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Lupe
Ohne Arbeitsauftrag im Büro
Thema zur Sendung "Tödliche Langeweile"
Anja Gerloff und Stefan Witte wollen mithilfe eines wissenschaftlichen Experimentes testen, welche konkreten Auswirkungen Langeweile auf einen Menschen hat. Die Motivationsforscherin Michaela Brohm soll sie dabei unterstützen.
Stefan Witte stellt sich als Proband für das Experiment zur Verfügung. Um möglichst aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen, darf er genaue Details der Versuchsanordnung nicht erfahren. In Hamburg findet der Selbstversuch statt. Inmitten des Nachrichtenalltags eines Medienkonzerns wird Stefan fünf Tage in einem Einzelbüro verbringen. Der Versuch wird von einer Psychologin begleitet. Vor Beginn macht Stefan einen Persönlichkeitstest. Es ist wichtig auszuschließen, dass Stefan gerade depressiv oder labil ist. Der Versuch soll schlicht Langeweile erzeugen.

Lupe
Anja Gerloff, Psychologin:
"Grundsätzlich lässt sich durch das Persönlichkeitsprofil zeigen, dass er eine stabile Persönlichkeit hat. In zwei Bereichen zeigen sich Tendenzen nach oben, das heißt eine stärkere Ausprägung im Bereich sich emotional zu distanzieren und eher durchs Tun und Machen mit der Welt in Kontakt zu treten, also einen hohen Wunsch, wie es bei einer Führungspersönlichkeit typisch wäre, die Dinge selbst in der Hand zu haben."

Die Versuchsanordnung entspricht dem Büroalltag vieler Menschen. Bis auf die installierten Kameras. Neben einem Computer mit Internetanschluss bekommt Stefan ein Telefon, eine Zeitschrift und Schreibutensilien. Stefan hat während der fünf Versuchs-Tage keinen Arbeitsauftrag. Er muss sich selbst beschäftigen. Vom Nebenraum aus wird der Selbstversuch überwacht. Erster Tag des Versuchs: Stefan richtet sich im Büro ein. Die Situation ist ungewohnt.

Highlight des Tages - das Mittagessen
Stefan Witte:
"Ja, Stefan allein im Büro ohne Kollegen, ohne Kommunikation, ohne Geräuschkulisse. Ich muss gestehen, es gefällt mir im Moment ganz gut. Es fühlt sich ein bisschen an wie Urlaub im Büro und ich kann mir im Moment auch eigentlich nicht so richtig vorstellen, dass mich in den nächsten fünf Tagen der Blues überkommen kann."

Er weiß noch nicht, dass er PC und Internet heute zum letzten Mal nutzen darf. Ebenso die Kantine. Das gemeinsame Mittagessen mit Kollegen ist für viele Menschen, die im Berufsalltag unter Langeweile leiden, das Highlight des Tages. Während der Vormittag noch recht produktiv für Stefan war, plätschert der Nachmittag so dahin.

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Stefan Witte:
"Was habe ich gemacht. Ich habe mehr oder weniger sinnfrei im Internet gesurft, anfangs habe ich Artikel gelesen, recherchiert, versucht mir neue Anregungen zu holen, bin allerdings ganz schnell in einen Ablenkungsmodus gekommen, in dem ich einfach irgendwelche Shoppinghomepages aufgerufen habe und so ein bisschen davon geträumt habe, was ich mir eigentlich alles kaufen könnte."

Der erste Tag des Selbstversuchs ist abgeschlossen. Ohne Aufgabe hat Stefan die acht Stunden scheinbar mühelos überstanden.

Stefan Witte:
"Ich habe mich eigentlich sehr wohl gefühlt, hab allerdings auch so zwei, dreimal kurze Momente gehabt, wo ich so ein bisschen ein schlechtes Gewissen hatte, weil ich sozusagen mich mit privaten Dingen beschäftigt habe während einer gefühlten Arbeitszeit."

Sendedaten
23.07.2015, 20.15 Uhr

Erstsendung: 25.09.2014
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