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Standbild: Auf den Spuren des Doppeladlers

Dokumentation

Auf den Schienen des Doppeladlers - Die Eisenbahn im Ersten Weltkrieg

Im zweiten Teil der Reihe "Auf den Schienen des Doppeladlers" wird die Bedeutung der Eisenbahn im Ersten Weltkrieg beleuchtet.

Datum:

Von Wien aus geht die Reise einmal nach Norden, nach Krakau und Wieliczka, weiter nach Osten über Przemysl nach Lemberg und Brody, die Geburtsstadt des deutsch-jüdischen Schriftstellers Joseph Roth an der einstigen Grenze Österreichs zu Russland. Oder nach Süden über den Semmering nach Graz, die Untersteiermark und über Marburg und Laibach nach Triest, die frühere österreichische Hafenstadt. Die Wocheinerbahn im heutigen Slowenien schlängelt sich entlang des Isonzo durch eine wildromantische Berglandschaft, die im Ersten Weltkrieg Schauplatz blutiger Schlachten wurde. Budapest,die Karpaten, das Salzkammergut, der Wörthersee, das Schilcherland oder die Küsten Istriens sind weitere Stationen auf der Reise durch das alte Österreich.

Den beiden Regisseuren Kölz und Stadler ging es auch darum, für den Zuseher nachvollziehbar zu machen, welch fundamentales Erlebnis der Bau der Eisenbahn und damit der Anschluss der Menschen in der Donaumonarchie an die neue Zeit gewesen sein muss. Immerhin verglichen Chronisten aus dieser Zeit das Aufkommen der Eisenbahn mit der Entdeckung Amerikas oder dem Buchdruck.

Der Bahnsteig in Krakau - die Zeit scheint stehen geblieben zu sein
Der Bahnsteig in Krakau - die Zeit scheint stehen geblieben zu sein
Quelle: ORF/Gernot Stadler Filmproduktion

Die zweiteilige Dokumentation macht in eindrucksvollen Bildern deutlich: es waren die Eisenbahnen, die das weite Reich mit Leben erfüllten, die Menschen und Waren zirkulieren ließen und die Eroberung von Landschaften im touristischen Sinne ermöglichten. In einem Großraum, der heute von mehr als einem Dutzend souveräner Staaten belegt wird, konnte sich der Reisende vor hundert Jahren ohne jeglicheEinschränkung frei bewegen. Durch ihre grenzüberschreitende und völkerverbindende Funktion wurde die Eisenbahn auch zu einem Symbol für Freiheit und Einheit innerhalb der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Mit der Katastrophe des Ersten Weltkrieges versank dieser einzigartige Staat, der "in so vielem ohne Anerkennung vorbildlich gewesen ist" (Robert Musil) für immer - Namen änderten sich und Grenzen wurden gezogen, die Nachbarn und Mitbürger von gestern wurden zu Fremden, zu Feinden und "Ausländern".

Und doch haben alle diese Länder eines gemeinsam: wer in der alten Weltder Donaumonarchie das Unbekannte sucht, wird unweigerlich den Geistern des untergegangenen Vielvölkerstaates begegnen. Manchmal sind es nur noch verblasste Erinnerungen an dieses ehemalige Riesenreich. Und ein Streckennetz aus den Zeiten der Monarchie, das bis heute bedient wird.

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