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Sonntag, 25. April
Programmwoche 17/2010
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6:00
16:9 Format

Die Rückkehr der Seeadler

Neue Hoffnung am Stettiner Haff

Film von Michael Wiedemann

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Vor 50 Jahren waren Seeadler in Deutschland fast ausgestorben, heute gibt es sie wieder am Stettiner Haff. Der Niedergang der exzessiven Landwirtschaft und der Industrie in der Region nach der politischen Wende in Polen hat zu einer Renaturierung der Landschaft und zur ...

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Vor 50 Jahren waren Seeadler in Deutschland fast ausgestorben, heute gibt es sie wieder am Stettiner Haff. Der Niedergang der exzessiven Landwirtschaft und der Industrie in der Region nach der politischen Wende in Polen hat zu einer Renaturierung der Landschaft und zur Rückkehr der Greifvögel geführt. Die neuen Bedingungen am Stettiner Haff fördern einen sanften Tourismus, zu dem auch das so genannte Eagle-Watching gehört.
"Die Rückkehr der Seeadler" ist ein Film über die neue Hoffnung am Stettiner Haff.

Während Deutsche und Polen immer wieder ihre Unterschiede betonen, findet sich bei genauerer Betrachtung viel Verbindendes. In zahlreichen Dokumentationen, Reportagen und Spielfilmen klärt 3sat am deutsch-polnischen Thementag "Nowa Polska" über Missverständnisse auf und stellt lang gehegte Vorurteile auf den Prüfstand.


6:45
Stereo-Ton16:9 Format

Stromlinien der Geschichte

Die Oder

Film von Sylvia Strasser

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Stromabwärts von Breslau, dem heutigen Wroclaw, fließt die Oder durch mehrere Urstromtäler. Am Flussbett wirbelt das Wasser feinsten Sand auf, der wie die Urstromtäler eine Hinterlassenschaft der Eiszeiten ist. Diese flachen, breiten Täler prägen das Aussehen der ...

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Stromabwärts von Breslau, dem heutigen Wroclaw, fließt die Oder durch mehrere Urstromtäler. Am Flussbett wirbelt das Wasser feinsten Sand auf, der wie die Urstromtäler eine Hinterlassenschaft der Eiszeiten ist. Diese flachen, breiten Täler prägen das Aussehen der Oder. Da der Fluss immer leicht zu überqueren war, war er in Kriegszeiten für die Völker im Osten und Westen ein beliebtes Einfallstor. Doch die Oder ist alles andere als ein bequemer Schifffahrtsweg: Nur vom Niederschlag gespeist, führt sie manchmal zu viel, meist aber zu wenig Wasser. Aber nicht nur Binnenschifffahrer und Spezialisten des Wasserbaus fordert die Oder seit vielen Jahrhunderten heraus.
Der Film begleitet die Oder auf ihrem wechselvollen Weg durch die Geschichte. Er erzählt von ihrem Aufstieg zur internationalen Wasserstraße und von ihrem plötzlichen Niedergang in die Bedeutungslosigkeit, zum Grenzfluss zwischen Osten und Westen. An der Zukunft der Oder, dem Dreiländer-Fluss, wird sich zeigen, ob Europa friedlich zusammenwächst und den folgenden Generationen das erhalten kann, was diese Stromlinie auszeichnet: den Vorteil einer natürlichen Transitregion und den Zauber einer noch naturnahen Flusslandschaft.


7:30
Stereo-Ton

Deutsche und Polen (1/4)

Film von Lew Hohmann

Schwarzes Kreuz und weißer Adler

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"So lange Mond und Sonne scheinen, wird nie ein Deutscher eines Polen Freund!" lautet ein altes polnisches Sprichwort. Im kollektiven Gedächtnis der Polen ist das Leid, das von den Deutschen ausging, tief verwurzelt. Umgekehrt hielten sich bei vielen Deutschen über ...
(ARD/RBB)

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"So lange Mond und Sonne scheinen, wird nie ein Deutscher eines Polen Freund!" lautet ein altes polnisches Sprichwort. Im kollektiven Gedächtnis der Polen ist das Leid, das von den Deutschen ausging, tief verwurzelt. Umgekehrt hielten sich bei vielen Deutschen über Generationen hinweg hartnäckig Hochmut und Vorurteile gegenüber den Polen aufrecht. In den vergangenen Jahrzehnten lasteten auf dem Verhältnis der beiden Völker vor allem die Schrecken des 20. Jahrhunderts. Der millionenfache Massenmord, den die Nationalsozialisten in Polen begangen haben, und die Vertreibung der Deutschen jenseits von Oder und Neiße. In nur wenigen Jahren wurde das Erbe gemeinsamer Kulturgeschichte von Deutschen und Polen ausgelöscht. Verschüttet unter diesem Trauma liegt ein jahrhundertelanges, gemeinsames Zusammenleben von Deutschen und Polen: Epochen friedlicher Kolonisation und gewaltsamer Expansion lösten einander ab. Deutscher Machthunger jedoch lässt Polen schließlich von der Landkarte verschwinden, das Gift des Nationalsozialismus macht aus Nachbarn Feinde. Erst seit einigen Jahren bröckeln die tradierten Ressentiments und Vorurteile. Die Jahrzehnte des Kalten Krieges, in denen die Trennung von Polen und Deutschen zementiert war, sind vorüber, die Grenzen geöffnet. Die Nachbarn kommen sich näher, doch fremd sind sie sich nach wie vor. Die Dokumentation "Deutsche und Polen" geht in vier Teilen dem konfliktreichen Verhältnis der beiden Völker nach.
Der erste Teil erzählt die Geschichte der Deutschen und Polen von ihren Anfängen bis in das 18. Jahrhundert. Obwohl vor nunmehr über 1.000 Jahren Polen von einem deutschen Kaiser in den Kreis des christlichen Europa aufgenommen wurde, bestimmten Konflikte das Verhältnis der Völker. Der Mythos vom schwarzen Kreuz und weißem Adler bestimmt die Geschichtsbücher über Jahrhunderte.

Die weiteren Teile der vierteiligen Dokumentation "Deutsche und Polen" zeigt 3sat im Anschluss, ab 8.15 Uhr.

