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Sonntag, 6. April: Thementag "68er"
Programmwoche 15/2008
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6:00
Stereo-Ton16:9 Format

Vinyl - RockPopGeschichte(n)

Moderation: Dirk Böhling

Moderation: Jörg Sonntag

(teilweise schwarz-weiß)
Erstausstrahlung

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"Vinyl - RockPopGeschichte(n)" stellt Musiker aus den verschiedensten musikalischen Stilrichtungen vor, die in legendären Sendungen wie dem "Musikladen" oder dem "Beat-Club" zu Gast waren. Ob Disco, Glam Rock, New Wave, Country oder Rock - alle Stars dieser Musikstile ...
(ARD/RB/3sat)

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"Vinyl - RockPopGeschichte(n)" stellt Musiker aus den verschiedensten musikalischen Stilrichtungen vor, die in legendären Sendungen wie dem "Musikladen" oder dem "Beat-Club" zu Gast waren. Ob Disco, Glam Rock, New Wave, Country oder Rock - alle Stars dieser Musikstile traten auf der legendären Bühne im Studio 3 bei Radio Bremen auf.
In dieser Folge präsentiert Dirk Böhling Musik, die 1968 populär war. Im Studio erzählen Zeitzeugen wie "Hair"-Star Reiner Schöne, der "Flower-Potmen"-Sänger Neil Lando und der Kulturredakteur Michael Augustin von ihren Erinnerungen an die wilden Jahre. Unter anderem dokumentieren auch Beiträge aus dem Beat-Club, ein Bericht über die Documenta in Kassel sowie Porträts aus der Londoner Carnaby Street die szenische Vielfalt dieses Jahres.

Studentenrevolte, Dutschke-Attentat, Prager Frühling, Vietnamkrieg: 1968 war ein Jahr mit großer Wirkung. Wenn aktuell über Familie, Leitkultur und Werte gestritten wird, schwingt stets das Erbe der 68er mit. Wovon haben die 68er geträumt? Was ist geblieben von ihren Utopien? Der Thementag "Der Traum von 68 - Eine Revolte und ihre Folgen" rekonstruiert den kulturellen und politischen Rahmen der gesellschaftlichen Umwälzungen vor 40 Jahren.

(ARD/RB/3sat)


7:55
Stereo-Ton

Das Ende der Unschuld (1965 - 1969)

Film von Frank Jastfelder

(aus der ARD-Reihe "Pop 2000")
(teilweise schwarzweiß)

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1966 erreicht die Beatlemania ihren Höhepunkt, die amerikanische Flower-Power-Bewegung findet ein begeistertes Echo, Minirock und "Pille" stellen die bürgerliche Moral auf die Probe, und die Studenten werden politisch. Als im Juni 1967 Benno Ohnesorg erschossen wird, ...
(ARD/WDR)

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1966 erreicht die Beatlemania ihren Höhepunkt, die amerikanische Flower-Power-Bewegung findet ein begeistertes Echo, Minirock und "Pille" stellen die bürgerliche Moral auf die Probe, und die Studenten werden politisch. Als im Juni 1967 Benno Ohnesorg erschossen wird, überschlagen sich die Ereignisse. Im Osten indes fürchtet man weiterhin westlichen Kulturimperialismus, hungert die Beat-Bands aus und installiert stattdessen die brave "Singebewegung".
Der Film von Frank Jastfelder dokumentiert die Jahre zwischen 1965 und 1969.
(ARD/WDR)


8:40
VPS 08:39

Stereo-Ton16:9 Format

Cream: Live at the Royal Albert Hall

Konzertaufzeichnung, Royal Albert Hall, London,

Großbritannien, 2005

Regie: Martyn Atkins

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Die Band Cream, bestehend aus Eric Clapton, Ginger Baker und Jack Bruce, veröffentlicht im Dezember 1966 ihr Debütalbum "Fresh Cream" und erreicht Platz 6 in den UK-Charts und die Top 40 in den USA. Die Mischung aus Claptons unvergleichlichem Gitarrenspiel, Bakers ...

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Die Band Cream, bestehend aus Eric Clapton, Ginger Baker und Jack Bruce, veröffentlicht im Dezember 1966 ihr Debütalbum "Fresh Cream" und erreicht Platz 6 in den UK-Charts und die Top 40 in den USA. Die Mischung aus Claptons unvergleichlichem Gitarrenspiel, Bakers wuchtigem Schlagzeug und Jack Bruces pulsierendem Bass macht den besonderen Sound von Cream aus, die zu den Vorreitern der Progressive-Rock-Bands werden. Im Mai 1968 verkündet die Gruppe ihre Auflösung, veröffentlicht aber noch ein viertes und letztes Album, "Goodbye Cream", und geht auf Abschiedstour. Im Mai 2005 bescheren die drei Musiker ihren Fans eine Wiedervereinigung und geben vier Konzerte in der Royal Albert Hall, dem Ort ihres letzten Auftritts im Jahr 1968.
3sat zeigt das Konzert von Cream aus der Royal Albert Hall aus dem Jahr 2005.


