerkenswerter sind die finanziellen Gebarungen der Nationalsozialisten: Das „volks- und staatsfeindliche Vermögen“ der Innsbrucker Jesuiten, das Collegium Canisianum, wird an das Deutsche Reich verkauft.

Die erlösten 1,5 Millionen Reichsmark dienen zur Teiltilgung des Kredits, der für den Bau des Gauhauses, des heutigen Landhauses, aufgenommen wird. Auch die Schwestern des Klosters der Ewigen Anbetung werden aus ihrem Kloster vertrieben.

Sie wehren sich massiv gegen die Aufhebung und werden letztlich mit Gewalt aus dem Kloster gebracht. Die Vehemenz ihres Aufstandes erstaunt selbst die damalige Polizei.

Die letzten Zeitzeugen

Das Bild zeigt einen älteren Mann, der in einem kirchlichen Raum vor einem prächtigen Altar steht. Der Mann hat graue Haare und trägt einen dunklen Anzug. Sein Blick ist zum Altar gerichtet. Der Altar ist aufwendig gestaltet, mit goldenen und silbernen Verzierungen. In der Mitte des Altars befindet sich ein großes Gemälde, das Jesus darstellt, umgeben von zwei weiteren kleineren Gemälden, die wahrscheinlich Heilige oder Jesuiten zeigen. Der Hintergrund des Altars ist in dunkleren Farben gehalten, während die Verzierungen hell leuchten. Die Atmosphäre wirkt andächtig und feierlich, passend zu einem religiösen Kontext.
Spielszene: Pater Schrott (Peter Hörhager) betet vor der Räumung des Jesuitenkollegs vor dem geschichtsträchtigen Herz-Jesu Bild.
Quelle: Produktion West

Noch gibt es Menschen, die sich an die Geschehnisse aus Erzählungen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen erinnern. Mit seltenen Fotos kann die Zeit authentisch erarbeitet werden. Ein Interview von Bischof Hermann Glettler gibt einen Einblick in schwere Zeiten.

Christian Marte SJ, Rektor des Jesuitenkolleg in Innsbruck, führt durch die Geschichte der Aufhebung. Anna Siegele und Margareta Eberhöfer lassen die Aufhebung ihres Klosters „lebendig“ werden.

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