Dokumentation
Agentenkinder: Verrat für den Westen
Was geschieht mit Kindern, wenn die eigenen Eltern als Spione enttarnt werden? „Agentenkinder“ erzählt von Familien in der DDR und den Folgen von Spionage, Verrat und einem Doppelleben.
- Produktionsland und -jahr:
-
2026
- Datum:
- Verfügbar in
- D / CH / A
- Verfügbar bis:
- bis 30.09.2031
Spione führen ein Doppelleben. Ihre Kinder auch - ohne es zu wissen. Sie wachsen in Familien auf, in denen geschwiegen, getäuscht und verdrängt wird. Nach außen scheint alles normal: Schule, Ferien, gemeinsames Abendessen. Doch hinter der Fassade arbeiten die Eltern für einen Geheimdienst.
Kinder im Schatten der Spionage
Im Mittelpunkt stehen sechs Menschen, die als Kinder nicht gefragt wurden und dennoch mit den Folgen der Entscheidungen ihrer Eltern leben mussten. Was geschieht, wenn der eigene Vater oder die eigene Mutter plötzlich als Spion enttarnt wird? Wenn aus den Eltern Verräter oder Staatsfeinde werden? Und was bedeutet es für eine Familie, wenn das geheime Doppelleben der Eltern auffliegt?
Ihre Geschichten führen mitten hinein in die deutsch-deutsche Geheimdienstwelt während des Kalten Krieges. Sie erzählen von Loyalität und Enttäuschung, von Schweigen, Schuld und der lebenslangen Suche nach Antworten. Der erste Teil widmet sich Familien in der DDR, in denen Eltern für westliche Geheimdienste arbeiteten.
Spionage für den Westen: Jürgen Tatzkow und Rainer Brauns
Jürgen Tatzkow ist 15 Jahre alt, als seine Eltern in der DDR verhaftet werden. Vater und Mutter werden wegen Spionage für den Westen zu hohen Haftstrafen verurteilt. Für Jürgen und seinen Bruder bricht die Familie auseinander. Halt gibt ihnen schließlich ausgerechnet die DDR - jener Staat, der ihre Eltern als Feinde verurteilt.
Rainer Brauns ist 20 Jahre alt, als er erlebt, wie der DDR-Staat mit voller Härte gegen seine Eltern vorgeht. Margarete und Erich Brauns liefern dem Westen Informationen aus der DDR-Wirtschaft. Als ihre Spionagetätigkeit auffliegt, folgen Prozess und Haft. Für Rainer nimmt das Leben dadurch eine völlig andere Richtung, als er sie sich einmal vorgestellt hatte.
Werner Stiller: Flucht aus der DDR und Folgen für seine Kinder
Eine andere Familiengeschichte beginnt mit einer spektakulären Flucht: Werner Stiller, Offizier der Staatssicherheit, setzt sich 1979 aus der DDR in den Westen ab und nimmt brisante Unterlagen mit.
Für den Westen ist Stillers Flucht ein Geheimdienst-Coup, für die Stasi eine schwere Niederlage. Seine Familie lässt er jedoch in der DDR zurück. Für seine Kinder Edina und Andreas bedeutet die Flucht vor allem den Verlust ihres Vaters. Besonders Edina beschäftigt sein Verrat an der Familie ein Leben lang.