9:40

Was war links?

Protest und Theorie

Film von Andreas Christoph Schmidt

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"Am Anfang war die Frechheit", sagt Klaus Theweleit, Germanist und einst Mitglied des SDS, des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes. Pop-Musik und Knutschen waren in den 1960er Jahren links, die Rolling Stones wichtiger als die Blauen Bände von Marx und Engels. Auf ...
(ARD/SWR/RBB)

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"Am Anfang war die Frechheit", sagt Klaus Theweleit, Germanist und einst Mitglied des SDS, des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes. Pop-Musik und Knutschen waren in den 1960er Jahren links, die Rolling Stones wichtiger als die Blauen Bände von Marx und Engels. Auf Marx beriefen sich freilich die tonangebenden Philosophen der Zeit, allen voran Max Horkheimer und Theodor W. Adorno, die im legendären Frankfurter Institut für Sozialforschung die Kritische Theorie begründeten.
Andreas Christoph Schmidt zeigt, welche Impulse der Jugend in den 1960er Jahren zu ihrer Politisierung verhalfen - Protest und Theorie, Marx und Minirock. Darüber, wie sich bei ihnen ein linkes Bewusstsein bildete, sprechen unter anderen Katharina Rutschky, Barbara Sichtermann, Oskar Negt, Robert Gernhardt und Wolfgang Fritz Haug.
(ARD/SWR/RBB)


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10:40
schwarz-weiss monochrom

Der Polizeistaatsbesuch

Beobachtungen unter deutschen Gastgebern

Dokumentarfilm von Roman Brodmann, BRD 1967

Länge: 45 Minuten

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1967: Das persische Kaiserpaar ist auf Staatsbesuch in der BRD. Zwei Fernsehteams begleiten die Gäste auf ihrer Deutschlandreise von Bonn über Köln, Aachen, Düsseldorf, Rüdesheim, Rothenburg, München, Berlin und Hamburg bis nach Lübeck. Die Bilder sind überall die ...
(ARD/SWR)

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1967: Das persische Kaiserpaar ist auf Staatsbesuch in der BRD. Zwei Fernsehteams begleiten die Gäste auf ihrer Deutschlandreise von Bonn über Köln, Aachen, Düsseldorf, Rüdesheim, Rothenburg, München, Berlin und Hamburg bis nach Lübeck. Die Bilder sind überall die gleichen: Sie sind beherrscht von Polizeiaufmärschen ungeahnter Ausmaße. In Berlin und Hamburg kommt es schließlich zu blutigen Krawallen, die in dem als Schmunzelbeitrag gedachten Film einen unerwartet düsteren Akzent setzten.
Roman Brodmanns Dokumentarfilm "Der Polizeistaatsbesuch" zählt zu den berühmtesten Dokumentarfilmen des Deutschen Fernsehens und wurde mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. Der Film überzeugt auch heute noch durch seine atmosphärische Dichte.
(ARD/SWR)


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11:25
schwarz-weiss monochrom

Chronik '68

Ein Jahr der Revolutionen

Ein Rückblick von Klaus Harpprecht und Waldemar Besson


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12:45

Von der Revolte zur Revolution

erst morgen stattfindet

Film von Kurt Rosenthal, BRD 1968

Erstausstrahlung

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Nach dem Attentat auf Rudi Dutschke am 11. April 1968 machten viele Studenten die Berichterstattung des Axel Springer Verlags, vor allem die der "Bild"-Zeitung, dafür verantwortlich. Sie begannen, Gebäude des Verlags zu blockieren, um die Auslieferung der Zeitungen zu ...

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Nach dem Attentat auf Rudi Dutschke am 11. April 1968 machten viele Studenten die Berichterstattung des Axel Springer Verlags, vor allem die der "Bild"-Zeitung, dafür verantwortlich. Sie begannen, Gebäude des Verlags zu blockieren, um die Auslieferung der Zeitungen zu verhindern. So auch in Hamburg. Der Filmstudent Kurt Rosenthal, damals Mitglied der "Hamburger Filmmacher Coop", beschloss, die Blockade mit einer Filmkamera zu dokumentieren. "Ich hatte einen erfahrenen Tonmann und einen guten Fernsehkamera-Assistenten. Ich kaufte ein paar Rollen 16-mm-Film, lieh mir eine Arri BL und eine Nagra 4.2, und dann ging es los. Zuerst filmten wir die Blockade, die wirklich friedlich verlief, bis die Polizei mit Wasserwerfern und Gummiknüppeln regelrechte Schneisen in die sitzenden Studentengruppen schlug. Das ist im Film deutlich zu erkennen. Jetzt entzündete sich bei einigen Gruppen der Zorn, es flogen Steine auf die Stoßtrupps der Polizei und die Unruhen gingen die ganze Nacht weiter." Eine SPD-Veranstaltung zum 1. Mai mit Herbert Wehner und Helmut Schmidt wurde von Studenten gestört, es kam zu Verhaftungen auch Unschuldiger, zu Protesten vor dem Polizeipräsidium, schließlich zur gewaltsamen Räumung.
Kurt Rosenthals Aufnahmen, von der ersten Hamburger Protestnacht bis zum Sternmarsch gegen die Notstandsgesetze nach Bonn vier Wochen später, sind ein authentisches Zeugnis der Dynamik der studentischen Bewegung und der Eskalation zwischen Polizei und Demonstranten. Sie zeigt auch die Stimmung in der Bevölkerung und den tiefen Graben im Denken zwischen den Generationen.


