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Sonntag, 5. Februar
Programmwoche 06/2017
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6:11
VPS 06:10

HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Bilderbuch: Berlin Schöneberg

Film von Dennis Wagner

Ganzen Text anzeigenSchöneberg ist das "alte Westberlin" mit Wittenbergplatz und Winterfeldtmarkt, Bayrischem Viertel, Ceciliengärten und dem Rathaus Schöneberg, wo sich J. F. Kennedy zum Berliner erklärte.

Die Liste der ehemaligen Bewohner dieses Bezirks, liest sich wie ein "Who is ...
(ARD/RBB)

Text zuklappenSchöneberg ist das "alte Westberlin" mit Wittenbergplatz und Winterfeldtmarkt, Bayrischem Viertel, Ceciliengärten und dem Rathaus Schöneberg, wo sich J. F. Kennedy zum Berliner erklärte.

Die Liste der ehemaligen Bewohner dieses Bezirks, liest sich wie ein "Who is Who" der Berühmtheiten: Albert Einstein, Marcel Reich-Ranicki, Billy Wilder, David Bowie, Marlene Dietrich und viele andere.

Eine beliebte Wohngegend für Rechtsanwälte, Beamte, Künstler ist Schöneberg mit seinen Häuserzeilen, verziert mit Türmchen, Giebeln und Sprossenfenstern, noch heute.

Vom "Insulaner" aus, einem 75 Meter hohen ehemaligen Trümmerberg, hätte man den besten Überblick über Schöneberg, aber alles ist zugewachsen. Dafür kann man in die Sterne sehen. Mehrere Kuppeln mit Teleskopen stehen hier nebeneinander - und jede Woche dürfen Schüler in die weite Ferne schauen.

Obwohl nicht ein einziger Meter Fluss durch den Bezirk fließt, führen durch Schöneberg zahllose Brücken. Hier war einst der Eisenbahnknotenpunkt Berlins. Allein 50 Bahnbrücken überquerten einmal die Yorckstraße. Aus all den verschmähten Apfelresten und Pfirsichkernen, die man damals aus dem Zugfenster warf, ist inzwischen ein Wald gewachsen. Auf dem riesigen Südgelände, einem ehemaligen Güterbahnhof, ragen hohe Bäume aus dem Gleisbett, auf den eingestürzten Hallen ist inzwischen ein überraschend vielseitiges Biotop gewachsen, in dem sich angeblich sogar die "südfranzösische Höhlenspinne" wohlig eingerichtet hat.

Inzwischen ist Schöneberg wieder so etwas, wie ein Dorf. Eine Insel mitten in der Stadt, die mit der U4 eine eigene U-Bahnlinie hat, die sogenannte "Stummelbahn". Dass Schöneberg durchaus nicht in den Dornröschenschlaf zurückgefallen ist, zeigt die Dokumentation von Dennis Wagner über einen der gegensätzlichsten Stadtteile Berlins.


(ARD/RBB)


6:56
VPS 06:55

HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)

Berlin - Stadt der Millionen

Stummfilm, Deutschland 1925

Regie: Adolf Trotz

Länge: 81 Minuten

Ganzen Text anzeigenDas erste abendfüllende Porträt Berlins zeigt den Alltag der Stadt in ihren ganz unterschiedlichen Stadtvierteln: großstädtisch und mondän oder volkstümlich und kleinbürgerlich.

Produziert als "Kulturfilm", vermittelt dieser Film das Lebensgefühl von Berlin ...

Text zuklappenDas erste abendfüllende Porträt Berlins zeigt den Alltag der Stadt in ihren ganz unterschiedlichen Stadtvierteln: großstädtisch und mondän oder volkstümlich und kleinbürgerlich.

Produziert als "Kulturfilm", vermittelt dieser Film das Lebensgefühl von Berlin nach überstandener Wirtschaftskrise Mitte der 1920er Jahre, als Berlin im Begriff war, eine der großen Weltstädte zu werden.

Zwei Jahre vor Walther Ruttmanns "Berlin. Die Sinfonie der Großstadt" (1927) entstand "Die Stadt der Millionen" von Adolf Trotz als Kulturfilm der Filmproduktionsfirma UFA, der aufgrund seines authentischen Bildmaterials ein wertvolles Dokument vom Berlin Mitte der 1920er-Jahre darstellt. Vier Kapitel strukturieren den Film: "Quer durch Berlin", "Des Tages Arbeit", "Berlin bei Nacht" und "Der Sonntag des Berliners". Der Film nimmt den Zuschauer mit auf eine hochinteressante Stadterkundung und führt von bekannten Straßen wie der Friedrichstraße und dem Kurfürstendamm in unbekanntere Viertel und Winkel der Stadt. Für uns heute ist der Film eine Zeitreise ins unzerstörte Berlin rund um das Schloss, die Tauentzienstraße oder den Potsdamer Platz.

Der Film stellt Berlin als eine dynamische Stadt vor und erlaubt sich in kurzen Passagen, das vergleichsweise beschauliche Leben im 19. Jahrhundert nachzustellen. Aber auch die Zukunft hat ihren Platz in einem kurzen Animationsfilm "Berlin im Jahr 2000" - Fritz Langs "Metropolis" lässt grüßen. Verkehrsmittel spielen eine große Rolle: Autos, Droschken, U-Bahnen. Die Kamera fotografiert Menschen der Zeit - auf dem Markt, bei der Arbeit, beim Tanzen, auf dem Rummelplatz, am Sonntag beim Sport. Auch der Film hat seinen Stellenwert: die Filmateliers in Tempelhof und Neubabelsberg und die Kinos in der Stadt. Splitscreen vergrößert die Dynamik der dokumentarischen Szenen und macht diese Stadterkundung auch heute noch zu einem visuellen Erlebnis.


8:16
VPS 08:15

HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Böse Bauten

Hitlers Architektur - Eine Spurensuche in Berlin

Film von Andreas Sawall

Ganzen Text anzeigenTrotz Kriegsschäden und späterer Versuche, sämtliche baulichen Hinterlassenschaften der Nazis auszulöschen: Einige dieser Monumente haben bis heute überlebt. Wie sollen wir mit ihnen umgehen?

Manche Zeugnisse von Hitlers architektonischem Größenwahn sind im ...

Text zuklappenTrotz Kriegsschäden und späterer Versuche, sämtliche baulichen Hinterlassenschaften der Nazis auszulöschen: Einige dieser Monumente haben bis heute überlebt. Wie sollen wir mit ihnen umgehen?

Manche Zeugnisse von Hitlers architektonischem Größenwahn sind im Stadtbild noch gut zu erkennen, andere aber sind versteckt und überwuchert oder gar nur durch Forschungen im Untergrund oder Erkundungen aus der Luft aufzuspüren.

Besonders viele Relikte von Nazi-Architekturen finden sich in Berlin. Einige sind weithin sichtbar, wie etwa das Olympiastadion, andere nahezu unbekannt und sehr versteckt. Mit archäologischen Grabungen und unterirdischen Exkursionen bringt die Dokumentation "Böse Bauten" das bauliche Schattenreich der Nazi-Zeit ans Tageslicht.

