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Die Alpen im Umbruch - Klimawandel im Gebirge

Die Alpen sind in Bewegung. Berichte über Muren, Felsstürze oder ganze Gipfelbereiche, die abzustürzen drohen, häufen sich. Gletscher schmelzen. Der Klimawandel bedroht das Leben im Hochgebirge.

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weltweit
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bis 31.03.2024

Auch Politik und Wissenschaft sind in Bewegung für den Erhalt des alpinen Lebensraums: Die Vermessung und Berechnung von Sturzbahnen und Gefahrenmustern ermöglichen immer verlässlichere Frühwarnsysteme. Verbauungen schützen Siedlungsräume und Infrastrukturen.

Gämse im Halltal
Gämse im Halltal - auch für sie ist der nicht mehr stabile Untergrund eine Gefahr
Quelle: ORF/ORF-Tirol

Die Alpen sind in Bewegung. Immer häufiger berichten die Medien über Muren, Felsstürze oder ganze Gipfelbereiche, die abzustürzen drohen. Der Klimawandel lässt die Gletscher schmelzen. Ist diese Wahrnehmung nun selektiert durch die Sensationsgier, oder stürzen die Berge wirklich ein? Wie gefährlich wird der alpine Lebensraum für die Menschen - und kann man etwas dagegen tun?

Erosion und Rutschungen im Gebirge sind grundsätzlich natürliche Phänomene. Durch den Klimawandel kann es jedoch zur Verstärkung und Beschleunigung von Erosionsprozessen kommen. Der Permafrost, der als "Kitt der Alpen" die Felsen in den höheren Regionen zusammenhält, taut bei höheren Temperaturen auf. Intensive Niederschläge setzen Steinschläge und Rutschungen in Gang. Abschmelzende Gletscher bilden Gletscherseen, die bei einem Durchbruch die Tallagen bedrohen. Der Gletschersturz an der Marmolata in den italienischen Dolomiten forderte im Sommer 2022 elf Menschenleben. Der Schock sitzt tief.

Murenfrühwarnsystem
Murenfrühwarnsystem
Quelle: ORF/ORF-Tirol

Bergsteiger/innen und werden ihr Verhalten den Veränderungen der Natur anpassen müssen. Block-Gletscher sind eine besondere Gletscherart: unter einer schützenden Schutt-Schicht verborgen, sind sie vom Klimawandel weniger betroffen. 5800 Block-Gletscher gibt es in Österreich, mehr als die Hälfte davon in Tirol.

Da sie als Wasserspeicher dienen können, sind für die Trinkwasserversorgung interessant und werden an den Universitäten Innsbruck und Graz derzeit intensiv untersucht. Steinschläge und Muren, die die Infrastruktur bedrohen, können unterschiedliche Ursachen haben.

Prof. Jan Beutel, Univ. Innsbruck
Prof. Jan Beutel, Univ. Innsbruck - hier werden die Veränderungen in den Bergen genau beobachtet und ausgewertet
Quelle: ORF/ORF-Tirol

Im Schweizer Kanton Graubünden stürzte im August 2017 der Cengalopfeiler ein. Drei Millionen Kubikmeter Gestein donnern zu Tal, acht Wanderer kamen dabei ums Leben. Der Berg wurde schon seit Jahren von einem Messsystem überwacht. Das Dorf konnte so rechtzeitig evakuiert werden.

Der Hochvogel, ein Berg in den Allgäuer Alpen, ist schon seit Jahren in Bewegung. Die Spalten, die sich hier auftun, sind gewaltig und stammen von natürlichen Erosionsprozessen. Wann und wie der Berg einstürzen wird, lässt sich aber trotz aller Forschung nicht genau vorhersagen.

All diesen Szenarien sind wir nicht unbedingt schutzlos ausgesetzt. Wissenschaftler/innen versuchen, mit Kartierungen und Analysen Gefahrenbereiche einzugrenzen und zu verstehen. Die Berechnung von Sturzbahnen und Gefahrenmustern tragen dazu bei, Frühwarnsystemen zu installieren. Verbauungen schützen Siedlungsräume und Straßen. Was sich in der Natur und in der Wissenschaft in dieser Richtung alles bewegt, dieser Frage ist Christiane Sprachmann mit ihrem Team nach gegangen.

Eine Dokumentation von Christiane Sprachmann

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