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13:45
Stereo-Ton16:9 Format

Ende eines Frühlings - Prag 1968

Dokumentation von Renata Schmidtkunz

Erstausstrahlung

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In der Nacht vom 20. auf den 21. August 1968 besetzten Truppen des Warschauer Paktes die tschechische Hauptstadt Prag. Das war das Ende des Prager Frühlings, der Hoffnung, dem Kommunismus ein "menschliches Antlitz" zu verleihen. Der ORF übernahm sowohl während des ...
(ORF/3sat)

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In der Nacht vom 20. auf den 21. August 1968 besetzten Truppen des Warschauer Paktes die tschechische Hauptstadt Prag. Das war das Ende des Prager Frühlings, der Hoffnung, dem Kommunismus ein "menschliches Antlitz" zu verleihen. Der ORF übernahm sowohl während des "Prager Frühlings" als auch bei dessen Niederschlagung die Rolle eines Fensters in die Welt und Übermittlers von Nachrichten. Denn seit Beginn der frühen 1960er Jahre pflegten der ORF und die österreichische Regierung intensive Kontakte zu den tschechischen Intellektuellen, Künstlern und Bürgerrechtlern. Einige legendäre Fernsehsendungen wie "Stadtgespräch Prag - Wien" entstanden in dieser Zeit.
Zeitzeugen wie Gerd Bacher, damaliger ORF-Generalintendant, Hugo Portisch, Helmut Zilk und Barbara Coudenhove-Calergi sowie zwei Wortführer des "Prager Frühlings", Pavel Kohout und Jiri Grusa, heute Präsident des Internationalen P.E.N., erinnern sich und kommentieren seltene Archivaufnahmen aus dieser Zeit.
(ORF/3sat)


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14:30
schwarz-weiss monochrom

Die Tauben und die Falken

Der Konflikt um den Vietnamkrieg

Film von Edmund Wolf

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Der am 8. März 1965 von den USA begonnene Vietnamkrieg und seine Konsequenzen waren in den Folgejahren das Thema Nr. 1 in der amerikanischen Öffentlichkeit. Demonstrationen gegen den Krieg und das Militär im Allgemeinen fanden in immer dichteren Abständen statt. ...
(ARD/BR)

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Der am 8. März 1965 von den USA begonnene Vietnamkrieg und seine Konsequenzen waren in den Folgejahren das Thema Nr. 1 in der amerikanischen Öffentlichkeit. Demonstrationen gegen den Krieg und das Militär im Allgemeinen fanden in immer dichteren Abständen statt. Senatoren wie Außenminister Dean Rusk rangen um die Zustimmung des Volks zu den Bombardements - was immer schwieriger wurde. Stattdessen wurde die Kriegsdienstverweigerung gesellschaftsfähig, waren Friedensmärsche an der Tagesordnung. Bilder der an Körper und Seele schwer verletzt heimkehrenden Kriegsveteranen schockierten die Nation.
Die Dokumentation von Edmund Wolf aus dem Jahr 1968 beschäftigt sich mit der innenpolitischen Lage in den Vereinigten Staaten von Amerika von 1967 bis 1968. Sie zeichnet ein authentisches Bild der Zerrissenheit der USA in den Jahren des Vietnamkriegs und zeigt Ausschnitte aus den Reden von Präsident Lyndon Baines Johnson und dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Richard Nixon.
(ARD/BR)


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15:20
Stereo-Ton16:9 Format

Hair

Spielfilm, USA 1979

Darsteller:
Claude BukowskiJohn Savage
George BergerTreat Williams
Sheila FranklinBeverly D'Angelo
Jeannie RyanAnnie Golden
HudDorsey Wright
GeneralNicholas Ray
Woof DaschundDon Dacus
u.a.
Länge: 115 Minuten
Regie: Milos Forman

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Zur Zeit des Vietnamkriegs kommt der junge Farmerssohn Claude Bukowski aus dem amerikanischen Mittelwesten nach New York, um Soldat zu werden. Im Central Park lernt er eine Gruppe Hippies um George Berger kennen, deren ungezwungener Lebensstil sich von seinen bisherigen ...