(ARD/RBB)


8:15
Stereo-Ton

Deutsche und Polen (2/4)

Film von Lew Hohmann

Noch ist Polen nicht verloren

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Die Einverleibung des Königreiches Polen durch Preußen, Russland und Österreich löste ein Trauma für die polnische Nation aus und wurde zum Grundkonflikt für die folgenden Auseinandersetzungen und Katastrophen des 20. Jahrhunderts. Der Name Polen verschwindet von der ...
(ARD/RBB)

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Die Einverleibung des Königreiches Polen durch Preußen, Russland und Österreich löste ein Trauma für die polnische Nation aus und wurde zum Grundkonflikt für die folgenden Auseinandersetzungen und Katastrophen des 20. Jahrhunderts. Der Name Polen verschwindet von der Landkarte. Es ist die Zeit, in der der Dichter E.T.A. Hoffmann als Beamter in preußischen Diensten in Posen, in Plock und in Warschau seine ersten Werke hervorbringt. Während in der russisch besetzten, multikulturellen Stadt Lodz Polen, Deutsche und Juden in tolerantem Miteinander leben, schlägt im preußisch besetzten Teil Polens die anfängliche Polenliebe der Deutschen bald in nationalen Egoismus und unter Otto von Bismarck sogar in Polenhass um. Germanisierungskampagnen verbieten alles, was polnisch ist. Auch die "Westfalczyks" im Ruhrgebiet, wo inzwischen 400.000 Polen leben, bekommen zu spüren, dass ein Pole als Mensch zweiter Klasse gilt. Mit einer Ausnahme: Wenn es darum geht, für den deutschen Kaiser als Soldat zu sterben. Der Sieg der Deutschen über die Russen gebiert den Mythos von Tannenberg, düstere Vorahnung der Verbrechen des Nazi-Regimes.
Der zweite Teil der vierteiligen Dokumentation "Deutsche und Polen" über das konfliktreiche Verhältnis von Deutschen und Polen hat die Teilungen Polens, beginnend im 18. Jahrhundert, zum Thema.
(ARD/RBB)


8:55
Stereo-Ton

Deutsche und Polen (3/4)

Film von Lew Hohmann

Feindschaft, Fanatismus, Vernichtung

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Mit seiner Niederlage im Ersten Weltkrieg verliert das Deutsche Reich Provinzen im Osten, die an den wieder entstandenen polnischen Staat fallen. In den gemischtsprachigen Gebieten entbrennt ein blutiger Volkstumskampf zwischen Deutschen und Polen. Die Parteien der ...
(ARD/RBB)

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Mit seiner Niederlage im Ersten Weltkrieg verliert das Deutsche Reich Provinzen im Osten, die an den wieder entstandenen polnischen Staat fallen. In den gemischtsprachigen Gebieten entbrennt ein blutiger Volkstumskampf zwischen Deutschen und Polen. Die Parteien der Weimarer Republik fordern eine Revision der Ostgrenzen. Adolf Hitler versucht, Polen in seine Lebensraumpolitik einzubeziehen. Nach der Weigerung des Landes beginnt er am 1. September 1939 einen Vernichtungskrieg gegen das Nachbarvolk im Osten. Die Rassenpolitik der Nationalsozialisten bedeutet den Tod eines Fünftels der polnischen Bevölkerung, insgesamt sechs Millionen Menschen. Die Apokalypse endet in der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes, Hitler lässt die polnische Hauptstadt systematisch dem Erdboden gleichmachen.
Der dritte Teil der vierteiligen Dokumentation "Deutsche und Polen" über das konfliktreiche Verhältnis von Deutschen und Polen dokumentiert die Zeit von 1918 bis 1945.
(ARD/RBB)


9:40
Stereo-Ton

Deutsche und Polen (4/4)

Film von Lew Hohmann

Vertreibung, Erstarrung, Versöhnung

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Mit dem Ende der Terrorherrschaft der Nazis sind den befreiten Polen alle Deutschen verhasst. Die Siegermächte beschließen deren Vertreibung aus dem bis zur Oder-Neiße-Linie verschobenen Polen. Die neue Grenze birgt den deutsch-polnischen Konflikt der folgenden ...
(ARD/RBB)

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Mit dem Ende der Terrorherrschaft der Nazis sind den befreiten Polen alle Deutschen verhasst. Die Siegermächte beschließen deren Vertreibung aus dem bis zur Oder-Neiße-Linie verschobenen Polen. Die neue Grenze birgt den deutsch-polnischen Konflikt der folgenden Jahrzehnte. In der DDR wird die Freundschaft zum kommunistischen Polen von oben verordnet, in der Bundesrepublik bestimmen die Forderungen der Heimatvertriebenen die Polenpolitik der 1950er Jahre. Erst ein Jahrzehnt später bricht das feindliche Schweigen zwischen Deutschen und Polen. Der Kniefall Willy Brandts 1970 in Warschau markiert den Wendepunkt, die Bundesrepublik erkennt die Realitäten der Nachkriegsgeschichte an. Mit der Solidarnosc-Bewegung beginnt eine neue Ära: ein freies Europa mit Deutschen und Polen als gleichberechtigten Partnern.
Im Mittelpunkt des letzten Teils der vierteiligen Dokumentation "Deutsche und Polen" steht das Verhältnis von Deutschen und Polen seit dem Zweiten Weltkrieg.
(ARD/RBB)


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10:35
Stereo-Ton

Kinder Europas

Wir kommen aus Polen

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Was mögen wir an Polen? Was würden wir gerne ändern? Dazu fällt dem Jungen Maciek und seinen Freunden einiges ein: Das Meer und das Gebirge sind toll, das Essen schmeckt gut, und die polnische Musik ist schön. Die großen Städte wie Warschau und Danzig sind ...
(ARD/SWR)

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Was mögen wir an Polen? Was würden wir gerne ändern? Dazu fällt dem Jungen Maciek und seinen Freunden einiges ein: Das Meer und das Gebirge sind toll, das Essen schmeckt gut, und die polnische Musik ist schön. Die großen Städte wie Warschau und Danzig sind aufregend. Umweltverschmutzung und Kriminalität sollten aber weniger werden, finden die Kinder.
In seiner Reportage "Kinder Europas" stellt Maciek Polen und seine Bewohner vor. Er besucht Beata in den Bergen und Mateusz am Strand. Die beiden zeigen ihm Polens tiefste Keller in Danzig und die höchsten Bergspitzen im Tatragebirge. Er lernt ihre Freunde kennen, geht mit ihnen zur Schule und hilft ihnen bei der Aktion "Froschrettung". Am Schluss der Reise kochen alle gemeinsam ein polnisches Nationalgericht: Pilzsuppe.
(ARD/SWR)


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10:45

Schulgeschichten

Film von Stefan Pannen

Das Deutsch-Polnische Gymnasium in Löcknitz

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Im Deutsch-Polnischen Gymnasium in Löcknitz in Mecklenburg-Vorpommern ist die EU bereits Alltag. Dort lernen seit einigen Jahren deutsche und polnische Schüler gemeinsam mit ihren Mitschülern, über die Grenzen und Sprachbarrieren hinweg, zueinander zu finden.
Der ...

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Im Deutsch-Polnischen Gymnasium in Löcknitz in Mecklenburg-Vorpommern ist die EU bereits Alltag. Dort lernen seit einigen Jahren deutsche und polnische Schüler gemeinsam mit ihren Mitschülern, über die Grenzen und Sprachbarrieren hinweg, zueinander zu finden.
Der Film aus der Reihe "Schulgeschichten" stellt das Deutsch-Polnische Gymnasium in Löcknitz vor.


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11:15
Stereo-Ton16:9 FormatVideotext Untertitel

Steffens entdeckt

Polen - Europas letzter Urwald

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Urwald gibt es auch in unseren Breitengraden. So ist der letzte Tiefland-Urwald Europas, der Nationalpark Bialowieza, in Polen zu finden. An der Grenze zu Weißrussland gelegen, ist der Park seit 450 Jahren von Menschenhand beinahe unberührt. In dieser Wildnis fühlen ...

