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"Eine Welt ohne Krankheiten"
Gentechnik soll in die Keimbahn eingreifen
Visionäre wie Juan Enriquez glauben, dass wir das genetische Know-how haben, um die menschliche Spezies von Grund auf neu zu formen.
"Genome Editing""Genome Editing"
"Crispr / Cas9""Crispr / Cas9"

Es ist ein ethisches Dilemma. Änderungen der menschlichen DNA haben das Potenzial, Krankheiten zu bekämpfen und zu verhindern. Aber wie weit sollte die Forschung gehen? Sollte das auch in menschlichen Embryos ausprobiert werden, ein Gen nicht nur in einer einzelnen Person verändert werden, sondern auch in ihren Nachfahren?

Schutz vor Viren und Organe aus dem Labor
Der Harvard-Genetiker George Church will mit synthetischer Biologie unsere Abwehrkräfte gegen Viren stärken, unsere Intelligenz und unser Gedächtnis verbessern und unsere Lebensdauer verlängern. Am University College in London spezialisiert sich Alexander Seifalian darauf, menschliche Ersatzorgane und Körperteile zu züchten.

Herz aus SchweinHerz aus Schwein
Nieren aus dem Labor © Ott Lab, Center for Regenerative Medicine, Massachusetts General HospitalNieren aus dem Labor

Bisher befindet sich das alles in einer experimentellen Phase, aber die Aussichten auf neue Behandlungsmöglichkeiten sind riesig. Das ethische Dilemma: Sollte das auch in menschlichen Embryos ausprobiert werden, ein Gen nicht nur in einer einzelnen Person verändert werden, sondern auch in ihren Nachfahren? China hat bereits sein erstes Laborexperiment mit Embryonen vermeldet, um zu lernen, wie man das bewerkstelligen könnte.

"Das ist wirklich eine Entscheidung, die uns alle betreffen wird", sagt Marcy Darnovsky von der Organisation "Center for Genetics and Society", die vererbbares Genome-Editing ablehnt. Sie spricht von einer Technologie mit dem Potenzial, "die Gesellschaft zu verändern". Aber die kalifornische Wissenschaftlerin Jennifer Doudna warnt, dass bedeutende Erkenntnisse verhindert werden könnten, sollte nicht wenigstens grundsätzliche Editing-Forschung an Embryonen erlaubt sein.

Gentechnik soll Krankheiten "am Gen" heilen
Bisher wird die Technik vor allem bei Tieren mit menschenähnlichen Krankheiten zu Forschungszwecken angewendet, aber vielversprechende Gen-Editing-Experimente sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Wissenschaftler hoffen, dass sie Crispr / Cas9 - ähnlich wie eine Knochenmark-Transplantation - bei Krankheiten wie Sichelzellen-Anämie einsetzen können: Ein defektes Gen würde in den eigenen blutbildenden Zellen korrigiert anstatt gespendete zu übertragen.

Ärzte in Großbritannien haben eine leukämiekranke Einjährige mit Spender-Immunzellen behandelt, die zuvor mit einer älteren Editing-Methode experimentell zum gezielten Einsatz gegen den Krebs geändert worden waren. Ein kalifornisches Unternehmen testet einen neuen Weg - nicht Crispr / Cas9 -, um die Immunzellen von HIV-Patienten resistenter gegen das Virus zu machen.

Die Universität von Massachusetts hat nach eigenen Angaben jüngst eine Crispr / Cas9-Technik angewandt, um ein Gen in Muskelzellen, das eine Art von muskulärer Dystrophie erzeugt, auszuschalten anstatt zu schneiden und zu reparieren. Harvard-Forscher "bearbeiteten" kürzlich 62 Stellen in Schweine-DNA - Teil der Erforschung von Möglichkeiten, Tiere zum Wachstum von Organen für menschliche Transplantate zu nutzen.

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"Unsere Evolution: Wohin wir gehen"
Mittwoch, 13. April 2016 ab 21 Uhr in 3sat
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Das Geheimnis der Gene
Forscher sprechen von einer "Revolution". Doch die Möglichkeiten der Genschere "Crispr / Cas9" wecken Ängste - unsere Themenwoche in 3sat.
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Die Kurzfassung aus "nano".
Genmanipulation am Menschen
Maus statt Mensch
Stammzellforscher Tobias Cantz zieht es vor, seine Erkenntnisse erst einmal an Mäusen statt an gentechnisch veränderten menschlichen Embyronen zu gewinnen.
Zivilisationskrankheiten
Diät aus der Steinzeit
"Unser Organismus ist darauf angepasst, dass wir uns viel bewegen und dass wir die Nahrung sehr effizient verarbeiten", schildert Prof. Susanne Klaus.
Glossar
Telomere
Schützendes Ende der Chromosomen
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