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Zur Zeit des Vietnamkriegs kommt der junge Farmerssohn Claude Bukowski aus dem amerikanischen Mittelwesten nach New York, um Soldat zu werden. Im Central Park lernt er eine Gruppe Hippies um George Berger kennen, deren ungezwungener Lebensstil sich von seinen bisherigen Wertvorstellungen stark unterscheidet. Dennoch freundet er sich mit ihnen an und verliebt sich in die reiche Bürgerstochter Sheila. Dann kommt Claude in ein Ausbildungslager der US-Army in der Wüste von Nevada, wo ein ganz anderer Ton herrscht. Kurz vor dem Abflug der jungen Soldaten nach Vietnam tauchen seine neuen Freunde auf. Berger verschafft sich in einer gestohlenen Uniform Eintritt in das Camp und ermöglicht Claude so ein Wiedersehen mit Sheila. Er ahnt nicht, wie teuer er dafür bezahlen muss.
Obwohl das Rock-Musical "Hair" anfangs durch nackte Hippie-Darsteller schockierte, war es 1968 ein Riesenerfolg am Broadway und trat einen Siegeszug durch 22 Länder an. Milos Forman ("Einer flog über das Kuckucksnest", "Amadeus") machte daraus ein faszinierendes Zeitporträt der "Blumenkinder" mit fulminanten Songs und Choreografien.


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17:15
Stereo-Ton16:9 Format

revoluziun

Dokumentarfilm von Urs Frey, Schweiz 2005

Länge: 26 Minuten

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Die Revolution von 1968 hat auch in Graubünden ihre Spuren hinterlassen. Junge Menschen revoltierten gegen das Establishment, suchten neue Lebensformen und wollten die Welt verändern. Freie Liebe, Drogenexperimente, Musik- und Kunsthappenings gehörten zum neuen ...

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Die Revolution von 1968 hat auch in Graubünden ihre Spuren hinterlassen. Junge Menschen revoltierten gegen das Establishment, suchten neue Lebensformen und wollten die Welt verändern. Freie Liebe, Drogenexperimente, Musik- und Kunsthappenings gehörten zum neuen Lebensstil. Wo stehen sie heute, diese Revoluzzer von damals? Was haben sie aufgegeben, und wo sind sie sich treu geblieben?
Der Dokumentarfilm "revoluziun" von Urs Frey zeigt den "Aussteiger" und Bauern Niculin Gianotti in seiner Welt im Tessiner Dorf Bidogno. Die Buchhändlerin Anna Ratti, der Künstler Not Vital und der Politiker Andrea Hämmerle - Freunde aus der 68er Zeit - reflektieren ihre unterschiedliche Entwicklung.


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17:40
schwarz-weiss monochrom

Zur Sache, Schätzchen

Spielfilm, BRD 1967

Darsteller:
MartinWerner Enke
BarbaraUschi Glas
Henry van BuschHenry van Lyck
AnitaInge Marshall
Viktor BlockHelmut Brasch
WachhabenderRainer Basedow
u.a.
Länge: 80 Minuten
Regie: May Spils

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Der junge Martin lebt faul und zufrieden in seiner Münchner Bude. Als er auf der gegenüberliegenden Straßenseite einen Einbruch beobachtet, schreitet er nicht ein, sondern legt sich schlafen. Am nächsten Tag hat Martin Geburtstag, und sein Freund Henry holt ihn ab. Sie ...

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Der junge Martin lebt faul und zufrieden in seiner Münchner Bude. Als er auf der gegenüberliegenden Straßenseite einen Einbruch beobachtet, schreitet er nicht ein, sondern legt sich schlafen. Am nächsten Tag hat Martin Geburtstag, und sein Freund Henry holt ihn ab. Sie streifen durch die sommerliche Stadt, treiben ihre Späße mit den Passanten und gehen schließlich zur Polizei, um den Einbruch zu melden. Doch Martin verweigert sich den Protokollfragen mit frechen Sprüchen und sinnlosen Antworten. Die beiden laufen davon. Martin lernt Barbara kennen und geht mit ihr in den Zoo, wo sie eine kleine Ziege entführen. Beim anschließenden Spaziergang erklärt Martin Barbara, was "Fummeln" bedeutet. Sie werden von der Polizei aufgegriffen, Martin soll erneut aussagen. Doch Barbara gelingt es, die Polizisten durch einen Striptease abzulenken, so dass beide fliehen können. In Martins Wohnung schlafen sie miteinander. Aber die Polizei lässt Martin keine Ruhe.
Das Spielfilmdebüt der damals 23-jährigen Filmemacherin May Spils gilt als ein Schlüsselfilm der 1960er Jahre. Er brachte den Zeitgeist und das Lebensgefühl Jugendlicher zum Ausdruck, die die von der Gesellschaft vorgegebenen Lebensentwürfe und Verhaltensmuster ablehnten und nach Freiräumen und Individualität suchten. May Spils: "Die Geschichte habe ich der Wirklichkeit entnommen, der Wirklichkeit des heutigen Schwabing mit seinen Gammlern, Trinkern, mehr kleinen als großen Genies, seinen miniberockten Mädchen und maxiverkorksten Revoluzzern - einer Welt, deren Charme so viele junge Leute erliegen, ohne recht zu begreifen, dass unter der dünnen Oberfläche dieses Zaubers nichts oder allenfalls der große Spiegel steht, in dem man nur sich selbst gegenüber steht." "Zur Sache, Schätzchen" ist in der Aufbruchszeit des Neuen deutschen Films entstanden. Der Film durchbricht mit einigen Sequenzen im Cinéma-Vérité-Stil - im Schwimmbad und auf der sommerheißen Straße - die konventionelle Erzählweise.