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Urwald gibt es auch in unseren Breitengraden. So ist der letzte Tiefland-Urwald Europas, der Nationalpark Bialowieza, in Polen zu finden. An der Grenze zu Weißrussland gelegen, ist der Park seit 450 Jahren von Menschenhand beinahe unberührt. In dieser Wildnis fühlen sich Wisente richtig wohl. Von der Ausrottung bedroht, ist es gelungen, diese "Urviecher" in Bialowieza wieder anzusiedeln. Wie in vielen Schutzgebieten, leben auch in Bialowieza Menschen. Sie haben gelernt, die Schätze der Landschaft sinnvoll und nachhaltig zu nutzen. So auch der Landwirt Piotre. Aus dem mit der Sense gemähten Schilf stellt er Briketts her. Seine Erfindung produziert nicht nur einen ökologisch wertvollen Brennstoff, sondern dient auch dem Erhalt der Feuchtwiesen. Doch das unter Schutz stehende Weltnaturerbe ist bedroht: Der Borkenkäfer hat die Fichtenbestände befallen. Damit hatte die Parkverwaltung nicht gerechnet, war man doch bislang davon ausgegangen, dass der Schädling in einem intakten Wald keine massenweise Verbreitung findet. Besonders in heißen Sommern, die mit dem globalen Klimawandel immer häufiger werden, schlagen die Insekten zu.
In "Steffens entdeckt" ist Dirk Steffens in dem Nationalpark unterwegs und hilft unter anderem in der Aufzuchtstation der Wisente. Gemeinsam mit Maria, einer jungen Mitarbeiterin aus der Parkverwaltung, erkundet Steffens den Urwald.


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12:00

Zu Tisch in ... Schlesien

Film von Michael Grotenhoff

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Im polnischen Krasiejow, im ehemaligen Oberschlesien, wohnen Paul und Rosa Gottscholl mit ihrer Familie Seite an Seite mit den polnischen Nachbarn, von denen viele erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in diese Landschaft gekommen sind. Die Rivalitäten, die so lange ...

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Im polnischen Krasiejow, im ehemaligen Oberschlesien, wohnen Paul und Rosa Gottscholl mit ihrer Familie Seite an Seite mit den polnischen Nachbarn, von denen viele erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in diese Landschaft gekommen sind. Die Rivalitäten, die so lange das Zusammenleben beider Bevölkerungsgruppen beeinträchtigt haben, sind heute beigelegt. Seit dem Mittelalter haben Deutsche gemeinsam mit Polen in Schlesien gesiedelt. Mehrfach hat Schlesien in den letzten 1.000 Jahren die Herrschaft gewechselt, war fast 200 Jahre eine preußische Provinz. Heute ist Schlesien eine polnische Woiwodschaft, ein Amtsbezirk, in dem fast ein Viertel der polnischen Bevölkerung lebt. Nur wenige Deutsche leben noch dort. Wer sich dafür interessiert, was heute in Slask gekocht und gegessen wird, muss in die Küche einer polnischen Familie gehen. Da Deutsche aber so viele Jahrhunderte in Schlesien gelebt haben, steht die schlesische Kochkunst zumindest in Deutschland noch immer für eine regionale Variante der deutschen Küche. Die Gottscholls halten die Tradition hoch. Und dazu gehören auch die alten Gerichte der Region, wie zum Beispiel eine kräftige Suppe aus jungen Tauben. Als Rind- und Schweinefleisch noch teuer waren und selten auf den Tisch kamen, gehörten Tauben zum Repertoire der bürgerlichen Küche. Mohnkuchen mit dicken Streuseln darf bei keinem schlesischen Kaffeekränzchen fehlen. Und sonntags gibt es Rouladen mit Rotkraut und Kompott - die berühmten schlesischen Kartoffelklöße nicht zu vergessen. Fest und doch locker müssen sie sein, damit sie gelungen sind.
Der Film "Zu Tisch in ... Schlesien" stellt die schlesische Küche vor.


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12:30
Stereo-Ton16:9 Format

Deutsch-Polnische Grenzgeschichten

Nachbarn in Pommern

Film von Gudrun Brigitta Nöh

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Unterwegs in Stettin, in Grenzdörfern und am Haff: Derzeit wird ein neues, ein europäisches Kapitel dieser Grenzregion geschrieben. Ob bodenständige Bauern, alteingesessene Fischer, findige Geschäftsleute oder pfiffige Jugendliche - sie wagen einen Blick in die Zukunft ...
(ARD/NDR)

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Unterwegs in Stettin, in Grenzdörfern und am Haff: Derzeit wird ein neues, ein europäisches Kapitel dieser Grenzregion geschrieben. Ob bodenständige Bauern, alteingesessene Fischer, findige Geschäftsleute oder pfiffige Jugendliche - sie wagen einen Blick in die Zukunft und wollen ihre Ideen und Träume verwirklichen. Enthusiasten, die sich von hohen Arbeitslosenzahlen, bürokratischen Hürden und negativen Schlagzeilen über ihre Heimat nicht beirren lassen. So verhilft zum Beispiel eine deutsch-polnische Firma dem Stettiner Schloss zu neuem Glanz. Sie liefert Spezialgerüste zur Restaurierung des Wahrzeichens hoch über der Stadt. Europäischer Standard in der Landwirtschaft ist ein gemeinsames Anliegen der Molkereien in Altentreptow und Stargard Szczecinski. Die junge Liebe zwischen Paul aus Ramin und seiner Johanna aus Police musste keine Grenze überwinden: Die beiden haben sich auf dem Deutsch-Polnischen Gymnasium in Löcknitz kennengelernt.
Der Film "Deutsch-Polnische Grenzgeschichten" zeichnet den Alltag einer Grenzregion nach, die einst am Rande lag und jetzt in die Mitte Europas gerückt ist.
(ARD/NDR)


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13:30
Stereo-Ton16:9 Format

Für Danzig sterben?

Film von Andrzej Klamt

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In Danzig begann am 1. September 1939 mit den Schüssen der "Schleswig-Holstein" auf den polnischen Militärstützpunkt Westerplatte der Zweite Weltkrieg. 41 Jahre später wurde in Danzig, das nun offiziell Gdansk hieß, die freie Gewerkschaft Solidarnosc gegründet - die ...