Hitlers Lieblingsarchitekt Albert Speer plante bis zum Kriegsende 1945 die neue Hauptstadt "Germania". Von den maßlosen Protzbauten und den kilometerlangen Aufmarsch-Straßen wurde so gut wie nichts verwirklicht, dennoch zeigt die Dokumentation unter anderem an einem weitgehend unbekannten Tunnel, dessen Eingang in der Nähe des jetzigen Regierungsviertels geheim gehalten wird, dass der Baubeginn von "Germania" auch unterirdisch schon längst stattgefunden hatte.

Zusammen mit dem Berliner Landesarchäologen Professor Matthias Wemhoff und Mitgliedern des Vereins "Berliner Unterwelten" streift das Filmteam durch das Berlin einer dunklen Zeit. Unterhalb des ehemaligen Flughafens Tempelhof sehen wir ein labyrinthartiges Tunnelsystem, in dem Zwangsarbeiter für den "Endsieg" schuften mussten. In diesem Sommer erforschten die Archäologen dort die Reste eines der brutalsten Zwangsarbeiterlager Berlins. Fast vergessene Details der Nazizeit finden sich überall in der Hauptstadt, am Olympiastadion ein Hakenkreuz, ebenso wie in einem Verwaltungsgebäude des Deutschen Bundestages. Verschwunden ist die "Neue Reichskanzlei", die Speer einst in Rekordbauzeit für den Führer baute. An ihrer Stelle befinden sich jetzt Ländervertretungen, Plattenbauten und ein chinesisches Restaurant. Der Ost-Berliner Fotograf Robert Conrad war einer der letzten Augenzeugen, der die Reste des Bunkers, in dem sich Hitler das Leben nahm, in den späten 1980er-Jahren zu Gesicht bekommen hat. In der Dokumentation zeigt er seine gespenstischen Fotos einer unheimlichen Unterwelt, die es heute nicht mehr gibt. Schließlich stellt der Film die Frage, an welchen Stellen der Stadt der rote Marmor der Reichskanzlei nach deren Zerstörung angeblich verbaut wurde. Etwa in der U-Bahnstation Mohrenstraße? Jüngst entdeckte Akten und wissenschaftliche Untersuchungen der Gesteinsproben werden zeigen, was Mythos und was Wahrheit ist.

Die "bösen Bauten", die Stadtplaner gerne auch als "unbequeme Denkmale" bezeichnen, sind ein Teil unserer Geschichte, die nicht zu verdrängen ist und die an einigen Stellen auch nicht so einfach physisch abgeräumt werden kann. Die sperrigen, die verstörenden Baudenkmale: Sollen sie erhalten oder am Ende gar neu genutzt werden?


8:45
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Geheimnisvolle Orte: Das Berliner Olympiastadion

Von Hitlers Arena zur Spionagezentrale

Film von Jan N. Lorenzen

Ganzen Text anzeigenDas Berliner Olympiastadion ist ein unzerstört in unsere Gegenwart ragendes Relikt aus Hitlers untergegangenem Reich. Ein Ort der Massen bis heute.

Es ist Austragungsort des DFB-Pokalfinales und Heimstätte des Bundesligavereins Hertha BSC, Leichtathletiktempel und ...
(ARD/RBB)

Text zuklappenDas Berliner Olympiastadion ist ein unzerstört in unsere Gegenwart ragendes Relikt aus Hitlers untergegangenem Reich. Ein Ort der Massen bis heute.

Es ist Austragungsort des DFB-Pokalfinales und Heimstätte des Bundesligavereins Hertha BSC, Leichtathletiktempel und Rock-Arena. In Erinnerung geblieben ist es vor allem als Schauplatz der Olympischen Sommerspiele 1936, der gewaltigen Propagandaschau Deutschlands.

Zwei S-Bahn- und eine U-Bahn-Station sorgten schon bei der Eröffnung für die reibungslose An- und Abfahrt der Besuchermassen. Ein geheimer Tunnel, angelegt in den 30er Jahren, führt noch heute aus dem Stadion heraus - im Falle eines Terroranschlages würden Politiker und VIPs über diesen Tunnel das Stadion verlassen.

Während das Stadionoval im Zweiten Weltkrieg den alliierten Bombern beim Anflug als Orientierungspunkt diente, wurden nur ein paar Meter weiter, im "Haus des Deutschen Sports", die eigenen Verwundeten versorgt. Bisher nie gezeigte Aufnahmen dokumentieren die makabren Rehabilitierungsversuche: Unbeholfen, gezeichnet von ihren Verwundungen, üben Kriegsversehrte auf dem Rasen vor dem Gebäude wieder den Handgranatenwurf.

Nach 1945 nahm die britische Besatzungsmacht einen Großteil des Geländes in Besitz. Viele Gebäude verschwanden hinter Stacheldraht und Bretterzäunen. Das ehemalige Olympiagelände wurde eine für Deutsche verbotene Stadt. Von hier aus koordinierte die britische Militärregierung ihre Spionagetätigkeit in der DDR. Zusammen mit einem Angehörigen der britischen Eliteeinheit wird dieser geheimnisvolle Ort erkundet. Erstmals zeigen Fotos das Innere des britischen "Operational Headquarter".

Der Filmemacher Jan N. Lorenzen erzählt - mit unbekanntem Archivmaterial und spektakulären Luftaufnahmen - von den Geheimnissen eines öffentlichen Ortes. Das Berliner Olympiastadion ist kein unschuldiges Bauwerk, sondern ein Ort mit viel Vergangenheit.


(ARD/RBB)


9:31
VPS 09:30

HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)

Bilderbuch: Berlins Mitte

Film von Marina Farschid

Ganzen Text anzeigenIn Berlins Mitte folgt auf jede Schönheit eine Hässlichkeit, auf glatte Gegenwart zerrissene Geschichte. - Die Dokumentation stellt das Panoptikum Berlin-Mitte vor.

Hier konservieren sich Preußens Glanz und Elend, die Spuren einer monströsen Diktatur und das ...
(ARD/RBB)

Text zuklappenIn Berlins Mitte folgt auf jede Schönheit eine Hässlichkeit, auf glatte Gegenwart zerrissene Geschichte. - Die Dokumentation stellt das Panoptikum Berlin-Mitte vor.

Hier konservieren sich Preußens Glanz und Elend, die Spuren einer monströsen Diktatur und das Intermezzo einer DDR-Nation. Modemacher, Musiker, Bauarbeiter, Studenten, Immobilienhaie, Lebenskünstler bevölkern heute die laute und die stille Mitte Berlins.

Den preußischen Invalidenfriedhof teilte und zerstörte die Berliner Mauer mit Wachturm und Schießanlagen. Vor dem Mauerbau gab es dort über 3000 Grabsteine. Heute gibt es noch 230. In der Auguststraße mit dem hundertjährigen "Clärchens Ballhaus" entstehen Luxuswohnungen in einstigen Mietskasernen. Nur wenige Altmieter harren noch aus und pflegen die Kunst, zu leben. In Mitte gibt es außerdem überraschende Orte, die man dort nicht vermutet. So versteckt sich in der Luisenstraße im Hinterhof ein Meisterwerk klassizistischer Baukunst: der von den Berlinern sogenannte "Trichinentempel".


(ARD/RBB)


10:15
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)

Ein Eingang für die Ewigkeit

Stararchitekt David Chipperfield baut in Berlin

Jahrhundertprojekt Museumsinsel

Film von Carola Wedel

Ganzen Text anzeigen"Architektur muss eine Vision haben, wie die Gesellschaft sein soll" sagt David Chipperfield. Der Stararchitekt baut gerade an einem neuen Berliner Wahrzeichen: Der James-Simon-Galerie.