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19:00
Stereo-Ton16:9 FormatVideotext Untertitel

heute

anschl. 3sat-Wetter


Aktuelle, informative Beiträge und Live-Schaltgespräche zu den Topthemen des Tages aus Politik, Wirtschaft, Justiz, Wissenschaft und Sport liefert die ZDF-Nachrichtensendung.


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19:10
Stereo-Ton16:9 Format

FOYER extra: Geboren 1968

Film von Thomas Irmer und Andreas Lehmann

Erstausstrahlung

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1968 ist eine Chiffre. Die Jahreszahl steht stellvertretend für den Zeitraum, in dem der gesellschaftliche, kulturelle und politische Wandel stattfand, der die Bundesrepublik bis heute entscheidend geprägt hat. Entsprechend kontrovers wird 1968 in diesen Tagen ...

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1968 ist eine Chiffre. Die Jahreszahl steht stellvertretend für den Zeitraum, in dem der gesellschaftliche, kulturelle und politische Wandel stattfand, der die Bundesrepublik bis heute entscheidend geprägt hat. Entsprechend kontrovers wird 1968 in diesen Tagen diskutiert. Für die einen hat 1968 die Voraussetzungen geschaffen, dass die Bundesrepublik zu einem weltoffenen Staat werden konnte, ein Aufbruch, der viele Normierungen im Privaten wie im Öffentlichen abschaffte. Für andere bedeutet 1968 ein beunruhigender Wertewandel in Sachen Familie, Moral und Ordnung. Wie beurteilen nun die "Erben" von 1968 die "Revolte"? Was sagen diejenigen, deren Geburtsjahr untrennbar mit diesem Datum verbunden ist?
"Foyer spezial: Geboren 1968" porträtiert Theaterschaffende, die 1968 geboren wurden: die Regisseure Thomas Ostermeier, Nicolas Stemann, Christiane Pohle und Sebastian Hartmann, die Schauspielerin Gesine Cukrowski, die Bühnenbildnerin Katja Hass und den Kabarettisten und Schauspieler Serdar Somuncu. Sie erzählen von ihrem persönlichen und künstlerischen Verhältnis zu 1968, von Prägungen oder bewussten Abgrenzungsstrategien. Die Dokumentation fragt nach, ob die großen Theaterrevolutionäre der 1960er und 1970er Jahre, die Regisseure Peter Zadek und Peter Stein, der Autor Peter Handke und der Bühnenbildner Wilfried Minks, heute noch Vorbilder für die eigene Arbeit sind.


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20:00
Stereo-Ton16:9 FormatVideotext Untertitel

Tagesschau



ARD-Nachrichten aus dem In- und Ausland auf den Punkt gebracht.
(ARD)


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20:15
Stereo-Ton16:9 Format

Generation 68. Ein Roadmovie

Film von Frank Diederichs

Erstausstrahlung

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Im Frankfurt der 1960er Jahre waren Johnny Klinke und Tom Koenigs gemeinsam mit Joschka Fischer in der Spontiszene aktiv. Danach nahm Koenigs den langen Marsch durch die Institutionen auf sich. Er war Spitzenmitglied der Grünen in Hessen, UN-Sonderbeauftragter im Kosovo ...

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Im Frankfurt der 1960er Jahre waren Johnny Klinke und Tom Koenigs gemeinsam mit Joschka Fischer in der Spontiszene aktiv. Danach nahm Koenigs den langen Marsch durch die Institutionen auf sich. Er war Spitzenmitglied der Grünen in Hessen, UN-Sonderbeauftragter im Kosovo und UN-Botschafter in Afghanistan. Klinke wurde Unternehmer. Er gründete den Tigerpalast und hat heute über 170 Angestellte. Die in München lebende Schauspielerin Uschi Glas war 1968 das Schätzchen, das die Republik durch ihren Filmauftritt im Mieder erregte. Sie widersetzte sich jedoch der politischen Vereinnahmung durch die Linke. DDR-Schriftsteller Lutz Rathenow, der in Jena die revolutionäre Gruppe "Black Panther" gründete, musste 1968 zum Rebellieren in den Keller gehen - oder nach Prag fahren. Hans-Ulrich Jörges, Mitglied der Chefredaktion des "Stern", war 1968 ein Berliner Revoluzzer, heute bereut er das zutiefst. Was war das für ein Deutschland vor 1968 - und was ist daraus geworden? Schon längst ist ein (Medien-)Gemetzel im Gange, wenn es darum geht, diese Generation, die Ereignisse und die Veränderungen, die daraus hervorgegangen sind, zu bewerten. Die Unruhestifter von damals fühlen sich diffamiert, die Gegner, darunter Hans-Ulrich Jörges, sehen eine grandiose Mystifizierung, die es zu bekämpfen gilt.
"Generation 68. Ein Roadmovie" ist eine Reise in mehreren Etappen. Ausgangspunkt ist das Jahr 1968. Die Protagonisten sind Menschen, die in dieser Zeit aktiv waren - kulturell und politisch. Der Film zeigt die Innenperspektive dieser Akteure und fragt, wie sie heute wahrgenommen werden. Juli Zeh, Schriftstellerin und Juristin, wäre wohl damals mit auf die Barrikaden gegangen. Ihr politisches Interesse und ihre Liebe zu Osteuropa führt sie am Tag der Unabhängigkeit ins Kosovo. Dort geht es um Selbstbestimmung, Selbstverwaltung, Identität - alles Begriffe, die 1968 auf den Fahnen standen.


