Atommüllfässer © Andrew Dwarka/Docuvista Filmproduktion
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Zwischenlager Ahaus: Noch lagert das hochradioaktive Material in Deutschland oberirdisch.
Die Atommüll-Lüge
Wie wollen wir ein Endlager eine Million Jahre lang kontrollieren?
Spätestens 2022 geht das letzte deutsche Atomkraftwerk vom Netz. Bis dahin werden 29.000 Kubikmeter Atommüll entstanden sein. Bis heute weiß niemand, wohin damit.
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nano Beitrag:
Problemfall Atommüll
Wissenschaftler wollen ein unterirdisches Endlager für den strahlenden Müll errichten - sicher für eine Million Jahre, gewappnet gegen Naturkatastrophen, Klimawandel, Terroranschläge und zerfallende Castorbehälter. Kann es das überhaupt geben? Die Fahndung nach dem perfekten Endlager gleicht der Suche nach der sprichwörtlichen "Eier legenden Wollmilchsau". Denn dieser Ort muss nicht Naturkatastrophen trotzen, vom Erdbeben bis zum Meteoriteneinschlag. Er muss auch schleichenden Umweltveränderungen standhalten und selbst dann noch sicher sein, wenn alle Atommüllbehälter sich in ihre Bestandteile zersetzt haben.

Natürlich sollte das Endlager auch von außen zugänglich sein, um im schlimmsten Fall marode Fässer zu bergen und - so der Wunsch der Politik - die volle Zustimmung der Bevölkerung erhalten. Ist dieses verzweifelt gesuchte "perfekte Endlager" also nur ein Hirngespinst und schon die Bezeichnung "Endlager" eine Täuschung? Oder ist das Konzept vom "Eine-Million-Jahre" sicheren Lager ein Konstrukt der Politik, um in absehbarer Zeit, keine Entscheidung treffen zu müssen? Setzt hier die Politik Rahmenbedingungen, die wissenschaftlich nicht erfüllbar sind?

Was passiert, wenn das Lager wirklich da und endlich voll ist?
Wie wollen wir den Müll eine Million Jahre lang kontrollieren - mit Messgeräten, die nach neuestem Stand der Technik gerade einmal maximal 100 Jahre halten? Oder einfach alles zuschütten und Gras über die Sache wachsen lassen?

Im schwedischen Felslabor Äspö wird die Endlagerung von hochradioaktivem Atommüll "geprobt".   © Andrew Dwarka/Docuvista Filmproduktion Im schwedischen Felslabor Äspö wird die Endlagerung von hochradioaktivem Atommüll "geprobt".
500 Meter tief im Granitfelsen läuft ein Langzeitversuch mit wärmeentwickelnden Einlagerungsbehältern.  © Andrew Dwarka/Docuvista Filmproduktion 500 Meter tief im Granitfelsen läuft ein Langzeitversuch mit wärmeentwickelnden Einlagerungsbehältern.
Dieses selbstfahrende Gerät soll radioaktiven Müll zu den Einlagerungskammern transportieren.  © Andrew Dwarka/Docuvista Filmproduktion Dieses selbstfahrende Gerät soll radioaktiven Müll zu den Einlagerungskammern transportieren.
Die Suche nach einem Endlager für Atommüll ist in Deutschland geprägt von Ängsten und Misstrauen. Die Suche nach einem Endlager für Atommüll ist in Deutschland geprägt von Ängsten und Misstrauen.

Endlagersuche in Schweden
In Finnland und Schweden sind Forschung, Politik und Bevölkerung in Sachen Atomares Endlager schon ein gutes Stück weiter, aber auch dort hat man die ultimative Lösung mit "Ewigkeitsgarantie" noch nicht gefunden.

Wissenschaftler und sogar Atomkraftgegner fordern nun den Abschied vom Konzept des Eine-Million-Jahre-Endlagers zugunsten eines hinlänglich sicheren Endlagers auf Zeit. Ein solches "vorläufiges Endlager" würde die Suche nach dem idealen Ort möglicherweise beschleunigen.



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scobel
Schöne schreckliche Zukunft
Nicht nur die Atommüll-Entsorgung führt zu düsteren Prognosen
Info
Die 3sat-Wissenschaftsdoku entlarvt das Märchen vom "sicheren" Endlager und fragt: Was ist nach heutigem Stand das kleinste Übel im Umgang mit Atommüll? Ein Film von von Thomas Hies und Trieneke Klein.
Service
Der Sprechertext der Doku als PDF.
Wohin mit dem Atommüll
Gesucht: das Super-Endlager
Nach langem Ringen hat sich die Bundesregierung geeinigt, wie man ein Endlager für Atommüll finden soll - unter Beteiligung der Bürger.
Glossar
Gorleben
1977 hat Niedersachsen Gorleben als möglichen Endlagerstandort für Atommüll benannt. Die Entscheidung löste starke Proteste aus.