Kultur
Ariadne auf Naxos - Salzburger Festspiele 2026
Richard Strauss' "Ariadne auf Naxos" ist ein dramatisches Experiment über Kunst unter Zwang - und über das Theater als Kampfplatz konkurrierender Wahrheiten.
- Produktionsland und -jahr:
-
- Datum:
- Verfügbar in
- D / CH / A
- Verfügbar bis:
- bis 15.11.2026
Aus der Laune eines Mächtigen heraus werden eine "große" Tragödie und eine Komödie zur selben Aufführung verordnet. Schon im Vorspiel kollidieren zwei ästhetische Weltbilder: der Anspruch des Komponisten auf Erhabenheit und Tiefe, und die Logik der Komödianten, die auf Tempo, Wirkung und Publikum zielt.
Was als Zumutung beginnt, wird zum Motor eines Abends, der die Frage stellt, was Kunst sein darf - und wem sie gehört.
Ariadne - dieses Mal auf dem Mars angesiedelt
Quelle: ORF
Sie ist verlassen, erstarrt im Schmerz und sehnt sich nach dem Tod – bis ihr in Bacchus ein Fremder begegnet, der alles verändert: Ariadne. Doch diese „Ariadne auf Naxos“ spielt nicht in der mythologischen Antike und auch nicht im Wiener Palais des Prologs, sondern auf dem Mars.
Regisseur Ersan Mondtag macht Richard Strauss’ und Hugo von Hofmannsthals Oper bei den Salzburger Festspielen 2026 zum extraterrestrischen Gedankenexperiment über Kunst, Einsamkeit und die Suche nach einem anderen Leben.
Quelle: ORF
Denn der unsichtbare Hausherr, der eine ernste Oper und ein heiteres Singspiel für denselben Abend bestellt, ist hier nicht bloß der reichste Mann von Wien, sondern der reichste Mann der Welt. Seine Laune setzt die Kunstwelt unter Druck: Tragödie und Komödie, Anspruch und Unterhaltung sollen gleichzeitig stattfinden.
Für den jungen Komponisten (Kate Lindsey), der um die Integrität seines Werks kämpft, ist das ein Affront. Auch die Primadonna und Ariadne (Christina Nilsson) sieht ihre große Szene bedroht. Unbeeindruckt bleibt Zerbinetta (Ziyi Dai): Gemeinsam mit ihrer wandlungsfähigen Komödiantentruppe setzt sie der Todessehnsucht Ariadnes Witz, Lebenslust und die Erfahrung entgegen, dass kein Schmerz für immer währt.
Quelle: ORF
In einer kargen, surrealen Marslandschaft treffen schließlich Ariadne und Bacchus (Eric Cutler) aufeinander. Was zunächst wie die Begegnung mit einem weiteren Verfolger erscheint, wird zur Verwandlung: Aus Verlassenheit entsteht neue Hoffnung, aus dem fremden Gott ein Versprechen auf eine andere Welt.
Regie, Bühne und Kostüme stammen von Ersan Mondtag, der die Gegensätze von Einsamkeit und Ausgelassenheit, künstlicher Zukunftswelt und menschlichen Urgefühlen in prägnante Bilder fasst. Am Pult der Wiener Philharmoniker steht Manfred Honeck. Er zeichnet Strauss’ schillernde Partitur in all ihren Kontrasten nach – von kammermusikalischer Transparenz und ironischem Spiel bis zur großen, ekstatischen Klangentfaltung.
Besetzung/Stab:
Kate Lindsey - Der Komponist
Christina Nilsson - Primadonna / Ariadne
Eric Cutler - Der Tenor / Bacchus
Ziyi Dai - Zerbinetta
Johannes Silberschneider - Der Haushofmeister
Christoph Pohl - Ein Musiklehrer
Jonas Hacker - Ein Tanzmeister
Blaž Stajnko* - Ein Perückenmacher
Fabian-Jakob Balkhausen - Ein Lakai
Leon Košavić - Harlekin
Michael Porter - Scaramuccio
Lukas Enoch Lemcke -Truffaldin
Theodore Browne - Brighella
Jasmin Delfs - Najade
Anja Mittermüller* - Dryade
Marlene Metzger - Echo
Fabio Dorizzi - Ein Offizier
* Teilnehmer·in des Young Singers Project
Manfred Honeck - Musikalische Leitung
Ersan Mondtag - Regie / Bühne / Kostüme
Franck Evin - Licht
Alexander Pannier - Video
Ashley Alexandra Wright - Choreografie
Till Briegleb - Dramaturgie