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21:00
Stereo-Ton16:9 Format

Kulturzeit extra: Mythos 1968

Die Revolte und ihre Archäologen

Moderation: Cècile Schortmann

Mit den Gästen Franziska Augstein (Journalistin),
Götz Aly (Historiker, Journalist), Axel Honneth (Philosoph),
Klaus Theweleit (Schriftsteller) und
Andres Veiel (Filmemacher, Drehbuch- und Theaterautor)
Erstausstrahlung

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Symboljahr 1968: Seit 40 Jahren kreist die intellektuelle Diskussion um den Stellenwert der studentischen Revolte. Eine Revolte, die keine war, sagen die einen, Ausdruck eines völlig veränderten Lebensgefühls meinen die anderen. Die Politischen behaupten, nichts wäre ...

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Symboljahr 1968: Seit 40 Jahren kreist die intellektuelle Diskussion um den Stellenwert der studentischen Revolte. Eine Revolte, die keine war, sagen die einen, Ausdruck eines völlig veränderten Lebensgefühls meinen die anderen. Die Politischen behaupten, nichts wäre heute so wie es ist, hätte es die 68er nicht gegeben. Den heute 20-Jährigen sagt sie nichts.
Was ist von 68 geblieben? Die Diskussionsrunde ergründet den Mythos 68 und bringt die verschiedenen Positionen zusammen, wie zum Beispiel die des Dokumentarfilmers Andres Veiel, der mit seinem Film "Blackbox BRD" das Thema RAF behandelt hat, und die des Historikers Götz Aly, der mächtig provoziert, weil er die 68er in seinem neuen Buch "Unser Kampf 1968" mit den 33er-Nazis vergleicht. Weitere Teilnehmer sind die Journalistin Franziska Augstein, der renommierte Soziologe Klaus Theweleit und der Philosoph und Leiter des Frankfurter  Institut für Sozialforschung  Axel Honneth.


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22:00

Rote Sonne

Spielfilm, BRD 1969

Darsteller:
ThomasMarquard Bohm
PeggyUschi Obermaier
ChristineDiana Körner
IsoldeGaby Go
SylvieSylvia Kekulé
WendersPeter Moland
u.a.
Länge: 86 Minuten
Regie: Rudolf Thome

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"Take Five", eine Disco im München der späten 1960er Jahre: Völlig abgebrannt trifft der Herumtreiber Thomas auf seine verflossene Liebe Peggy, die dort als Bedienung arbeitet. Der unverbesserliche Schmarotzer kann sie dazu überreden, dass sie ihn übergangsweise bei ...
(ARD)

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"Take Five", eine Disco im München der späten 1960er Jahre: Völlig abgebrannt trifft der Herumtreiber Thomas auf seine verflossene Liebe Peggy, die dort als Bedienung arbeitet. Der unverbesserliche Schmarotzer kann sie dazu überreden, dass sie ihn übergangsweise bei sich aufnimmt. Peggy bewohnt zusammen mit ihren drei Freundinnen Sylvie, Isolde und Christine eine WG, die es in sich hat: Männer kommen, aber sie gehen nur sehr selten. Meistens werden sie in einem Koffer herausgetragen - tot. Denn die Amazonen-Kommune hat eine eiserne Regel, was Männer angeht: Fünf Tage dürfen sie als Lover und Chauffeur fungieren, danach müssen sie sterben. Thomas merkt zunächst nichts von dem mörderischen Treiben der vier jungen Frauen. Er hilft sogar, die schweren Koffer zu transportieren. Problematisch wird die Lage allerdings, als seine fünf Tage verstrichen sind - denn Peggy hat sich wieder in ihn verliebt und weigert sich, Thomas zu töten. Nun kommt es zum offenen Streit zwischen den Freundinnen, der blutig endet. Peggy und Thomas flüchten zum Starnberger See, wo sie beide - mit Pistolen bewaffnet - ihrem persönlichen Showdown entgegenblicken.
Uschi Obermaier, Sex-Ikone der 68er, Diana Körner und Marquard Bohm - damals als "deutscher Jean-Paul Belmondo" gefeiert - spielen die Hauptrollen in der gelungenen Parodie auf Western und Hollywood-Komödien. Der Film von Rudolf Thome spiegelt auf ebenso unterhaltsame wie eindrucksvolle Weise das Lebensgefühl einer jungen Generation, für die Lebens- und Kinoerfahrung eins sind. Der renommierte Filmemacher Wim Wenders bezeichnete 1969 "Rote Sonne" begeistert als ersten deutschen "SPIEL-Film": das erste Werk in der deutschen Kinolandschaft, dass die Regeln des modernen Hollywoodkinos benutzt hat, ohne sie zu kopieren.
(ARD)


