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Wissen

Was ist eigentlich Dialektik?

Willkommen zu einer neuen Folge von: „Worte, die keiner kennt“ Heute: Dialektik. Ist es: Die Marotte, akzentfrei reden zu müssen (Dialekt – Tick)? Die Kunst, einen langatmigen Dia-Vortrag zu vermeiden? Oder die Erforschung schwerverständlicher Mundarten?

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Schön wär’s. Die Antwort ist noch schwerer verständlich als 5 betrunkene Schwaben mit Sprachfehler, die alle gleichzeitig mit vollem Mund reden. Dialektik ist „das treibende Moment des Vernünftigen innerhalb des Verstandesdenkens, durch das sich der Verstand schließlich selbst aufhebt.“ Wie bitte?!?!?! Wessen Verstand sich bei so einer Formulierung nicht auch „selbst aufhebt“, der gewinnt so viele Dialysemaschinen, wie er tragen kann. Fragen wir doch mal Onkel Aristoteles. „Dialektik ist geistige Gymnastik!“, würde er sagen. Aha! Dann hoffen wir, dass Sie ihren philosophischen Turnbeutel nicht vergessen haben, denn jetzt heißt es: Umziehen zur geistigen Sportstunde! Also hopp hopp! 10 metaphysische Sit-Ups, 5 Runden Logik Jogging und eine Stunde Ethik-Aerobic.


Wie beim Sport unsere Muskeln, soll hier unser Denken angeregt werden. Aber nicht nur einfach so. Sondern zum Zweck der Wahrheitsfindung. Und wie man im Fitnessstudio schwere Gewichte stemmen muss, braucht man auch beim dialektischen Diskurs einen schweren Gegenstand. Zwei gegensätzliche Meinungen, die den Stein des Anstoßes zu einer Diskussion liefern. Schubst man den lange genug hin und her, kommt irgendwann die Wahrheit ans Tageslicht! Der berühmteste dialektische Ausdruck ist wohl: „Sein oder nicht sein.“ Oder in der heutigen Zeit: Zum hier essen oder mitnehm’n? Die allgemeine Wahrheit, die sich aus dieser „Dönalektik“ schließen lässt ist, dass wir auf jeden Fall Kohldampf haben!


Wir haben hier also eine philosophische Disziplin, in der wir dort das Gespräch suchen, wo es bewusst gegensätzliche Standpunkte gibt, um am Ende zu einer befriedigenden Lösung zu gelangen. Tja, da kann man mal sehen, wozu das geführt hat! Einer der größten Einflüsse auf die linke 68er Szene, war nämlich (abgesehen von Kiffen und sich nackt fotografieren lassen) die so genannte „Frankfurter Schule“. Sie ist eine moderne Form der Dialektik, die im 20. Jahrhundert aufkam. Und kommt, wie der Name schon sagt: aus der Äppelwoi-Metropole Frankfurt. Köpfe, wie Theodor W. Adorno oder Jürgen Habermas prägten diese sehr sozialkritische Richtung.


Doch Dialektik bedeutet, mehr als nur „drüber zu reden“. Sie versteht sich als eigene Weltanschauung. Mehr noch: als Erklärungsmodell für die Wirklichkeit! Aber ist es nicht ganz schön einfach, die Widersprüche der Welt einfach zu akzeptieren? „Die Welt ist, wie sie ist...“ Da hätten wir auch ohne Philosophen drauf kommen können! Dialektik war immer umstritten und selbst jeder ihrer Verfechter hat eine ganz eigene Vorstellung, die teilweise ganz schön stark anderen „Dialektiken“ widerspricht. Der eine Kritisiert den „Negativismus“ Adornos, der andere die positivistische Dialektik Hegels, wieder ein anderer die transzendentale Dialektik Kants. Jaja... 5 Philosophen – sechs Meinungen! Aber bestätigt sich die Dialektik durch diese Widersprüche nicht selbst?

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