Seit der Wende existiert die Idee, neben den fünf weltberühmten Häusern auf der ...

Text zuklappen"Architektur muss eine Vision haben, wie die Gesellschaft sein soll" sagt David Chipperfield. Der Stararchitekt baut gerade an einem neuen Berliner Wahrzeichen: Der James-Simon-Galerie.

Seit der Wende existiert die Idee, neben den fünf weltberühmten Häusern auf der Museumsinsel etwas Neues entstehen zu lassen: Ein modernes Eingangsgebäude. Doch wie das UNESCO-Welterbe modernisieren ohne den Charme der Historie zu zerstören?

Mehrere Wettbewerbe gab es, immer wieder finanzielle Engpässe und Planungs-Stopps, ein Volksbegehren gegen den modernen Bau und schließlich auch noch eine extrem schwierige Baustelle. Aber David Chipperfield und sein Team haben durchgehalten - 23 Jahre lang.

1993, als alles begann, war er noch ein Newcomer heute ist er einer der Toparchitekten weltweit! Sein neues Eingangsgebäude soll in Zukunft Millionen Besucher aufnehmen und zu den fünf historischen Gebäuden führen. Ein Neubau mit zentralen Servicebereichen, Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen, großer Terrasse und neuem Hof. Ein Gebäude mit einer eigenen Formensprache, das so David Chipperfield, die Außenwirkung der Insel verändern wird:

"Das Eingangsgebäude wird als neues Element auf der Museumsinsel eine physische Präsenz besitzen. Das ist ziemlich aufregend - und beängstigend, denn es bringt eine Veränderung des Ortes mit sich."

Filmautorin Carola Wedel hat David Chipperfield über viele Jahre mit der Kamera begleitet und auch in seinem Londoner Hauptquartier besucht. 400 Mitarbeiter entwickeln gemeinsam mit ihm weltweit spektakuläre Projekte. Niemand hat so viele Museen gebaut wie er: In Anchorage ebenso wie in Langhziou, in Essen und in St. Louis, Missouri. Besonders gefeiert: Das Turner Contemporary im englischen Margate sowie das Jumex in Mexico City. Unverwechselbar auch das Literaturarchiv Marbach. Und sein Meisterwerk: Die Sanierung und der behutsame Wiederaufbau des Neuen Museums auf der Museumsinsel. Überall hat David Chipperfield gelernt, wie man vorsichtig die Menschen vor Ort an moderne Architektur heranführen muss:

"Ich war sehr überrascht als ich am Anfang meiner Karriere lernen musste: Ein Architekt muss sich vor allem um die Realitäten vor Ort kümmern. Im Studium hatte ich gedacht, ein Architekt leistet etwas Nützliches für die Gesellschaft, aber dann stellte ich fest: Die Gesellschaft hält uns überhaupt nicht für nützlich. Im Gegenteil, oft hasst sie, was wir tun."

Geduldig und immer wieder die eigenen Ideen überprüfend - das macht Chipperfields Arbeitsweise aus. Und vielleicht auch seinen Erfolg. Mit imposanten Kolonaden und einer großen Freitreppe zum Verweilen wird die Museumsinsel zukünftig die Besucher nicht nur begrüßen, sondern auch einladen Platz zu nehmen, um das Wechselspiel zwischen Alt und Neu, zwischen Moderne und Klassik auf sich wirken zu lassen.


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11:01
VPS 11:00

HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Geheimnisvolle Orte: Bahnhof Friedrichstraße

Film von Daniel und Jürgen Ast

Ganzen Text anzeigen"Der absurdeste Bahnhof Berlins", "Der Bahnhof der Tränen" - Millionen Deutsche, Ostdeutsche und Westdeutsche, haben am berühmtesten Bahnhof der deutschen Teilung ihre Erfahrungen gemacht.

Zwischen Trauer und Freude, Hoffnung und Verzweiflung, zwischen Sehnsucht und ...
(ARD/RBB)

Text zuklappen"Der absurdeste Bahnhof Berlins", "Der Bahnhof der Tränen" - Millionen Deutsche, Ostdeutsche und Westdeutsche, haben am berühmtesten Bahnhof der deutschen Teilung ihre Erfahrungen gemacht.

Zwischen Trauer und Freude, Hoffnung und Verzweiflung, zwischen Sehnsucht und Wut. Die unterschiedlichsten Emotionen ereilten die Menschen, die vom Bahnhof Friedrichstraße abfuhren, hier ankamen oder warten mussten.

Einige protestierten vor dem "Tränenpalast" für ihre Ausreise, andere versuchten sogar vom Bahnhof direkt in den Westen zu flüchten. Der Bahnhof Friedrichstraße war eine der wenigen Nahtstellen zwischen Ost und West, er war Agentenschleuse für Erich Mielkes "Kundschafter des Friedens", erste Station für Touristen und Besucher aus Westberlin und letzte Station für die DDR-Bürger, die das Land verlassen durften.

Mit dem Mauerbau wurde der Bahnhof, eben noch das pulsierende Herz Berlins, plötzlich zur doppelten Endstation, aber auch zur wichtigsten Grenz-Passage der auf Jahrzehnte zerrissenen Stadt. Arbeitsplatz für hunderte DDR-Bürger, die ihren täglichen "Dienst" hier versahen: im Grenzregime an den Kontrollschaltern, in den vielen Intershops oder auf den Bahnsteigen. Der Bahnhof Berlin-Friedrichstraße - ein Ort zwischen den Welten. Der Um- und Ausbau dieses einzigartigen "Labyrinths der Kontrolle" schien nie abgeschlossen. Ein kafkaesker Bau, der vom Sicherheitswahn der DDR-Herrschenden bestimmt wurde.

Der Film erzählt die Geschichte dieses geheimnisvollen Ortes. Wie vielleicht nirgendwo sonst fokussiert sich hier die deutsch-deutsche Geschichte als Gefühl der Trennung und des Zusammengehörens eines Volkes. Die dramatischen großen und kleinen Geschichten, die sich in den Gängen, auf den Treppen und Bahnsteigen des einstigen Grenzbahnhofs aufspüren lassen und ihnen mit den Zeitzeugen, die sie erlebten und darüber erzählen, ein Gesicht geben: Ein Flüchtling im Inneren einer Transit-Lok, ein Liebespaar im Schatten des "Tränenpalastes", ein Offizier der Staatssicherheit, der mit der U-Bahn in den Westen türmt.


(ARD/RBB)


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11:45
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Dolby-Digital 5.1 Audio

Der Himmel über Berlin

Spielfilm, BRD 1987

Darsteller:
HomerCurt Bois
CassielOtto Sander
MarionSolveig Dommartin
DamielBruno Ganz
u.a.
Regie: Wim Wenders
Länge: 124 Minuten

Ganzen Text anzeigenEin unsterblicher Engel beobachtet die Menschen in Berlin, ohne sich in ihr Leben einzumischen. Bis er sich eines Tages unsterblich in eine schöne Zirkusartistin verliebt.

Wenders' erster Film nach seiner Rückkehr aus den USA ist ein filmisches Gedicht und eine Art ...

