Dokumentation
An den smaragdgrünen Flüssen - Im Süden der Alpen
Smaragdgrün, wild und sagenumwoben: Die Soca gilt als einer der schönsten Flüsse Europas und prägt die Grenzregion zwischen Slowenien und Italien wie kein zweites Gewässer.
- Produktionsland und -jahr:
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- Datum:
- Sendetermin
- 02.11.2026
- 20:15 - 21:00 Uhr
Von der Karstquelle in den Julischen Alpen bis zur Adria durchquert die Soča spektakuläre Landschaften. Gemeinsam mit dem Natisone verbindet sie k.u.k.-Geschichte, Weinbautradition und eine Kulturregion, die drei Sprachen und mehrere Jahrhunderte verbindet.
Vom Karst bis ans Meer
Quelle: ORF/Lagoon Motion Pictures.
Nichts hat diesen Landstrich zwischen Slowenien und der norditalienischen Provinz Friaul-Julisch Venetien so geprägt wie seine Flüsse.
Entsprungen aus einer Karstquelle am Südrand der Alpen, ist die Soča berühmt für Wasserfälle, Stromschnellen und ihre ausgeprägt smaragdgrüne Farbe. Das Grün entsteht aus dem Zusammenspiel von Kalkgestein der Julischen Alpen und dem glasklaren Wasser aus dem Triglav-Massiv.
Über 140 Kilometer durchquert der Fluss vielfältige Landschaften, bis er als Isonzo beim italienischen Monfalcone in die Adria mündet. Janez Polajnar paddelt seit mehr als vierzig Jahren auf der Soča und kennt jede Strömung.
Den slowenischen Olympia-Medaillengewinner beeindruckt der Fluss jedes Mal aufs Neue; für die Zukunft wünscht er sich ein Gleichgewicht zwischen Naturschutz und nachhaltigem Tourismus, damit diese außergewöhnliche Schönheit erhalten bleibt.
Lebensraum verschiedener Nationen
Bevor die Soča Slowenien verlässt und nach Italien fließt, passiert sie die Solkanbrücke (Bild oben). Sie ist mehr als 200 Meter lang und 36 Meter hoch, eine der größten gemauerten Bogenbrücken der Welt. 1906 wurde sie als Teil der Transalpina Wien-Triest eröffnet. Kurz danach erreicht die Strecke Nova Gorica, einst Teil der Grafschaft Görz und Gradisca.
Hier lebten Deutsche, Italiener und Slowenen jahrhundertelang zusammen, bis zwei Weltkriege die Region zerrissen. Erst der Fall des "Eisernen Vorhangs" und der Beitritt zur EU fügten den Landstrich wieder zusammen.
Seit der Antike bevölkerter Kulturraum
Quelle: ORF/Lagoon Motion Pictures.
Das fruchtbare, klimatisch begünstigte Görzer Land ist bekannt für renommierte Weine. Auf der Tenuta di Blasig, einem der ältesten Weingüter im Friaul, keltert Elisabetta Bortolotto Sarcinelli. Nach Jahren im Modebusiness zwischen New York und Mailand widmet sie sich heute mit Leidenschaft Weinen, die Charakter und Territorium der Gegend widerspiegeln.
Zwischen der Langobardenstadt Cividale und den Julischen Alpen erstrecken sich die Valli del Natisone: enge Täler, wilde Schluchten, tosende Wildbäche. Eine abgeschiedene Welt, die viel von ihrem Ursprung bewahrt hat.
Quelle: ORF/Lagoon Motion Pictures.
Der Natisone mündete in der Antike gemeinsam mit dem Torre in ein rund 50 Meter breites Flussbett und begründete so den Seehafen von Aquileia. Davon zeugt eine frühchristliche Basilika mit Mosaiken aus dem vierten Jahrhundert, ein wertvolles UNESCO-Weltkulturerbe.
Der Görzer Karst reicht bis Duino, wo Rainer Maria Rilke im gleichnamigen Schloss seine Elegien schrieb. Das einst als mittelalterliche Burg errichtete Schloss, im Besitz derer von Thurn und Taxis, war Treffpunkt von Adel, Künstlern und Geistesgrößen und bietet bis heute einen atemberaubenden Blick auf die Isonzo-Mündung.
Ein Film von Björn Kölz und Karim Kosta.