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23:25
Stereo-Ton

Deutsche Lebensläufe: Rudi Dutschke

Film von Frank Hertweck und Simone Reuter

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Drei Schüsse, die die Welt bewegten: Am Gründonnerstag 1968 schoss der 23-jährige Hilfsarbeiter Josef Bachmann den Studentenführer Rudi Dutschke (1940 - 1979) auf der Straße nieder. Elf Jahre später starb Dutschke an den Spätfolgen des Attentats. Die drei Schüsse ...
(ARD/SWR)

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Drei Schüsse, die die Welt bewegten: Am Gründonnerstag 1968 schoss der 23-jährige Hilfsarbeiter Josef Bachmann den Studentenführer Rudi Dutschke (1940 - 1979) auf der Straße nieder. Elf Jahre später starb Dutschke an den Spätfolgen des Attentats. Die drei Schüsse waren ein Anschlag auf Dutschkes Traum von einem gesamtdeutschen Sozialismus mit menschlichem Antlitz. Zum real existierenden Sozialismus der DDR und der Sowjetunion ging Dutschke stets auf Distanz. Er verweigerte den Eintritt in die Nationale Volksarmee, bekannte sich zur Wiedervereinigung und durfte deshalb nicht studieren. Als er 1960 in West-Berlin ein Soziologie-Studium begann, ahnte er nicht, dass er lange nicht nach Hause zurückkehren würde - der Bau der Mauer sperrte ihn aus. Dutschke galt als "Republik-Flüchtling". Er eignete sich die gesamte sozialistische Theorie an, las Marx, Lenin und Rosa Luxemburg. Die Diskrepanz zwischen sozialistischer Theorie und gelebter Praxis ließ ihn nicht los. Dutschke beschloss, die benachteiligten gesellschaftlichen Minderheiten zu aktivieren. Er wurde Sprecher des Sozialistischen Deutschen Studentenbunds SDS, Medienstar und "Volksfeind Nr.1". Nach dem Attentat war sein Sprachzentrum schwer beschädigt. Es dauerte drei Jahre, bis er wieder sprechen konnte. Ab 1976 machte Dutschke mit Fernsehauftritten und Vorträgen wieder zunehmend auf sich aufmerksam. Doch die neue Ökologie-Bewegung der Grünen, die die alte Hoffnung auf Verbesserung der Verhältnisse wieder wach werden ließ, konnte Dutschke nicht mehr unterstützen: Er ertrank mit 39 Jahren während eines epileptischen Anfalls in der Badewanne.
Der Film erzählt das Leben des "Berufs-Revolutionärs" Rudi Dutschke.
(ARD/SWR)


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0:25

1968 - Das Jahr des Aufstandes

Gastgeber: Günther Nenning
(aus der ORF-Reihe "Club 2")

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Der Marathon-"Club 2" rief unmittelbar nach der Ausstrahlung 1978 großes Aufsehen sowohl in Österreich als auch in der Bundesrepublik Deutschland hervor. Teilnehmer waren die bekanntesten Exponenten der westeuropäischen 68er-Bewegung Rudi Dutschke und Daniel Cohn-Bendit ...
(ORF)

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Der Marathon-"Club 2" rief unmittelbar nach der Ausstrahlung 1978 großes Aufsehen sowohl in Österreich als auch in der Bundesrepublik Deutschland hervor. Teilnehmer waren die bekanntesten Exponenten der westeuropäischen 68er-Bewegung Rudi Dutschke und Daniel Cohn-Bendit sowie Matthias Walden, früher führender Journalist im Axel Springer Verlag, und der Münchner Politologie-Professor Kurt Sontheimer. Sie analysierten die Veränderungen, die sich seit 1968 real und im Bewusstsein der Menschen vollzogen haben, fragten nach den Wurzeln des Terrorismus und umrissen Probleme von Gegenwart und Zukunft. Die Auswahl der Gäste, aber auch die Heftigkeit und die Offenheit, mit der sie debattierten, sorgten beim Publikum sowie bei Journalisten und Politikern für große Aufregung.
3sat zeigt die "Club 2"-Aufzeichnung von 1978.
(ORF)


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3:30
Stereo-Ton

Die schwarzen Panther

(All Power to the People)

Dokumentarfilm von Lee Lew-Lee, USA 1996

Länge: 115 Minuten

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Am 8. September 1968 erklärte FBI-Direktor J. Edgar Hoover vor dem Amerikanischen Kongress: "Die Black-Panther-Partei ist die größte Bedrohung für die innere Sicherheit der Vereinigten Staaten." Welche Macht hatte die Partei als politisch einflussreichste Organisation ...