Text zuklappenEin unsterblicher Engel beobachtet die Menschen in Berlin, ohne sich in ihr Leben einzumischen. Bis er sich eines Tages unsterblich in eine schöne Zirkusartistin verliebt.

Wenders' erster Film nach seiner Rückkehr aus den USA ist ein filmisches Gedicht und eine Art spirituelles Roadmovie über die Reise zweier Engel durch Berlin. Der Klassiker mit Bruno Ganz und Otto Sander gewann in Cannes eine Palme für die beste Regie.

Der Engel Damiel wandert schon seit Urzeiten über die Welt. Seine Aktivitäten beschränken sich darauf, durch die Stadt zu ziehen, die Menschen anzuschauen, ihre Gedanken zu lesen und denen, die Beistand brauchen, zu helfen. Doch die Sterblichen können ihn nicht sehen, lediglich in Ausnahmefällen spüren. So ist Damiel zu einem Dasein in Einsamkeit verdammt. Mit seinem einzigen Freund, dem Engel Cassiel trifft sich Damiel gelegentlich, um sich über die schönsten Beobachtungen auszutauschen. Eines Tages beobachtet Damiel die bezaubernde Zirkusartistin Marion, die er wieder und wieder aufsucht und in die er sich langsam verliebt. Ein bekannter Hollywood-Star - Peter Falk als er selbst -, der früher selbst ein Engel war, erzählt Damiel von den Vorzügen des Menschseins, was in diesem den Wunsch keimen lässt, auch Mensch zu werden, um seine Liebe leben zu können.

"Der Himmel über Berlin", Wim Wenders' poetische Liebeserklärung an das menschliche Leben und seine Sinnlichkeit, ist ein Film, der über die Schönheit der Welt und über die kleinen Wunder des Alltags philosophiert. Den Dialogen gab der Schriftsteller und Koautor Peter Handke einen außergewöhnlichen Rhythmus und Stil. Meditative, teils dokumentarische Bilder der Großstadt Berlin, Traumvisionen, Zirkusnummern und Rockmusikeinlagen verleihen dem Film eine magische Schwerelosigkeit. Zugleich greift "Der Himmel über Berlin" trotz seines märchenhaften Charakters mit der Darstellung der Berliner Mauer eine konkrete politische Wirklichkeit auf.

Regisseur Wim Wenders zählt zu den wenigen international renommierten deutschen Regisseuren. Er studierte Medizin und Philosophie, ehe er ab 1967 an der Hochschule für Film und Fernsehen in München studierte. 2015 würdigte 3sat Wenders zu seinem 70. Geburtstag mit einer Filmreihe und der "Kennwort Kino"-Dokumentation "Wim Wenders - Reisender durch Raum und Zeit".


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13:48
VPS 13:45

HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Mit AudiodeskriptionVideotext Untertitel

Alles auf Zucker

Fernsehfilm, Deutschland 2004

Darsteller:
ZuckerHenry Hübchen
MarleneHannelore Elsner
SamuelUdo Samel
GoldaGolda Tencer
ThomasSteffen Groth
JanaAnja Franke
JoshuaSebastian Blomberg
LillyElena Uhlig
Rabbi GinsbergRolf Hoppe
IreneInga Busch
Buch: Dani Levy, Holger Franke
Regie: Dani Levy
Länge: 88 Minuten

Ganzen Text anzeigenJakob Zuckermann ein Jude? "Mit dem Club habe ich nichts zu tun," verkündet Jaeckie Zucker voller Inbrunst. Doch da irrt er sich.

Voller Witz und Ironie beschreibt Dani Levy den temporeichen Hürdenlauf seines Helden Jaeckie Zucker. "Alles auf Zucker" ist eine ganz ...
(ARD/WDR)

Text zuklappenJakob Zuckermann ein Jude? "Mit dem Club habe ich nichts zu tun," verkündet Jaeckie Zucker voller Inbrunst. Doch da irrt er sich.

Voller Witz und Ironie beschreibt Dani Levy den temporeichen Hürdenlauf seines Helden Jaeckie Zucker. "Alles auf Zucker" ist eine ganz unorthodoxe Familienkomödie, die liebevoll vom Zusammenprall der Kulturen, von alten Freundschaften und neuen Lieben erzählt.

Dem zu DDR-Zeiten beliebten Sportreporter und Lebemann Jaeckie Zucker steht das Wasser bis zum Hals: Der Gerichtsvollzieher droht mit Knast und seine Frau Marlene mit Scheidung. Für den gewitzten Billardspieler gibt es nur noch eine Hoffnung: Das mit 100 000 Euro dotierte European Pool Turnier. Doch unmittelbar vor Turnierbeginn stirbt Jaeckies Mutter. Und Mammes Testament hält eine besondere Überraschung parat: Das Erbe fällt ihnen nur dann zu, wenn sich die seit über 40 Jahren verfeindeten Söhne Samuel und Jakob versöhnen - und wenn sie samt ihrer Familien das jüdische Gesetz einhalten und sieben Tage strengste Totenwache halten.

Während Marlene einen Crashkurs in Sachen jüdischer Tradition absolviert und die orthodoxe Verwandtschaft mit koscheren Häppchen versorgt, gibt es für Jaeckie ein ganz anderes Problem - das Billardturnier wurde soeben eröffnet.


(ARD/WDR)


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15:16
VPS 15:15

HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)

Adlon verpflichtet

Geschichte und Geschichten eines Hotels

Film von Dagmar Wittmers

Ganzen Text anzeigenLuxusherberge der Berühmten und Wichtigen, nicht wegzudenken aus der Metropole. Seit 1997 ist das neu errichtete Adlon Kempinski wieder das Luxushotel der Hauptstadt.

Ein neues Haus am alten Ort, ein Mythos lebt wieder auf: Marlene Dietrich und Hans Albers, Charlie ...
(ARD/RBB)

Text zuklappenLuxusherberge der Berühmten und Wichtigen, nicht wegzudenken aus der Metropole. Seit 1997 ist das neu errichtete Adlon Kempinski wieder das Luxushotel der Hauptstadt.

Ein neues Haus am alten Ort, ein Mythos lebt wieder auf: Marlene Dietrich und Hans Albers, Charlie Chaplin oder Mary Pickford, Thomas Mann und Albert Einstein standen im alten Adlon auf der Gästeliste.

1907 weiht Kaiser Wilhelm II. das Haus ein, und es wird seine heimliche Herberge. "Kinder geht doch lieber ins Adlon, im Schloss ist es kalt und im Bad geht das heiße Wasser nicht", empfiehlt er seiner Familie. Fortan wird in diesem Hotel Geschichte geschrieben, hier treffen sich Adel und Finanzoligarchie, Politik und Kunst, sie genießen Luxus pur, schließlich heißt es: Adlon verpflichtet! Die Lage am Brandenburger Tor macht das Adlon zur Zuschauertribüne für Ereignisse, die Europa veränderten.

Nach der Teilung der Stadt liegt das Hotel Jahrzehnte lang im Grenzgebiet zwischen West und Ost und wird 1984 abgerissen. Wer hätte sich träumen lassen, dass es nur 13 Jahre später, am 23. August 1997, von einem Bundespräsidenten wieder eingeweiht würde? Der Film von Dagmar Wittmers erzählt Geschichten über Berlins berühmtestes Hotel und seine Gäste: von großer Weltpolitik über Skandale und Amoren bis zu einem grausamen Mord aus Geldgier. Ein facettenreiches Porträt über die Glanz- und Schattenseiten der Nobelherberge.


