Film

DocuMe - Hello new body, how are you today?

Mit Anfang 30 erkrankt Laura Kansy an ME/CFS. Eine Erkrankung, für die noch kein Weg zur Heilung bekannt ist. Was bedeutet es, nicht zu wissen, ob und wann man wieder gesund sein wird?

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2026
Datum:
Verfügbar in
D / CH / A
Verfügbar bis:
bis 15.02.2027

Wie findet man seinen Platz in dem neuen, nun kranken Körper? Der autobiografische Film ist der Versuch, das Filmemachen nicht aufzugeben, sondern es zu nutzen, um lebendig zu bleiben. Ein Versuch, in der Unfreiheit einen Raum von Freiheit zu erkämpfen.

Nahaufnahme einer liegenden Frau mit Kopfhörern.
Meditation und Pacing helfen Laura, ihren neuen Alltag zu gestalten.

Die Filmemacherin Laura Kansy ist eine von geschätzt 650.000 Menschen in Deutschland, die an ME/CFS erkrankt sind. Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue Syndrom ist eine Multisystemerkrankung, die seit 1965 von der WHO gelistet ist und meist durch Viren wie COVID oder Epstein-Barr ausgelöst wird. Obwohl die Krankheit lebenseinschneidend ist - 60 Prozent der Erkrankten sind arbeitsunfähig, 25 Prozent können das Haus oder sogar das Bett nicht mehr verlassen -, gibt es kaum Forschung und keine Behandlungsmöglichkeiten. Viele Erkrankte sind auf tägliche Pflege angewiesen; die Verantwortung lastet auf pflegenden Angehörigen, die oftmals keine Unterstützung aus dem Gesundheitssystem bekommen.

Laura Kansys künstlerischer Dokumentarfilm vermittelt in einer Mischform aus Beobachtungen, Elementen eines filmischen Tagebuchs und Animationen, welche Auswirkungen die Krankheit hat.

Statement der Regisseurin Laura Kansy: "Dieser Film ist ein sehr persönlicher, denn er handelt von mir und meiner Erkrankung. Einer Krankheit, von der die meisten noch nie gehört haben. Mit Anfang 30 bekam ich eine scheinbar harmlose Grippe. Was als vorübergehende Erkrankung begann, blieb als der größte Einschnitt in meinem Leben – seit nun mehr als zweieinhalb Jahren kann ich nicht mehr arbeiten, mich nicht mehr selbst versorgen, oft nicht einmal das Bett verlassen. Die Diagnose lautet ME/CFS – eine schwere, chronische Multisystemerkrankung. Für viele Betroffene gibt es bis heute keine ausreichende Versorgung, und die Krankheit wird noch immer zu häufig missverstanden, angezweifelt oder übersehen. Mein Körper reagiert auf kleinste Anstrengungen mit Schmerzen, Brainfog und nicht enden wollender Erschöpfung. Bewegung, Denken, Nähe – alles hat seinen Preis. Oft ist der Tag nach wenigen Minuten vorbei. Niemand kann mir sagen, ob ich jemals wieder gesund werde. Was bleibt in dieser Situation vom Leben? Was passiert mit Beziehungen, mit Identität, wenn man mit Anfang 30 auf ständige Hilfe angewiesen ist? Wie verändert sich der Blick auf die Welt, wenn man selbst unsichtbar wird? Was bleibt von einem, wenn die Welt draußen weitergeht – ohne einen? Und wie kann man das alles akzeptieren? Dieser Film entsteht aus genau diesem Zustand heraus. Aus dem Bett. In einem Körper, der nicht mehr funktioniert wie zuvor, und mit einem Geist, der lernen muss, in ihm weiterzuleben. Ich wollte das Filmemachen nicht aufgeben – im Gegenteil: Ich wollte es nutzen, um lebendig zu bleiben. Dieser Film ist der einzige, den ich im Moment machen kann. Und vielleicht genau deshalb der notwendigste. Ich drehe nicht, um Antworten zu geben, sondern um einen Zustand erfahrbar zu machen, der oft missverstanden oder nicht gesehen wird. Insofern ist der Film ein stellvertretender Blick auf die Situation aller, die mit ME/CFS, Long Covid oder verwandten Erkrankungen leben. Nicht von außen, sondern aus ihrer Mitte heraus. Dieser Film ist mein Versuch, der Unsichtbarkeit etwas entgegenzusetzen. Ein leiser Widerstand gegen das eigene Verschwinden – und der Versuch, mir in der Unfreiheit einen Raum von Freiheit zu erkämpfen."

Laura Kansy hat an der Hochschule für Fernsehen und Film München, am "Satyajit Ray Film and Television Institute" in Kalkutta, Indien, und an der Filmuniversität Babelsberg Kamera und Regie studiert. Während ihres Studiums arbeitete sie auch als Videokünstlerin im Theater und mit verschiedenen bildenden Künstler*innen. Diese Zusammenarbeiten prägten die Ästhetik ihre Filme.

3sat zeigt "Hello New Body, how are you today?" im Rahmen der Dokumentarfilmreihe "DocuMe", die von Menschen in Veränderungsprozessen erzählt und mit Erzählformen abseits des medialen Mainstream experimentiert.

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