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In Danzig begann am 1. September 1939 mit den Schüssen der "Schleswig-Holstein" auf den polnischen Militärstützpunkt Westerplatte der Zweite Weltkrieg. 41 Jahre später wurde in Danzig, das nun offiziell Gdansk hieß, die freie Gewerkschaft Solidarnosc gegründet - die erste unabhängige Gewerkschaft innerhalb des einstigen Ostblocks. Sie kanalisierte den Widerstand der polnischen Arbeiter und läutete den Anfang vom Ende der von Stalin und den Westmächten in Jalta festgelegten politischen Teilung Europas ein. Die Stadt Danzig steht damit symbolisch für zwei zentrale historische Entwicklungen des 20. Jahrhunderts. Sie ist einer der wichtigsten Orte des Erinnerns in Europa. Wenn es ein Leitmotiv in der Geschichte Danzigs gibt, so ist es "Freiheit". In der Zeit zwischen den Weltkriegen hieß sie "Freie Stadt Danzig". Als diese im September 1939 ans Deutsche Reich angeschlossen wurde, erklärten die Nationalsozialisten, dass erst jetzt die Stadt wahrhaft "frei" und deutsch sei. Kurz nach dem Krieg verkündeten die siegreiche Sowjetmacht und die polnischen Kommunisten, die Stadt sei nun "befreit". 1980 gründeten die polnischen Arbeiter in Danzig die erste freie und unabhängige Gewerkschaft im Ostblock und erreichten für knapp 18 Monate eine im sowjetischen Machtbereich bis dato nicht gekannte Freiheit des Wortes. Bis 1989 ebenfalls in Danzig durch Arbeiterstreiks und Verhandlungen mit den Machthabern der Beginn der friedlichen Revolution in Osteuropa eingeläutet wurde, die Freiheit und Demokratie brachte.
Der Film "Für Danzig sterben?" von Andrzej Klamt spürt mit einer Collage aus Interviews, seltenen Archivaufnahmen und Stadtimpressionen des heutigen Danzigs der Frage nach, wieso gerade die Stadt an der Mündung der Weichsel in die Ostsee Schauplatz zweier so folgenreicher Ereignisse des 20. Jahrhunderts wurde. Bedeutende Danziger wie Günter Grass, Pawel Huelle und Lech Walesa schildern ihre jeweils einzigartige Sicht auf die Stadt und deren bewegte Geschichte.


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14:15
Stereo-Ton16:9 Format

Kriegsrecht in Polen

Das Duell Walesa - Jaruzelski

Film von Dierk Ludwig Schaaf

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Wojciech Jaruzelski und Lech Walesa, zwei legendäre Widersacher des 20. Jahrhunderts. Der eine verhängte am 13. Dezember 1981 das Kriegsrecht: Jaruzelski, damals polnischer Partei- und Regierungschef, versuchte, die Freiheits-Bewegung der Gewerkschaft Solidarnosc zu ...
(ARD/WDR)

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Wojciech Jaruzelski und Lech Walesa, zwei legendäre Widersacher des 20. Jahrhunderts. Der eine verhängte am 13. Dezember 1981 das Kriegsrecht: Jaruzelski, damals polnischer Partei- und Regierungschef, versuchte, die Freiheits-Bewegung der Gewerkschaft Solidarnosc zu vernichten. Lech Walesa, der Gründer von Solidarnosc, schaffte es, dass seine Bewegung im Untergrund überlebte und letztlich das kommunistische Regime besiegte. Walesa wurde Nachfolger von Jaruzelski als Staatspräsident. Bis heute ist das Land gespalten, wenn ein Urteil über den Zweikampf zu fällen ist. War es ein Kampf zwischen Vernunft und Emotion, wie Jaruzelski behauptet? Oder war es ein Kampf um Freiheit oder Kommunismus, wie Walesa sagt?
Der Film "Kriegsrecht in Polen" folgt den Spuren dieser beiden Figuren der jüngeren Geschichte Polens. In Einzelinterviews - denn zwischen den beiden herrscht immer noch eine große Abneigung - erzählen sie die Geschehnisse von damals neu. Bilder, die den Widerstand der Bevölkerung und die brutalen Aktionen der Miliz in vielen polnischen Städten zeigen, ergänzen die Erzählungen.
(ARD/WDR)


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15:00

ZDF-History

mit Guido Knopp

Der Papst aus Polen - Die wahre Geschichte

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Mit seiner Wahl begann die überraschende Rückkehr der Kirche in die Politik, den Fall der Mauer hat nach Meinung vieler Experten auch er ermöglicht: Papst Johannes Paul II. Doch viele führen den massenhaften Austritt aus der Kirche auch auf seine kompromisslose Haltung ...

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Mit seiner Wahl begann die überraschende Rückkehr der Kirche in die Politik, den Fall der Mauer hat nach Meinung vieler Experten auch er ermöglicht: Papst Johannes Paul II. Doch viele führen den massenhaften Austritt aus der Kirche auch auf seine kompromisslose Haltung zurück. Als Karol Wojtyla nach langer und öffentlicher Leidenszeit am 2. April 2005 starb, waren sich Kritiker und Anhänger einig: Der Pontifex aus Polen war ein Jahrhundertpapst, dessen Wirkung lange anhalten wird.
Der Film aus der Reihe "ZDF-History" untersucht Lebensweg und Erbe des Karol Wojtyla aus Wadowice.


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16:15
16:9 Format

Mein Polen: Die vier Gesichter Krakaus

Film von Robin Lautenbach

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Krakau hat mehr zu bieten als prächtige Architektur. Abseits der Touristenrouten kann man die Stadt und ihre Geschichte neu entdecken. Dort zeigen sich das jüdische, das österreichisch-galizische, das päpstliche und das junge Krakau.
Der Film "Mein Polen: Die vier ...
(ARD/RBB)

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Krakau hat mehr zu bieten als prächtige Architektur. Abseits der Touristenrouten kann man die Stadt und ihre Geschichte neu entdecken. Dort zeigen sich das jüdische, das österreichisch-galizische, das päpstliche und das junge Krakau.
Der Film "Mein Polen: Die vier Gesichter Krakaus" begleitet unter anderem Überlebende von "Schindlers Liste", die zum ersten Mal wieder in die Stadt an der Weichsel kommen, zeigt Krakauer, die noch immer das Andenken des österreichischen Kaiser Franz Joseph hochhalten, und stellt Taucher vor, die den Papst aus Krakau, Johannes Paul II., unter Wasser verehren.
(ARD/RBB)


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16:45
VPS 16:44

Stereo-Ton16:9 Format

Marek Krajewski. Tod in Breslau

Film von Tobias Gohlis und Martin Schöne

(aus der ZDFinfo-Reihe "crime time")


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17:00
Stereo-Ton16:9 Format

Tschüss DDR! Über Warschau in die Freiheit

Dokumentarfilm von Krzysztof Czajka, Deutschland/Polen 2009

Länge: 57 Minuten

Erstausstrahlung

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Um die Welt gingen 1989 die Bilder aus der Prager Botschaft, wo am 30. September der damalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher rund 3.500 DDR-Bürgern verkündete, dass sie ausreisen dürften. Dass auch über Warschau Tausende flohen, ist über 20 Jahre später fast ...