(ARD/RBB)


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16:00
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Mit AudiodeskriptionVideotext Untertitel

Das Adlon. Eine Familiensaga (1/2)

Fernsehfilm, Deutschland 2013

Darsteller:
Sonja SchadtJosefine Preuß
Sonja Schadt (90 Jahre)Rosemarie Fendel
Louis AdlonHeino Ferch
Hedda AdlonMarie Bäumer
Lorenz AdlonBurghart Klaußner
Tilly AdlonEvamaria Salcher
Gustaf SchadtThomas Thieme
Ottilie SchadtSunnyi Melles
Alma Schadt (jung)Maria Ehrich
Alma Schadt (älter)Anja Kling
u.a.
Buch: Rodica Döhnert, Uli Edel
Regie: Uli Edel

Ganzen Text anzeigenDer zweiteilige Fernsehfilm "Das Adlon. Eine Familiensaga" verknüpft ein knappes Jahrhundert Hotelgeschichte(n) im Herzen Berlins mit dem bewegten Schicksal einer fiktiven Protagonistin.

Sonja Schadt ist ihr Leben lang mit dem Adlon verbunden. Gemeinsam mit Juniorchef ...

Text zuklappenDer zweiteilige Fernsehfilm "Das Adlon. Eine Familiensaga" verknüpft ein knappes Jahrhundert Hotelgeschichte(n) im Herzen Berlins mit dem bewegten Schicksal einer fiktiven Protagonistin.

Sonja Schadt ist ihr Leben lang mit dem Adlon verbunden. Gemeinsam mit Juniorchef Louis und seiner Frau Hedda erlebt sie die "Goldenen" 20er Jahre, Inflation, Diktatur, Krieg und Zerstörung - und schließlich, mit über 90 Jahren, die Neueröffnung des legendären Hotels.

Als Sonja Schadt 1904 in Berlin zur Welt kommt, baut Lorenz Adlon gerade sein Luxushotel am Pariser Platz. Dank der Kredite seines Freundes Gustaf Schadt und der Unterstützung durch Wilhelm II. wird das "Adlon" bald zu einem spektakulären Erfolg. Inzwischen wächst die kleine Sonja im Schatten einer Lüge auf: Weil ihre Mutter Alma erst 16 Jahre alt und ihr Vater Friedrich der Sohn eines Hausangestellten ist, geben Gustaf Schadt und seine Frau Ottilie das Kind als ihre eigene Tochter aus.

Friedrich findet eine Anstellung als Page im Adlon. Alma lässt sich auf eine Verlobung mit dem jungen Adligen Siegfried von Tennen ein, weil sie hofft, als verheiratete Frau ihre Tochter zu sich nehmen zu können. Doch Ottilie will Sonja für sich. Nach einem Eklat mit ihren Eltern entzieht sich Alma den Zwängen ihrer Umgebung und geht nach Amerika. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs verhindert über Jahre ihre Rückkehr nach Berlin. So erfährt Sonja erst 1919 am Sterbebett ihres Großvaters von dem Familiengeheimnis. Von Gustafs Tod tief getroffen, nimmt sich Ottilie das Leben.

Sonja bezieht mit ihrem Kindermädchen Galla ein Apartment im Adlon, wo Friedrich mittlerweile zum Concierge aufgestiegen ist. Als Seniorchef Lorenz Adlon 1921 am Brandenburger Tor von einem Lastwagen überfahren wird, übernehmen Louis und seine zweite Frau Hedda das Hotel und führen es durch die Wirren der Inflation in die "Goldenen Zwanziger". Sonja beginnt eine Karriere beim Rundfunk und verliebt sich den jüdischen Journalisten Julian Zimmermann - der jedoch eine andere heiratet.


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17:47
VPS 17:45

HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Mit AudiodeskriptionVideotext Untertitel

Das Adlon. Eine Familiensaga (2/2)

Fernsehfilm, Deutschland 2013

Darsteller:
Sonja SchadtJosefine Preuß
Sonja Schadt (90 Jahre)Rosemarie Fendel
Louis AdlonHeino Ferch
Hedda AdlonMarie Bäumer
Julian ZimmermannKen Duken
Friedrich LoeweWotan Wilke Möhring
Margarete LoeweKatharina Wackernagel
Sebastian von TennenJohann von Bülow
Siegfried von TennenJürgen Vogel
Tamara LieberkoffNora von Waldstätten
u.a.
Buch: Rodica Döhnert, Uli Edel
Regie: Uli Edel

Ganzen Text anzeigenDer große zweiteilige Fernsehfilm "Das Adlon. Eine Familiensaga" verknüpft ein knappes Jahrhundert Hotelgeschichte(n) im Herzen Berlins mit dem bewegten Schicksal einer fiktiven Protagonistin.

Sonja Schadt ist ihr Leben lang mit dem Adlon verbunden. Gemeinsam mit ...

Text zuklappenDer große zweiteilige Fernsehfilm "Das Adlon. Eine Familiensaga" verknüpft ein knappes Jahrhundert Hotelgeschichte(n) im Herzen Berlins mit dem bewegten Schicksal einer fiktiven Protagonistin.

Sonja Schadt ist ihr Leben lang mit dem Adlon verbunden. Gemeinsam mit Juniorchef Louis und seiner Frau Hedda erlebt sie die "Goldenen" 20er Jahre, Inflation, Diktatur, Krieg und Zerstörung - und schließlich, mit über 90 Jahren, die Neueröffnung des legendären Hotels.

Nach einem Auftritt von Josephine Baker kommt es zu Protesten einer SA-Truppe unter der Führung von Siegfried von Tennen, Almas ehemaligem Verlobten. Dabei wird Sonjas Kindermädchen Galla tödlich verwundet. Julian, der sich von seiner Frau getrennt hat, steht Sonja in dieser Zeit bei. Doch mit der "Machtergreifung" spitzt sich die Lage bedrohlich zu. Louis und Hedda Adlon gehen Kompromisse mit den Nazis ein, die internationalen Gäste bleiben fern.

Nach dem Reichstagsbrand wird Julian verhaftet, und Sonja stellt fest, dass sie von ihm schwanger ist. Seine Tochter Anna-Maria lernt Julian erst nach seiner Entlassung 1936 kennen. Bei der Entgegennahme von falschen Papieren, mit denen er und Sonja Deutschland verlassen wollten, wird Julian von der Gestapo verhaftet und zusammen mit Anna-Maria ins Ausland abgeschoben. Da er glaubt, dass Sonja ihn verraten hat, bricht Julian jeden Kontakt mit ihr ab.

Unterstützt von Friedrich, überlebt Sonja den Zweiten Weltkrieg im Hotel, das gegen Ende zum Lazarett umfunktioniert wird. Bei einem Saufgelage der russischen Besatzer im Weinkeller des Hotels wird der verwundete SS-Hauptsturmführer Siegfried von Tennen entdeckt, als Folge der Schießerei bricht ein Feuer aus. Dabei brennt das Hotel zu großen Teilen nieder. Auch Friedrich stirbt in den Flammen.