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Am 8. September 1968 erklärte FBI-Direktor J. Edgar Hoover vor dem Amerikanischen Kongress: "Die Black-Panther-Partei ist die größte Bedrohung für die innere Sicherheit der Vereinigten Staaten." Welche Macht hatte die Partei als politisch einflussreichste Organisation von Afro-Amerikanern in der Zeit von 1966 bis 1974? Eine Bewegung, die auch von Macht, Gier und menschlicher Schwäche von innen heraus zerstört wurde, gelenkt von J. Edgar Hoovers FBI, der in der Nixon-Ära im Zusammenwirken mit dem CIA durch geheime und illegale Programme das sichtbare linke politische Spektrum der Vereinigten Staaten eliminierte.
Der Dokumentarfilm von Lee Lew-Lee zeigt die Black-Panther-Bewegung von ihren Anfängen als Untergrundorganisation in den 1960er Jahren über die geächtete Guerilla-Partei Anfang der 1970er Jahre bis zu ihrer Zerstörung in den 1980er Jahren. Der Film verbindet seltenes Film- und Fotomaterial aus dieser Zeit mit von CIA und FBI zensierten Dokumenten und Gesprächen mit den ehemaligen Justizministern Ramsey Clark und John Mitchell, mit Mitarbeitern des CIA, des FBI und überlebenden ehemaligen Angehörigen der Black-Panther-Partei, darunter Bobby Seale, Dr. Mutulu Shakur, der in einem unterirdischen Gefängnis einsitzt, und Mumia Abu Jamal, der in der Todeszelle immer noch auf Gerechtigkeit hofft. "Die schwarzen Panther" nutzt die Geschichte der Black-Panther-Partei, um über Rassenpolitik, Gewalt, Armut, Drogen und Angst im Amerika von heute zu reflektieren, und stellt Bezüge her zur Repression und den ungelösten Problemen der 1960er Jahre. Er erzählt auch die tragischen Geschichten junger Menschen, die ermordet wurden, in den Untergrund gingen, in Gefängnisse kamen, ihre Identität verloren.


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5:25

Arlo Guthrie: Wo sind all die Blumenkinder hin?

Film von Georg Stefan Troller

(aus der ZDF-Reihe "Personenbeschreibung")

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Aus dem Pressetext von 1978: "Wir haben keine gemeinsame Musik mehr", heißt es in der neuesten Sondernummer der Zeitschrift "Life", die der amerikanischen Jugend gewidmet ist. Der 32-jährige Volkssänger Arlo Guthrie ist bezeichnend für diesen Wandel. Er, der als ...

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Aus dem Pressetext von 1978: "Wir haben keine gemeinsame Musik mehr", heißt es in der neuesten Sondernummer der Zeitschrift "Life", die der amerikanischen Jugend gewidmet ist. Der 32-jährige Volkssänger Arlo Guthrie ist bezeichnend für diesen Wandel. Er, der als 20-Jähriger weltberühmt wurde für seinen Song "Alices Restaurant", verfilmt von Arthur Penn, der als Sprecher der Woodstock-Generation galt, zieht heute mit Tourneen durch das Land. Darin mischt er seine eigenen humoristischen Lieder bunt zusammen mit Countrymusic, Rock, Gospelsongs und vor allem den in Amerika schon als klassisch anerkannten Balladen seines Vaters Woody Guthrie, der in der Depressionszeit als Vagabund durch die Staaten zog. Zu Arlos Truppe gehört auch ein Franziskanermönch - Arlo ist religiös. Ruhm, Reichtum, Ehrgeiz oder auch nur Fleiß bedeuten ihm wenig. Wenn er nicht auf Tournee ist, sitzt er gelassen mit seiner Frau Jacky und seinen drei kleinen Kindern auf einer steinigen Farm in Neu-England und lebt als Bauer. "Es gibt keine Anleitung mehr", sagt er, "keine Massenbewegung, aber auch keine Massenhysterie. Jeder muss seinen eigenen Weg finden". Arlos Vater ist an einer unheilbaren Nervenauszehrung gestorben, und es besteht die Gefahr, dass auch Arlo und seine Kinder den Keim der Krankheit in sich tragen. Dieser Schatten, unter dem er lebt, ist mitverantwortlich für Arlo Guthries Hang zur Innerlichkeit. Er möchte schon jetzt richtig leben und den anderen damit helfen.
Georg Stefan Troller stellt den Sänger Arlo Guthrie vor.

Sendeende: 5:55 Uhr