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Samy Deluxe im Studio bei der Aufnahme seines von Schillers Räubern inspirierten Raps
Wahnsinnswerke - Die Räuber
Die Klassiker des Theaters sind hochaktuell: "Wahnsinnswerke" zelebriert ihre Zeitlosigkeit. Eines dieser Werke ist zweifelsohne Schillers "Die Räuber". Das Erstlingswerk des rebellischen, gerade mal 21jährigen Friedrich Schiller war bei seiner Uraufführung ein Skandal.
© Kobold Ein Passant auf der Straße liest spontan Schillers "Die Räuber"
Ein Passant auf der Straße liest spontan Schillers "Die Räuber"
Der Autor, selbst zwar kein Räuber, aber dennoch kein Kind von Traurigkeit, schlich sich trotz Verbot des Herzogs von der Militärschule zur Premiere, um seinen Triumph mitzuerleben. Die Räuber sind eines der Hauptwerke des Sturm und Drang. Der Konflikt mit Autoritäten, die Ablehnung der bestehenden gesellschaftlichen Ordnung machen es zur Folie für alles Rebellische und Revolutionäre auch unserer Zeit.
Nicht zuletzt ist "Die Räuber" aber ein Familiendrama. Das Buhlen um die Liebe des Vaters und der Konkurrenzkampf zwischen den Brüdern sind weitere Themenkomplexe, die Regisseurinnen und Regisseure immer wieder zu Schillers sprachgewaltigem und gewalttätigen Stück greifen lassen.

In Wahnsinnswerke spricht die junge Autorin Olga Bach über den rebellischen Geist Schillers und wie die Räuber heute aussehen würden. Katja Bürkle und Franz Pätzold verkörpern am Münchner Residenztheater das ungleiche Brüderpaar. Sie erzählen vom Bruderzwist auf gigantischen Laufbändern und der monumentalen Schiller-Maschine, die Regisseur Ulrich Rasche sich für "Die Räuber" dort erdacht hat.

"Wahnsinnswerke" ergründet die Klassiker der Theaterliteratur, vergleicht ihre prägendsten Inszenierungen, spricht mit Schauspielern, Regisseuren, Musikern und zeigt ihren Nachhall in der Popkultur. Sie sind zeitlos, allgemeingültig über Jahrhunderte hinweg und behandeln archaische Konflikte, die sich damals am Königshof ebenso abspielten, wie heute in der Konzernzentrale. Manche Dramen verlieren mit der Zeit nicht an Bedeutung, lassen uns nicht los, überraschen uns immer wieder aufs Neue, sind verhaftet in unseren Köpfen, im kulturellen Gedächtnis, Allgemein- und Kulturgut: Wahnsinnswerke eben.

Die Schauspieler Franz Pätzold und Katja Bürkle auf der Bühne des Münchner Residenztheaters  © Martin Kobold Die Schauspieler Franz Pätzold und Katja Bürkle auf der Bühne des Münchner Residenztheaters
Die junge Autorin Olga Bach in Paintball-Montur spricht über den rebellischen Geist Schillers  © Martin Kobold Die junge Autorin Olga Bach in Paintball-Montur spricht über den rebellischen Geist Schillers
Sammy Deluxe im Studio bei der Aufnahme des eigens für diese Doku komponierten Räuber-Raps © Ari Estavillo Sammy Deluxe im Studio bei der Aufnahme des eigens für diese Doku komponierten Räuber-Raps

Sendedaten
Samstag, 11.11.2017 um 20:15 Uhr
Info
Autor: Matthias Schmidt
Redaktion: Wolfgang Horn/Meike Klingenberg
Produktion: Nordendfilm
45 min.
Deutschland 2017
Stereo, HD, 16:9
Starke Stücke
© DashuberIm Anschluss zeigt 3sat ab 21:00 Uhr eine Theateraufzeichnung von "Die Räuber", Inszenierung: Ulrich Rasche