Nach Louis' Tod und der Enteignung des Hotels durch die Sowjets übernimmt Sonja die kommissarische Leitung. Ihre Suche nach Julian und ihrer Tochter bleibt erfolglos - bis 1952 plötzlich eine junge Israelin im Adlon auftaucht: Anna-Maria. Erst jetzt klärt sich auf, warum der gemeinsame Fluchtplan damals scheiterte. Und erst jetzt kommt es zu einer Versöhnung zwischen Julian und Sonja.


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19:33
VPS 19:30

Videotext Untertitel

Die Luftbrücke: Legende und Wahrheit

Film von Alexander Berkel und Stefan Mausbach

Ganzen Text anzeigenAm 24. Juni 1948 senkten sich rund um die Westsektoren Berlins die Schlagbäume. Moskau verhängte eine totale Sperre für alle Schienen-, Straßen- und Wasserwege.

Fast elf Monate sollte sie dauern, die "Berlin-Blockade". Anlass war die Einführung der D-Mark im ...

Text zuklappenAm 24. Juni 1948 senkten sich rund um die Westsektoren Berlins die Schlagbäume. Moskau verhängte eine totale Sperre für alle Schienen-, Straßen- und Wasserwege.

Fast elf Monate sollte sie dauern, die "Berlin-Blockade". Anlass war die Einführung der D-Mark im Westteil der Stadt. Vor allem aber wollte Stalin die Westmächte herausfordern - er empfand ihren "Brückenkopf" im eigenen Imperium wie einen Stachel im Fleisch.

Würden sich die westlichen Siegermächte dem Druck beugen und damit über zwei Millionen Menschen in der Metropole preisgeben?

US-Präsident Harry S. Truman traf eine klare Entscheidung: "Wir bleiben. Punktum!". Der Griff Stalins nach dem freien Teil Berlins galt als Kampfansage an den Westen überhaupt. Zwei Tage nach dem Blockade-Befehl begann die "Luftbrücke". Sie schaffte nicht nur Versorgungsgüter für Millionen Menschen in die Westteile der Stadt, sie gab den Menschen auch Hoffnung, weiter in Freiheit leben zu können. Aus ehemaligen Kriegsgegnern wurden Partner. Nach 322 Tagen "Belagerung" lenkte Stalin ein, sein Machtanspruch war in die Schranken gewiesen worden. Doch Deutschland sollte für mehr als vier Jahrzehnte ein geteiltes Land und Berlin eine geteilte Stadt bleiben.

Seit 60 Jahren ranken sich zahlreiche Legenden um die "Berlin-Blockade". Dokumentation reflektiert ein Kapitel der Geschichte, das zunehmend von Klischees überlagert wird. Drohte damals ein dritter Weltkrieg? Wie total war diese Blockade wirklich? Waren die westalliierten Versorgungsflüge der einzige Weg, den freien Teil Berlins am Leben zu erhalten, oder bot die spektakuläre Operation auch Gelegenheit, politische und militärische Macht im Kalten Krieg zu demonstrieren? Wie entschieden standen die Deutschen in westlichen Besatzungszonen zur belagerten West-Enklave? Und gab die Luftbrücke den letzten Anstoß zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland? Die große Politik bot die Kulisse - doch die Autoren rücken eindringliche Erfahrungen und Schilderungen von Zeit- und Augenzeugen ganz verschiedener Schauplätze und Ereignisse in den Mittelpunkt.

Aufwändige szenische Rekonstruktionen, zum Teil unbekanntes Archivmaterial und moderne ComputerAnimationen, vermitteln überraschende Perspektiven. Historiker ordnen die Ereignisse ein und geben verblüffende Einblicke in ein nur scheinbar wohlbekanntes Kapitel der Nachkriegsgeschichte, dessen "Happy End" zu Beginn keineswegs absehbar war.


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20:17
VPS 20:15

HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)schwarz-weiss monochrom

Eins, zwei, drei

(One, Two, Three)

Spielfilm, USA/BRD 1961

Darsteller:
C. R. MacNamaraJames Cagney
Otto Ludwig PifflHorst Buchholz
Scarlett HazeltinePamela Tiffin
Phyllis MacNamaraArlene Francis
SchlemmerHanns Lothar
IngeborgLiselotte Pulver
u.a.
Regie: Billy Wilder
Länge: 81 Minuten

Ganzen Text anzeigenWest-Berlin 1961: Coca-Cola-Filialboss MacNamara will das Konzern-Imperium über den Eisernen Vorhang hinaus ausdehnen. Dabei stört ihn die Ost-Romanze der Tochter seines obersten Chefs.

James Cagney, Horst Buchholz, Liselotte Pulver und Pamela Tiffin in Billy Wilders ...

Text zuklappenWest-Berlin 1961: Coca-Cola-Filialboss MacNamara will das Konzern-Imperium über den Eisernen Vorhang hinaus ausdehnen. Dabei stört ihn die Ost-Romanze der Tochter seines obersten Chefs.

James Cagney, Horst Buchholz, Liselotte Pulver und Pamela Tiffin in Billy Wilders schneller Komödie über Liebe, Geschäft und Politik.

C. R. MacNamara träumt davon, Europa-Direktor von Coca Cola zu werden. Um seine Fähigkeiten zu beweisen, will er den Absatzmarkt seiner Firma von Berlin aus über den Eisernen Vorhang hinaus weit nach Osten ausdehnen. Strategisch beraten wird er von dem deutschen Herrn Schlemmer, der seinen devoten Gehorsam offensichtlich aus vergangenen Zeiten hinübergerettet hat.

Um sich bei Konzern-Chef Hazeltine zusätzlich beliebt zu machen, nimmt MacNamara dessen verwöhnte Tochter Scarlett bei sich auf. Sie schafft es, allnächtlich durch das noch offene Brandenburger Tor in den Ost-Sektor durchzubrennen, wo sie sich in den überzeugten Jungkommunisten Otto Ludwig Piffl verliebt hat. Als MacNamara davon erfährt, ist es schon zu spät: Die beiden haben geheiratet und wollen sich nach Moskau absetzen. Er muss nun innerhalb 24 Stunden aus dem roten Jüngling einen Musterkapitalisten machen, um ihn dem anreisenden Konzernchef präsentieren zu können.

Als Billy Wilder "Eins, zwei, drei" 1961 in Berlin drehte, wurde er vom Bau der Mauer überrascht. Angesichts der damaligen politischen Großwetterlage fand der subversive Witz der rasanten Komödie wenig Anklang. Umso mehr amüsierte sich das Publikum bei der Wiederaufführung des Films Mitte der 1980er Jahre über die respektlose Geschichte, in der Wilder so manche "Heilige Kuh" schlachtete.


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22:01
VPS 22:00

HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Mit AudiodeskriptionVideotext Untertitel

Bornholmer Straße - Die unglaubliche, aber wahre Geschichte

von Oberstleutnant Harald Schäfer

Fernsehfilm, Deutschland 2014

Darsteller:
Harald SchäferCharly Hübner
Ulrich RotermundMilan Peschel
Peter ArndtRainer Bock
Burkhard SchönhammerMax Hopp
Jens RamboldFrederick Lau
Axel HoffmannLudwig Trepte
Michael KrürgerRobert Gallinowski
MelittaJasna Fritzi Bauer
InesKatharina Lorenz
ManfredThorsten Merten
Buch: Heide, Rainer Schwochow
Regie: Christian Schwochow
Länge: 89 Minuten

Ganzen Text anzeigen9. November 1989: Günther Schabowski verkündet, dass alle Bürger der DDR ab sofort die Reisefreiheit erhalten. Harald Schäfer, Leiter des Grenzübergangs Bornholmer Straße, ist befremdet.