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Um die Welt gingen 1989 die Bilder aus der Prager Botschaft, wo am 30. September der damalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher rund 3.500 DDR-Bürgern verkündete, dass sie ausreisen dürften. Dass auch über Warschau Tausende flohen, ist über 20 Jahre später fast in Vergessenheit geraten. Im Spätsommer 1989 war Thorsten Heinhold nicht der einzige DDR-Bürger, der über Polen eine Flucht in den Westen wagte. Die politische und wirtschaftliche Situation in der DDR veranlasste rund 100.000 Ostdeutsche nach Wegen in den Westen über Ungarn, die Tschechoslowakei, aber auch über Polen zu suchen. So schwammen einige durch Oder und Neiße, nicht wenige flohen zu Fuß über das Riesengebirge, und einige reisten ganz legal nach Polen.
Der Dokumentarfilm "Tschüss DDR! Über Warschau in die Freiheit" von Regisseurs Krzysztof Czajka, der im Auftrag der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit mit Unterstützung des Polnischen Filminstituts entstand, erzählt ein vergessenes Kapitel der deutsch-polnischen Geschichte. Er stellt neben Thorsten Heinhold auch Ute und Udo Finke sowie Peter und Heidi Reichmuth vor, denen die Flucht aus der DDR über Warschau gelang. Er schildert aber auch das Schicksal von Thomas Przybylski, dem die Flucht misslang - statt in der Freiheit fand er sich im Stasigefängnis in Potsdam wieder.


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18:00
Stereo-Ton16:9 Format

Avanti Polonia! Warschaus Weg nach Westen

Film von Eva Schmidt

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Polen schreibt als einziges EU-Land 2009 keine roten Zahlen und weist ein enormes Wirtschaftswachstum auf. Das deutsche Nachbarland hat sich zu einem wirtschaftlichen Zugpferd in Osteuropa entwickelt. Mit knapp 40 Millionen Einwohnern hat Polen nicht nur einen beachtlichen ...

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Polen schreibt als einziges EU-Land 2009 keine roten Zahlen und weist ein enormes Wirtschaftswachstum auf. Das deutsche Nachbarland hat sich zu einem wirtschaftlichen Zugpferd in Osteuropa entwickelt. Mit knapp 40 Millionen Einwohnern hat Polen nicht nur einen beachtlichen Binnenmarkt, sondern auch eine konsumfreudige Bevölkerung. Dass die internationale Krise den Polen die Einkaufslust kaum vermiesen konnte, hat die Konjunktur an der Weichsel gestützt. Zudem ließen polnische Banken weitgehend die Finger von Hochrisikopapieren: Das ersparte dem Land Bankenrettungspläne und Konjunkturprogramme. Das technologische Niveau vieler polnischer Unternehmen kann mittlerweile mit dem Westen mithalten, das macht polnische Produkte international konkurrenzfähig. Polnische Unternehmen expandieren Richtung Westen, Deutschland ist für sie oft der erste Testmarkt. Ein Beispiel dafür ist die polnische Softwarefirma "Comarch", die inzwischen als Bundesliga-Sponsor auftaucht. Das börsennotierte Unternehmen stammt aus Krakau, einer traditionsreichen Universitätsstadt, die als Zentrum der polnischen Hightech- und IT-Branche gilt. Doch Polen liegt zwar ökonomisch im grünen, ökologisch aber im roten Bereich. Wenn es ums Klima geht, gilt Polen als "das China Europas".
Der Film "Avanti Polonia! Warschaus Weg nach Westen" von Eva Schmidt nimmt die polnische Wirtschaft ins Visier.


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18:30

Wäsche auf Achse - Täglich Polen und zurück

Film von Rita Knobel-Ulrich

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Jeden Tag um 13 Uhr dreht der Lastwagen aus Polen seine Runde. Die Hausdamen der Berliner Luxushotels Adlon, Interconti und Bristol warten schon. Eduard Sawicki, der Fahrer, klappert diese und noch an die 100 andere Hotels ab. 35 Tonnen Wäsche wuchtet er nach und nach in ...
(ARD/SWR)

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Jeden Tag um 13 Uhr dreht der Lastwagen aus Polen seine Runde. Die Hausdamen der Berliner Luxushotels Adlon, Interconti und Bristol warten schon. Eduard Sawicki, der Fahrer, klappert diese und noch an die 100 andere Hotels ab. 35 Tonnen Wäsche wuchtet er nach und nach in seinen Lkw Handtücher, Bademäntel, Tischtücher, Bettwäsche. Das Ziel: Polen. Im drei Fahrstunden entfernten Gryfino erledigen 400 Angestellte einer großen Wäscherei die Arbeit - waschen, reinigen, mangeln und falten rund um die Uhr. 24 Stunden später hat der Hotelgast seinen Bademantel flauschig zurück. Im deutschen Wirtschaftleben mittlerweile eine kleine, ganz alltägliche Geschichte von Arbeit, die auswandert. Früher haben deutsche Wäschereien in Berlin und Brandenburg die Luxushotels beliefert. Warum geht das heute nicht mehr? "Was wir dort in Polen veranstalten, könnten wir in Deutschland gar nicht machen", sagt der Geschäftsführer der polnischen Wäscherei, ein Deutscher. Und meint damit zum Beispiel, dass jedes Wäschestück von Hand gefaltet wird und sich das Hotel aussuchen kann, ob beim Bademantel der Kragen nach außen oder nach innen gelegt wird, je nach Wunsch des Hotels. Da dürfe nichts durcheinander kommen, auch nicht bei zig Tonnen Wäsche am Tag. Zudem sei in Polen 24 Stunden am Stück ein Mitarbeiter für die Kunden ansprechbar. Niedrige Löhne seien nicht der einzige Grund, warum diese Jobs von Deutschland nach Polen ausgewandert seien.
Der Film "Wäsche auf Achse - Täglich Polen und zurück" verfolgt den Weg der Hotelwäsche aus deutschen Luxusherbergen nach Polen und zurück nach Deutschland. Menschen diesseits der Grenze, an denen die Arbeit vorbeigeht, und Menschen in Polen, die sie heute machen, kommen ebenso zu Wort wie Geschäftsführer und Hotelmanager.
(ARD/SWR)


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19:00
Stereo-Ton16:9 FormatVideotext Untertitel

heute

anschl. 3sat-Wetter


Aktuelle, informative Beiträge und Live-Schaltgespräche zu den Topthemen des Tages aus Politik, Wirtschaft, Justiz, Wissenschaft und Sport liefert die ZDF-Nachrichtensendung.


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19:10
Stereo-Ton16:9 Format

Kulturzeit extra: Berlin-Breslau. Aufbruch in ein neues

Europa

Film von Cornelius Janzen und Ralf Rättig

Moderation: Tina Mendelsohn

Mit den Gästen:
Rafal Dutkiewicz (Stadtpräsident Breslau),
Waldemar Major Fydrych (Aktionskünstler),
Adam Gusowski und Piotr Morde (Satiriker "Der
Club der polnischen Versager"), Hakobo (Grafik-Designer)
Nigel Kennedy (Violinist, lebt seit Jahren in Polen)
Zbigniew Libera (Aktionskünstler), Joanna Mytkowska
(Kuratorin Early Years in der Galerie KunstWerke, Berlin),
Marek Prawda (polnischer Botschafter in Berlin)
Karl Schlögel (Osteuropa-Historiker)
Olga Tokarczuk (Psychologin und Schriftstellerin)
Wojciech Wilczyk (Fotograf)
Anna Kosciuk (Architektin der Storchen-Synagoge in Breslau)
Erstausstrahlung

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Die Oder trennt als Teil der polnisch-deutschen Grenze die beiden Staaten von Süd nach Nord. Ein anderer Wasserweg verbindet die Nationen: Es ist ein alter Kanal, der von West nach Ost, von Berlin nach Breslau führt. Tina Mendelsohn folgt ihm und fragt Polen und ...

