Dokumentation
Agentenkinder: Verrat für die DDR
Als ihre Eltern für die DDR spionieren oder in den Osten überlaufen, verändert sich das Leben ihrer Kinder. „Agentenkinder“ erzählt von Verrat, Verlust und Loyalität.
- Produktionsland und -jahr:
-
2026
- Datum:
- Verfügbar in
- D / CH / A
- Verfügbar bis:
- bis 30.09.2031
Spione führen ein Doppelleben. Ihre Kinder auch-– ohne es zu wissen. Sie wachsen in Familien auf, in denen geschwiegen, getäuscht und verdrängt wird. Nach außen scheint alles normal: Schule, Ferien, Abendbrot. Doch hinter der Fassade arbeiten die Eltern für einen Geheimdienst.
Wenn Eltern ein geheimes Doppelleben führen
Der Zweiteiler "Agentenkinder - Wenn die Eltern spionieren" erzählt Spionage nicht als Abenteuer, sondern als Familiengeschichte. Im Mittelpunkt stehen sechs Menschen, die als Kinder nicht gefragt wurden und dennoch mit den Folgen der Entscheidungen ihrer Eltern leben mussten. Was geschieht, wenn der eigene Vater oder die eigene Mutter plötzlich als Spion enttarnt wird? Wenn aus den Eltern Verräter oder Staatsfeinde werden?
Ihre Geschichten führen mitten hinein in die deutsch-deutsche Geheimdienstwelt während des Kalten Krieges. Sie erzählen von Loyalität und Enttäuschung, von Schweigen, Schuld und der lebenslangen Suche nach Antworten. Der zweite Teil blickt auf Kinder aus Westdeutschland, deren Eltern für die DDR arbeiteten oder in den Osten überliefen.
Günter Guillaume: DDR-Spion im Kanzleramt
Pierre Boom ist der Sohn von Günter und Christel Guillaume. Als sein Vater 1974 als DDR-Spion im Bundeskanzleramt enttarnt wird, löst die Guillaume-Affäre eine politische Krise aus. Auch Bundeskanzler Willy Brandt gerät unter Druck. Für den damals 17-jährigen Pierre verändert die Enttarnung seines Vaters das gesamte Leben. Pierre soll in der DDR ein neues Leben beginnen - in einem politischen System, das ihm fremd bleibt. Auch seine Familie findet nach den Ereignissen nicht wieder zusammen.
Thomas Raufeisen ist 16 Jahre alt, als sein Vater die Familie in die DDR bringt. Was zunächst wie eine private Entscheidung erscheint, entpuppt sich als Teil eines Agentenlebens. Thomas gerät selbst in den Zugriff des DDR-Staates, kommt in Untersuchungshaft und später ins Stasi-Gefängnis in Bautzen. Der Verrat seines Vaters wird für ihn zu einer existenziellen Erfahrung.
Hansjoachim Tiedge: Überläufer in die DDR
Martina Tiedge ist die Tochter von Hansjoachim Tiedge, einem hochrangigen Mitarbeiter des Verfassungsschutzes in Westdeutschland. 1985 läuft er in die DDR über - ausgerechnet ein Mann, der umfassende Kenntnisse über die Spionageabwehr der Bundesrepublik besitzt.
Für seine Töchter bedeutet sein Überlaufen einen weiteren Verlust. Ihre Mutter ist bereits gestorben, nun verschwindet auch der Vater aus ihrem bisherigen Leben. Martina hält lange zu ihm. Doch die Loyalität gegenüber ihrem Vater hat für sie einen hohen Preis.