Der Fernsehfilm "Bornholmer Straße - Die unglaubliche, aber wahre ...
(ARD/MDR)

Text zuklappen9. November 1989: Günther Schabowski verkündet, dass alle Bürger der DDR ab sofort die Reisefreiheit erhalten. Harald Schäfer, Leiter des Grenzübergangs Bornholmer Straße, ist befremdet.

Der Fernsehfilm "Bornholmer Straße - Die unglaubliche, aber wahre Geschichte von Oberstleutnant Harald Schäfer", der zum 25. Jahrestag des Mauerfalls Fernsehpremiere hatte, betrachtet das historische Ereignis aus der Sicht eines Grenzoffiziers.

Schäfer ist überzeugt von der DDR. Und er fragt sich, was auf Schabowskis Mitteilung folgt. Als diensthabender Oberleutnant braucht Schäfer Anweisungen für die weiteren Grenzkontrollen. Doch während sich immer mehr Ausreisewillige vor dem Schlagbaum sammeln, tauchen sämtliche Vorgesetzte Schäfers und sogar die zuständigen Ministerien ab. Schäfer erhält keine Antworten. Die immer merkwürdigeren Situationen bringen seine Überzeugungen ins Wanken. Als die Stimmung am Schlagbaum in einen Gewaltausbruch zu eskalieren droht, fällt Schäfer auf eigene Faust die mutige Entscheidung, den Grenzübergang zu öffnen.


(ARD/MDR)


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23:30
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)schwarz-weiss monochromTonsignal in mono

Der Spion, der aus der Kälte kam

(The Spy Who Came in from the Cold)

Spielfilm, Großbritannien 1962

Darsteller:
Alec LeamasRichard Burton
Nan PerryClaire Bloom
FiedlerOskar Werner
Hans-Dieter MundtPeter van Eyck
George SmileyRupert Davies
u.a.
Regie: Martin Ritt
Länge: 109 Minuten

Ganzen Text anzeigenEin britischer Geheimagent lässt sich in Ost-Berlin als Doppelagent anwerben und wird bald zum Opfer der strategischen Winkelzüge östlicher und westlicher Geheimdienste.

Eine tiefgründige Spionagegeschichte nach dem Roman von John Le Carré, von Martin Ritt mit ...

Text zuklappenEin britischer Geheimagent lässt sich in Ost-Berlin als Doppelagent anwerben und wird bald zum Opfer der strategischen Winkelzüge östlicher und westlicher Geheimdienste.

Eine tiefgründige Spionagegeschichte nach dem Roman von John Le Carré, von Martin Ritt mit Richard Burton, Claire Bloom und Oskar Werner an Berliner Originalschauplätzen spannend inszeniert.

Alec Leamas, Leiter der West-Berliner Abteilung des britischen Geheimdienstes, soll Hans-Dieter Mundt, den Chef der Ost-Berliner Gegenspionage, außer Gefecht setzen. Ein raffinierter Plan wird sorgfältig ausgearbeitet. Zum Schein wird Leamas aus dem Dienst entlassen, spielt den verbitterten Alkoholiker, nimmt einen Job als Archivar an und beginnt eine Liebesaffäre mit der orthodoxen Kommunistin Nan Perry. Wie erhofft, wird die Gegenseite auf ihn aufmerksam und versucht, Leamas anzuwerben.

In den Verhören, die Fiedler, Mundts ehrgeiziger Stellvertreter, führt, denunziert Leamas Mundt als Doppelagent der Briten. Doch Mundt kann sich geschickt verteidigen, wobei er die nach Ost-Berlin gelockte Nan Perry als Entlastungszeugin vorführt. Leamas muss erkennen, dass er von seinen Vorgesetzten benutzt worden ist, um den zwielichtigen Mundt zu schützen, der tatsächlich auch für die Briten arbeitet. Verbittert beschließt er, dem Agentenleben abzuschwören und mit Nan ein neues Leben zu beginnen. Doch die Gewalt des Kalten Kriegs holt die beiden Liebenden ein.

Der Spionagefilm wurde nach dem gleichnamigen, 1963 erschienenen Roman des Bestsellerautors und ehemaligen Diplomaten John Le Carré gedreht. Buch und Film brachten eine Wende im Spionagegenre. An die Stelle abenteuerlicher Agentenmärchen mit strahlenden Helden vom Schlage eines James Bond trat hier die realistisch-kritische Darstellung der schmutzigen Seiten des Geheimdienstgeschäfts. Regisseur Martin Ritt, geboren 1920, der im Lauf seiner langen Karriere immer wieder politische und gesellschaftskritische Stoffe verfilmt hat (darunter "Der Strohmann" mit Woody Allen, 1976, und "Norma Rae - eine Frau steht ihren Mann", 1978) inszenierte diesen Film betont nüchtern und dennoch dramatisch. Durch die Atmosphäre der Originalschauplätze Berlins, der Nahtstelle des Kalten Krieges, wird die Zeit wachsender Spannungen zwischen Ost und West in beklemmender Weise lebendig.


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1:18
VPS 01:15

HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Dolby-Digital Audio

In weiter Ferne, so nah!

Spielfilm, Deutschland 1993

Darsteller:
CassielOtto Sander
Peter FalkPeter Falk
Tony BakerHorst Buchholz
RaphaelaNastassja Kinski
DamielBruno Ganz
u.a.
Regie: Wim Wenders
Länge: 142 Minuten

Ganzen Text anzeigenIm vereinten Berlin wird ein Engel zum Erdenbürger, als er ein kleines Mädchen rettet. Er durchstreift die Höhen und Tiefen des Lebens, findet alte und neue Freunde.

Und er kann noch immer verändernd in die Lebensgeschichten der Menschen eingreifen. - Wim Wenders' ...

Text zuklappenIm vereinten Berlin wird ein Engel zum Erdenbürger, als er ein kleines Mädchen rettet. Er durchstreift die Höhen und Tiefen des Lebens, findet alte und neue Freunde.

Und er kann noch immer verändernd in die Lebensgeschichten der Menschen eingreifen. - Wim Wenders' eindrucksvolle und mit internationalen Stars besetzte Fortsetzung von "Der Himmel über Berlin".

Den Engel Cassiel stimmt es melancholisch, dass er als unsterblicher Wegbegleiter die Menschen nur trösten darf, ohne in ihr Schicksal eingreifen zu können. Interessiert sieht er den Wandel der Zeit und lauscht nach dem Fall der Berliner Mauer den Gedanken Michail Gorbatschows. Als Cassiel sieht, wie ein kleines Mädchen vom Balkon eines Hochhauses stürzt, fängt er es auf und wird so selbst zum Sterblichen. Cassiel alias Karl Engel irrt verwundert durch die Straßen von Berlin. Cassiels Freund Damiel, auch ein ehemaliger Engel, und dessen Frau Marion, helfen ihm, sich auf Erden einzuleben, doch er fühlt sich überflüssig und hilflos. Bald wird Cassiel zum Obdachlosen, zum gefallenen Engel. Ein neues Leben scheint zu beginnen, als er den Geschäftsmann Tony Baker vor einem Mafia-Anschlag rettet und zum Dank dessen Partner wird.