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Die Oder trennt als Teil der polnisch-deutschen Grenze die beiden Staaten von Süd nach Nord. Ein anderer Wasserweg verbindet die Nationen: Es ist ein alter Kanal, der von West nach Ost, von Berlin nach Breslau führt. Tina Mendelsohn folgt ihm und fragt Polen und Deutsche, wie sie sich gegenseitig wahrnehmen, gerade heute unter dem Eindruck der Tragödie von Smolensk, die sich während der Dreharbeiten ereignete. Sie veränderte den Film - denn kein Gesprächspartner blieb unbeeinflusst. Der Historiker Karl Schlögel verglich das Unglück in seiner Bedeutung für Polen mit dem 11. September. Der Stadtpräsident von Wroc?aw/Breslau, Rafa? Dutkiewicz, der die Hälfte der Opfer persönlich kannte, wollte wissen, inwieweit sich die Deutschen den Polen jetzt verbunden fühlen. Was bedeutet die Trauer für die Nationalgeschichte und was sagt der Umgang mit ihr über die polnische Gesellschaft aus?
"Kulturzeit"-Moderatorin Tina Mendelsohn beginnt ihre Reise in der polnischen Kunstszene in Berlin und gelangt weiter bis nach Breslau. Sie unterhält sich unter anderen mit dem polnischen Botschafter, Marek Prawda, über das Thema Vertreibung, beobachtet im "Club der polnischen Versager" den Dreh einer satirischen Soap-Opera und lässt sich von der Kuratorin Joanna Mytkowska in die polnische Kunst der Gegenwart einführen, auf einer Ausstellung in der Berliner Galerie "Kunst-Werke". "Kulturzeit extra: Beiderseits der Oder" lässt zwischen Trauer, Geschichtsbewusstsein und Aufbruchsstimmung ein facettenreiches Bild von Polen entstehen. Ein Stimmungsbild 20 Jahre nach der Wende, 65 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs.


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20:00
Stereo-Ton16:9 FormatVideotext Untertitel

Tagesschau



ARD-Nachrichten aus dem In- und Ausland auf den Punkt gebracht.
(ARD)


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20:15
Stereo-Ton16:9 Format

Polen für Anfänger

Ein Roadmovie mit Kurt Krömer und Steffen Möller

Film von Katrin Rothe

Erstausstrahlung

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Polen ist nur etwa 80 Kilometer von Berlin entfernt. Doch Kurt Krömer, der Komiker aus Berlin-Neukölln, war noch nie wirklich dort. Der andere, der Kabarettist und Autor Steffen Möller, ist der berühmteste deutsche Gastarbeiter in Polen. Zusammen bereisen sie Polen - ...
(3sat/ARD/RBB)

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Polen ist nur etwa 80 Kilometer von Berlin entfernt. Doch Kurt Krömer, der Komiker aus Berlin-Neukölln, war noch nie wirklich dort. Der andere, der Kabarettist und Autor Steffen Möller, ist der berühmteste deutsche Gastarbeiter in Polen. Zusammen bereisen sie Polen - im Zug und im Fiat Polski und zeigen ihr "Polen für Anfänger". Krömer, der Neu-Pole, ist verblüfft, wie heftig sich Warschau in die freie Marktwirtschaft verliebt hat. Wie schön doch die Polinnen sind und wie allgegenwärtig der Katholizismus. Krömer kapiert auf der Fahrt so langsam, warum Polen so glühende Patrioten sind. Auch für Möller ist nicht alles alter Wodka, was er auf der Tour mit Krömer sieht. Im Warschauer Kulturpalast im stalinistischen Zuckerbäckerstil ist auch er zum ersten Mal. Dann: Die beiden Polen-Entdecker haben eine sehr reale Autopanne, später fahren sie wieder planmäßig mit dem Kanu auf der Odra, wie die Oder dort heißt, und arbeiten bei einer Weinkönigin, die trotz aller Widersprüche polnischer Gesetzgebung mit ihren Eltern ein mittelständiges Winzer-Unternehmen aufbaut.
Das Roadmovie "Polen für Anfänger" ist eine Entdeckungsreise nach Polen. Kurt Krömer und Steffen Möller laden zum gegenseitigen Kennenlernen ein. Sie treffen in ihrem Polen auf spannende Persönlichkeiten, schräge Vögel, Visionäre und Reaktionäre, und entdecken ein modernes, vielfältiges und oft widersprüchliches Land.
(3sat/ARD/RBB)


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21:00
Stereo-Ton16:9 Format

Willkommen auf der Weichsel

Von Bullen, Skispringern und Sozialisten

Film von Ulrich Adrian

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Von den beiden Quellen im Süden Polens bis zur Mündung im Delta an der Ostsee sind es genau 1.047 Kilometer, eine weite Reise für die Weichsel. Der Fluss trennt das Land von Süden nach Norden ziemlich genau in der Mitte. Die Weichsel ist fast unberührt - es gibt viel ...
(ARD/WDR)

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Von den beiden Quellen im Süden Polens bis zur Mündung im Delta an der Ostsee sind es genau 1.047 Kilometer, eine weite Reise für die Weichsel. Der Fluss trennt das Land von Süden nach Norden ziemlich genau in der Mitte. Die Weichsel ist fast unberührt - es gibt viel Natur und eine einzigartige Tierwelt. Es ist ein seltsamer Fluss: Auf ihm gibt es fast keinen Schiffsverkehr, keinen Tourismus, keine Industrie. Eigentlich ist er völlig nutzlos, aber kein Pole würde auf ihn verzichten. Es gibt Esoteriker, die die Weichsel trommelnd zum Ausflug in eine andere Welt nutzen, und Paraglider, die für die polnische Polizei aus der Luft Umweltverschmutzer am Fluss suchen. Wer dem Sozialismus nachtrauert, ist am Weichselufer mit seinem Trabant Marke Eigenbau willkommen, nachts sind illegale Fischer auf der Weichsel unterwegs. Sandomierz rühmt sich, die schönste Stadt an der Weichsel zu sein: Dort werden in der historischen Kulisse die populärsten polnischen Filme gedreht. Schließlich ist die Weichsel der schönste Fluss Europas, die "Königin der Flüsse", so die durchgehende Meinung unter den Polen.
Der Film "Willkommen auf der Weichsel" reist entlang der Weichsel und begleitet einen Extremsportler, der einen Monat lang auf dem Fluss mit dem Kajak unterwegs war. Er zeigt unter anderem den Weichsel-Staudamm, in dem die polnische Geheimpolizei vor ziemlich genau 25 Jahren den Solidarnosc-Priester Jerzy Popieluszko ermorden ließ.
(ARD/WDR)