Wim Wenders gelang mit der Fortsetzung seines Filmmärchens "Der Himmel über Berlin" (1987) wieder ein faszinierendes Panorama von Stimmungen und Stadtansichten Berlins. Darin entwarf er eine Welt der Unsicherheit und Hast, aber auch der Erinnerung und der hoffungsvollen Güte. In prominenten Gastrollen sind zu sehen: Michail Gorbatschow mit einem Dostojewski-Zitat, Heinz Rühmann als NS-Chauffeur mit Zivilcourage, Lou Reed, Peter Falk sowie Wenders-Kameramann Henri Alekan als Kapitän. Wim Wenders wurde für den Film 1993 als bester Regisseur mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet und erhielt 1994 dafür den Deutschen Filmpreis.

Wim Wenders schaffte seinen künstlerischen Durchbruch als Regisseur mit "Alice in den Städten" (1973). Auch in den USA wurde Wim Wenders bekannt, zuerst durch die Patricia-Highsmith-Adaption "Der amerikanische Freund" (1977), dann mit "Hammett" (1982), einem Spielfilm über den amerikanischen Schriftsteller. 1984 gewann er mit seinem Film "Paris, Texas" die Goldene Palme bei den Filmfestspielen in Cannes. 3sat widmete Wenders zu seinem 70. Geburtstag 2015 eine Filmreihe und die "Kennwort Kino"-Dokumentation "Wim Wenders - Reisender durch Raum und Zeit".


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3:39
VPS 03:40

HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Mit AudiodeskriptionVideotext Untertitel

Alles auf Zucker

Fernsehfilm, Deutschland 2004

Darsteller:
ZuckerHenry Hübchen
MarleneHannelore Elsner
SamuelUdo Samel
GoldaGolda Tencer
ThomasSteffen Groth
JanaAnja Franke
JoshuaSebastian Blomberg
LillyElena Uhlig
Rabbi GinsbergRolf Hoppe
IreneInga Busch
Buch: Dani Levy, Holger Franke
Regie: Dani Levy
Länge: 88 Minuten

Ganzen Text anzeigenJakob Zuckermann ein Jude? "Mit dem Club habe ich nichts zu tun," verkündet Jaeckie Zucker voller Inbrunst. Doch da irrt er sich.

Voller Witz und Ironie beschreibt Dani Levy den temporeichen Hürdenlauf seines Helden Jaeckie Zucker. "Alles auf Zucker" ist eine ganz ...
(ARD/WDR)

Text zuklappenJakob Zuckermann ein Jude? "Mit dem Club habe ich nichts zu tun," verkündet Jaeckie Zucker voller Inbrunst. Doch da irrt er sich.

Voller Witz und Ironie beschreibt Dani Levy den temporeichen Hürdenlauf seines Helden Jaeckie Zucker. "Alles auf Zucker" ist eine ganz unorthodoxe Familienkomödie, die liebevoll vom Zusammenprall der Kulturen, von alten Freundschaften und neuen Lieben erzählt.

Dem zu DDR-Zeiten beliebten Sportreporter und Lebemann Jaeckie Zucker steht das Wasser bis zum Hals: Der Gerichtsvollzieher droht mit Knast und seine Frau Marlene mit Scheidung. Für den gewitzten Billardspieler gibt es nur noch eine Hoffnung: Das mit 100 000 Euro dotierte European Pool Turnier. Doch unmittelbar vor Turnierbeginn stirbt Jaeckies Mutter. Und Mammes Testament hält eine besondere Überraschung parat: Das Erbe fällt ihnen nur dann zu, wenn sich die seit über 40 Jahren verfeindeten Söhne Samuel und Jakob versöhnen - und wenn sie samt ihrer Familien das jüdische Gesetz einhalten und sieben Tage strengste Totenwache halten.

Während Marlene einen Crashkurs in Sachen jüdischer Tradition absolviert und die orthodoxe Verwandtschaft mit koscheren Häppchen versorgt, gibt es für Jaeckie ein ganz anderes Problem - das Billardturnier wurde soeben eröffnet.


(ARD/WDR)


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5:06
VPS 05:05

Videotext Untertitel

Die Luftbrücke: Legende und Wahrheit

Film von Alexander Berkel und Stefan Mausbach

Ganzen Text anzeigenAm 24. Juni 1948 senkten sich rund um die Westsektoren Berlins die Schlagbäume. Moskau verhängte eine totale Sperre für alle Schienen-, Straßen- und Wasserwege.

Fast elf Monate sollte sie dauern, die "Berlin-Blockade". Anlass war die Einführung der D-Mark im ...

Text zuklappenAm 24. Juni 1948 senkten sich rund um die Westsektoren Berlins die Schlagbäume. Moskau verhängte eine totale Sperre für alle Schienen-, Straßen- und Wasserwege.

Fast elf Monate sollte sie dauern, die "Berlin-Blockade". Anlass war die Einführung der D-Mark im Westteil der Stadt. Vor allem aber wollte Stalin die Westmächte herausfordern - er empfand ihren "Brückenkopf" im eigenen Imperium wie einen Stachel im Fleisch.

Würden sich die westlichen Siegermächte dem Druck beugen und damit über zwei Millionen Menschen in der Metropole preisgeben?

US-Präsident Harry S. Truman traf eine klare Entscheidung: "Wir bleiben. Punktum!". Der Griff Stalins nach dem freien Teil Berlins galt als Kampfansage an den Westen überhaupt. Zwei Tage nach dem Blockade-Befehl begann die "Luftbrücke". Sie schaffte nicht nur Versorgungsgüter für Millionen Menschen in die Westteile der Stadt, sie gab den Menschen auch Hoffnung, weiter in Freiheit leben zu können. Aus ehemaligen Kriegsgegnern wurden Partner. Nach 322 Tagen "Belagerung" lenkte Stalin ein, sein Machtanspruch war in die Schranken gewiesen worden. Doch Deutschland sollte für mehr als vier Jahrzehnte ein geteiltes Land und Berlin eine geteilte Stadt bleiben.

Seit 60 Jahren ranken sich zahlreiche Legenden um die "Berlin-Blockade". Dokumentation reflektiert ein Kapitel der Geschichte, das zunehmend von Klischees überlagert wird. Drohte damals ein dritter Weltkrieg? Wie total war diese Blockade wirklich? Waren die westalliierten Versorgungsflüge der einzige Weg, den freien Teil Berlins am Leben zu erhalten, oder bot die spektakuläre Operation auch Gelegenheit, politische und militärische Macht im Kalten Krieg zu demonstrieren? Wie entschieden standen die Deutschen in westlichen Besatzungszonen zur belagerten West-Enklave? Und gab die Luftbrücke den letzten Anstoß zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland? Die große Politik bot die Kulisse - doch die Autoren rücken eindringliche Erfahrungen und Schilderungen von Zeit- und Augenzeugen ganz verschiedener Schauplätze und Ereignisse in den Mittelpunkt.

Aufwändige szenische Rekonstruktionen, zum Teil unbekanntes Archivmaterial und moderne ComputerAnimationen, vermitteln überraschende Perspektiven. Historiker ordnen die Ereignisse ein und geben verblüffende Einblicke in ein nur scheinbar wohlbekanntes Kapitel der Nachkriegsgeschichte, dessen "Happy End" zu Beginn keineswegs absehbar war.