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21:30
Stereo-Ton

Warschauer Träume - Polens junge Hauptstadt

Film von Robin Lautenbach

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Warschau ist eine dynamische Metropole. Dabei ist die Stadt weder prachtvoll noch schön, sondern ein Ort, der offen die Narben seiner leidvollen Geschichte zeigt. Vor allem die jungen Warschauer sind stolz auf ihre Stadt. Sie wollen sie fit machen für eine Zukunft ...
(ARD/RBB)

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Warschau ist eine dynamische Metropole. Dabei ist die Stadt weder prachtvoll noch schön, sondern ein Ort, der offen die Narben seiner leidvollen Geschichte zeigt. Vor allem die jungen Warschauer sind stolz auf ihre Stadt. Sie wollen sie fit machen für eine Zukunft zwischen Ost- und Westeuropa. Warschau, die herbe und raue Stadt, hat viele Musiker inspiriert, unter anderen Czeslaw Niemen, eine Ikone der polnischen Rockmusik. Sein berühmtester Song heißt "Warschauer Traum".
Der Film "Warschauer Träume - Polens junge Hauptstadt" zeigt Warschaus wilde Mischung sozialistischer Baustile mit denen des neuen und zügellosen Kapitalismus. Er führt durch die wieder aufgebaute Altstadt, durch das Zentrum der Hochhäuser bis hin zum stalinistischen Kulturpalast. Zu sehen ist aber auch der Stadtteil Praga auf der anderen Weichselseite. Dort bekommt man eine Ahnung davon, wie Warschau vor dem Krieg ausgesehen hat.
(ARD/RBB)


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22:00
Stereo-Ton16:9 FormatVideotext Untertitel

Am Ende kommen Touristen

Fernsehfilm, Deutschland 2007

Darsteller:
Sven LehnertAlexander Fehling
Stanislaw KrzeminskiRyszard Ronczewski
Ania LanuszewskaBarbara Wysocka
Krzysztof LanuszewskiPiotr Rogucki
Klaus HeroldRainer Sellien
u.a.
Buch: Robert Thalheim
Buch: Alexander Buresch
Buch: Bernd Lange
Buch: Hans-Christian Schmid
Regie: Robert Thalheim
Länge: 79 Minuten

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Zivildienst in einer Begegnungsstätte in Polen? Das stand auf Svens Wunschliste nicht ganz oben, war aber die einzig freie Stelle, die er noch bekommen konnte. In Oswiecim, dem Ort, der unter seinem deutschen Namen Auschwitz traurige Berühmtheit erlangte, soll sich Sven ...

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Zivildienst in einer Begegnungsstätte in Polen? Das stand auf Svens Wunschliste nicht ganz oben, war aber die einzig freie Stelle, die er noch bekommen konnte. In Oswiecim, dem Ort, der unter seinem deutschen Namen Auschwitz traurige Berühmtheit erlangte, soll sich Sven um den eigenwilligen KZ-Überlebenden Krzeminski kümmern. Sven wird nicht nur mit neuen Aufgaben, fremder Sprache und der historischen Bedeutung des Ortes konfrontiert, sondern auch mit der eingespielten Routine der Vergangenheitsbewältigung. Als Sven auf die polnische Dolmetscherin Ania trifft und sich in sie verliebt, lernt er ein Leben jenseits der Begegnungsstätte kennen. Aber wie sieht ein normales Leben an einem Ort aus, an dem nichts normal ist? Wo Fettnäpfchen, Vorurteile und Tabus auf der einen Seite und Gedenkstätten-Tourismus auf der anderen Seite lauern? Als Ania sich für ein Stipendium in Brüssel bewirbt, beschließt Sven alles hinzuschmeißen. Mit gepackten Koffern steht er am Bahnhof.
"Am Ende kommen Touristen" ist ein Film über Zukunftsträume in der Konfrontation mit der Vergangenheit. Es ist eine Liebesgeschichte aus dem neuen Europa und der zweite Spielfilm von Robert Thalheim, dessen Debüt "Netto" vielfach preisgekrönt wurde. "Am Ende kommen Touristen" lief als deutscher Beitrag beim Filmfestival in Cannes 2007 in der Sektion "Un certain regard" und auf zahlreichen Festivals weltweit. Er wurde als "Bester Spielfilm" für den Deutscher Filmpreis nominiert, Hauptdarsteller Alexander Fehling erhielt auf dem Filmfest München den "Förderpreis Deutscher Film Schauspiel".


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23:15
Videotext Untertitel

Geld ist nicht alles!

Mit einem Kino-Vorführer durch Masuren

Film von Annette Dittert

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Seit 30 Jahren zieht Kazimierz Barcikowski mit seinem kleinen Lastwagen über die polnischen Dörfer. Für viele Menschen bietet er die einzige Abwechslung, denn Kazimierz Barcikowski ist Kino-Vorführer. In Scheunen, Schulen und Gemeindesälen baut er seine Leinwand auf. ...
(ARD/WDR)

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Seit 30 Jahren zieht Kazimierz Barcikowski mit seinem kleinen Lastwagen über die polnischen Dörfer. Für viele Menschen bietet er die einzige Abwechslung, denn Kazimierz Barcikowski ist Kino-Vorführer. In Scheunen, Schulen und Gemeindesälen baut er seine Leinwand auf. Früher gab es viele solcher Kino-Vorführer in Polen. Sie waren wie Kazimierz beim Staat angestellt.
Der Film "Geld ist nicht alles!" begleitet Kazimierz Barcikowski auf seiner Tour quer durch Masuren.
(ARD/WDR)


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23:45
Stereo-Ton16:9 Format

Der Meister

Spielfilm, Polen/Deutschland 2005

Darsteller:
Meister Aleksander SapalovKonstantin Lawronjenko
MlodyJacek Braciak
AnnaMonika Buchowiec
AndzelaTeresa Branna
ElodieAurelia Georges
u.a.
Regie: Piotr Trzaskalski
Länge: 110 Minuten

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Aleksander ist "der Meister". Als Messerwerfer ist der russische Afghanistan-Veteran ein absoluter Könner, doch wenn er nicht gerade mit verbundenen Augen auf sie zielt, dann kann er mit Menschen wenig anfangen. Als er wegen seiner Trunksucht von einem Zirkus gefeuert ...

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Aleksander ist "der Meister". Als Messerwerfer ist der russische Afghanistan-Veteran ein absoluter Könner, doch wenn er nicht gerade mit verbundenen Augen auf sie zielt, dann kann er mit Menschen wenig anfangen. Als er wegen seiner Trunksucht von einem Zirkus gefeuert wird, macht er sich selbstständig und tingelt mit einem klapprigen Bus durch die polnische Provinz. Auf dem Weg sammelt er andere verlorene Seelen auf: die Prostituierte Andzela und den Akkordeonspieler Mlody. Als Assistentin und musikalischer Begleiter komplettieren sie die Zirkustruppe. Gemeinsam geben sie jeden Abend in einem anderen Dorf Vorstellungen. Wenn sie genügend Geld verdient haben, wollen sie nach Paris gehen. Aleksander träumt schon lange davon, in der Stadt an der Seine seine Kunst zu präsentieren. Alles ändert sich, als die schöne Anna in das Leben des Kleinkünstlers tritt. Er verliebt sich, die Reise endet vorerst. Doch als Anna schwanger wird und Aleksanders Wutausbrüche und Stimmungsschwankungen zunehmen, droht die Zirkusfamilie auseinander zu brechen.
Weite Felder, nebelverhangene Gewässer und einsame Landstraßen: Das sind die Schauplätze dieses melancholischen Roadmovies, die der Selbstfindung des einsamen "Meisters" Aleksander - herausragend dargestellt von Konstantin Lawronjenko - eine beeindruckende Kulisse bieten. Piotr Trzaskalski findet in seinem zweiten Spielfilm stimmungsvolle Bilder von sanfter Poesie. Mal berührend, mal komisch zeigt er, wie Aleksander sich vom Misanthropen zum Liebenden wandelt. Neben der Nominierung für den Polnischen Filmpreis, wurde "Der Meister" auf den Filmfestivals in Miami und Gdnia mit Preisen ausgezeichnet.


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1:35
Stereo-Ton16:9 Format

Tomasz Stanko Quartet

JazzBaltica-Festival, 2005

Mit Tomasz Stanko (Trompete), Marcin Wasilewski (Klavier),
Slawomir Kurkiewicz (Bass) und Michal Miskiewicz (Schlagzeug)

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Der polnische Trompeter Tomasz Stanko kann mit Fug und Recht als eine Leitfigur des europäischen Jazz bezeichnet werden, als einer, der dem amerikanischen Einfluss früh eigenständige Idiome entgegenzusetzen vermochte. Im Quintett seines Mentors Krzysztof Komeda fand ...

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Der polnische Trompeter Tomasz Stanko kann mit Fug und Recht als eine Leitfigur des europäischen Jazz bezeichnet werden, als einer, der dem amerikanischen Einfluss früh eigenständige Idiome entgegenzusetzen vermochte. Im Quintett seines Mentors Krzysztof Komeda fand Stanko bereits in den 1960er Jahren zu einer lyrischen Sprache, in der sich die Schwermut der Volksmusik seiner Heimat mit freien, von Coleman, Ayler und Mingus beeinflussten Strukturen kreuzte. Mehr als 40 Jahre nach seiner ersten Band "Jazz Darings" zeichnet Stankos Spiel heute ein untrügliches Gefühl für das Wesentliche aus. Den dunklen, poetischen und intensiven Trompetenton intoniert Tomasz Stanko so traumwandlerisch sicher, dass er ihn spielend zwischen melancholisch-kontemplativen und dramatisch-expressiven Stimmungen changieren lassen kann. Während Stanko in den 1990er Jahren mit diversen Aufnahmen sein internationales Renommee weiter ausbaute, formierte er 1994 ein Quartett mit jungen Talenten aus Polen. Acht Jahre lang reifte dieses Trio um den Pianisten Marcin Wasilewski an seiner Seite, bis sie zusammen mit der CD "Soul of Things" ein erstes Zeichen setzten.
Beim "JazzBaltica-Festival 2005" spielte die Formation unter anderem Stücke ihres aktuellen Albums "Suspended Night". Diese Einspielung wurde in Polen mit Gold ausgezeichnet und ließ den "Guardian" Vergleiche zu Miles Davis' legendärem "Kind of Blue"-Album ziehen.


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2:40
Stereo-Ton16:9 Format

Manu Katché "Playground"

JazzBaltica-Festival, 2008

Mit Manu Katché (Schlagzeug), Matthias Eick (Trompete),
Marcin Wasilewski (Klavier) und Slawomir Kurkiewicz (Bass)

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Kaum einer spielt sein Schlagzeug so geschmeidig und filigran groovend wie Manu Katché. Dem 1958 bei Paris als Nachfahre von Einwanderern aus der Elfenbeinküste geborenen Drummer gelang der Durchbruch Mitte der 1980er Jahre als Sideman von Peter Gabriel. Schnell machte ...

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Kaum einer spielt sein Schlagzeug so geschmeidig und filigran groovend wie Manu Katché. Dem 1958 bei Paris als Nachfahre von Einwanderern aus der Elfenbeinküste geborenen Drummer gelang der Durchbruch Mitte der 1980er Jahre als Sideman von Peter Gabriel. Schnell machte die Kunde von den agilen Rhythmen und den melodischen Beats des Franzosen die Runde. Ob Sting, die Dire Straits, Joni Mitchell, Tori Amos oder Youssou N'Dour: Die Besten der Pop- und Rockszene wurden bei ihm vorstellig. "Ich versuche immer, Patterns zusammenzufügen und daraus einen Groove zu entwickeln sowie der Musik zusätzliche Farbe zu verleihen", erklärt Manu Katché sein Spiel. Nimmt man sein aktuelles Album "Playground" zum Maßstab, funktioniert das sehr gut. Katché entwirft Songs mit melodischem Akzent und lässt sie im Bandkollektiv wachsen.
Auf der "JazzBaltica 2008" präsentierte Manu Katché zusammen mit dem Pianisten Marcin Wasilewski, dem Bassisten Slawomir Kurkiewicz und dem Trompeter Matthias Eick sein Album "Playground".


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3:45
Stereo-Ton16:9 Format

Zaungäste

Dokumentarfilm von Matl Findel und Leszek Dawid,

Deutschland/Polen 2008

Länge: 82 Minuten

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Auch heute noch haben Deutsche und Polen kein unvoreingenommenes Verhältnis zueinander. Der Blick auf den Nachbarn ist oft von Vorurteilen und Projektionen verstellt. Doch es lohnt sich, genauer hinzusehen.
Zwei Sommer lang reisten die beiden Filmemacher Matl Findel ...

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Auch heute noch haben Deutsche und Polen kein unvoreingenommenes Verhältnis zueinander. Der Blick auf den Nachbarn ist oft von Vorurteilen und Projektionen verstellt. Doch es lohnt sich, genauer hinzusehen.
Zwei Sommer lang reisten die beiden Filmemacher Matl Findel und Leszek Dawid im Rahmen eines von der Akademie der Künste Berlin initiierten Dokumentarfilmprojekts in das Land des jeweils anderen. Die einzige Vorgabe, auf die sie sich bei ihren Filmarbeiten verständigten, war die unbewegte Kamera. Unter dieser Bedingung erzählen sie von Land und Leuten, aber auch von ihrem speziellen Blick auf Alltag, Sitten und Gebräuche ihres Gastlands. Entstanden ist ein kommentarloser filmischer Dialog in 25 Bildpaaren. Der Film erzählt keine fortlaufende Geschichte, aber es gibt die Bühne des Lebens, die Komik und Poesie des Alltags und die Freiheit des Schauens. Denn die kunstvollen Bilder des Films sind zu einem doppelten Spiegel geworden, in dem man sich, so Matl Findel, "selbst durch die Augen des Anderen und zugleich den Anderen im Eigenen betrachtet." Initiiert wurde das Filmprojekt von Kazimierz Karabasz, dem großen alten Mann des polnischen Dokumentarfilms, und Reinhard Hauff, Filmemacher und ehemaliger Leiter der Deutschen Film und Fernsehakademie Berlin (dffb).