© ORF/Sepp Friedhuber
Video online ab 27.12.2017, 6.20 UhrVideo online ab 27.12.2017, 6.20 Uhr
Auf dem Rücken der Frauen lastet wie überall viel Gewicht
Geheimnisvolles Mali
Es ist ein weites, karges Land in Afrika: Mali. Im Norden von den Steinebenen und Sanddünen der Sahara bedeckt, im Süden die fast kahle, savannenartige Sahelzone. Ein geologischer Riss, ein Abbruch,eine Klippe, dreihundert Kilometer lang, bildet den Lebensraum des geheimnisvollen Volks der Dogon. Der Film zeigt Bilder vom Leben der Dogon in dieser faszinierenden Landschaft. In mehreren, von der Zivilisation noch verschonten, Dörfern leben diese Stämme entlang der Klippe von Bandiagara auch heute noch wie seit Jahrhunderten.

Ein architektonisches Meisterwerk sind die Lehmbauten in Felsnischen © ORF/Sepp Friedhuber Ein architektonisches Meisterwerk sind die Lehmbauten in Felsnischen
Große Moschee in Djenne © ORF/René Schuh Große Moschee in Djenne

Geheimnisvolle Felsbehausungen
In der unwegsamen Felslandschaft, in den Geröllhalden am Fuß der Falaise entwickelte sich eine der ältesten schwarzafrikanischen Kulturen. Das geheimnisvolle Volk der Tellem errichtete seine Lehmbauten in Felsnischen inmitten der senkrechten Wände. Es ist bis heute nicht geklärt, wie sie ihre Behausungen in mehr als hundert Meter Höhe im überhängenden Fels bauen konnten. Und niemand weiß, woher sie gekommen und wohin sie verschwunden sind. Ihre Bauten, die förmlich Schwalbennestern gleich in den kleinsten Nischen des gewaltigen Felsabbruchs kleben, bildeten den Grundstein für den Lebensraum der Dogon.

Ein Volk auf der Flucht
© ORF/Sepp Friedhuber Jahrhunderte altes Wissen wurde ausschließlich mündlich überliefert
Jahrhunderte altes Wissen wurde ausschließlich mündlich überliefert
Vor ungefähr achthundert Jahren wurden die Dogon aus den westlichen Landesteilen vertrieben und suchten in den Felsen der Falaise de Bandiagara Zuflucht vor Versklavung und Islamisierung. Unter schwierigsten Bedingungen bereisten Regisseur Bernd Seidel und Kameramann Volkmar Voitl gemeinsam mit Prof. Sepp Friedhuber wochenlang dieses geheimnisvolle westafrikanische Land und schufen diese beeindruckende Dokumentation einer wenig bekannten Region.

Frühes astronomisches Wissen
© ORF/Sepp Friedhuber An der Lebensweise der Dogon hat sich seit Jahrhunderten nichts geändert
An der Lebensweise der Dogon hat sich seit Jahrhunderten nichts geändert
Vieles über die Dogonkultur ist bis heute ungeklärt und basiert ausschließlich auf mündlichen Überlieferungen. Wie konnten sie damals ihre Bauten in gut hundert Meter Höhe im teils überhängenden Fels errichten? Woher stammt ihr jahrhundertealtes Wissen um Sirius B, einem mit bloßem Auge nicht sichtbaren Begleiter des Hauptsterns im Sternbild des Großen Hundes, der erst Anfang des 20. Jahrhunderts mit hoch entwickelten Fernrohren von Wissenschaftern gesichtet wurde? Ihr Lebensrhythmus richtet sich nach dem Umlauf dieses Sternes, ihr bedeutendes kosmologisches Wissen ist für Astronomen und Ethnologen Nährboden für kühne Theorien.

Es ist eine karges Land, immer wieder von schrecklichen Dürreperioden heimgesucht und doch von fantastischen Landschaftsbildern geprägt: Die Klippen von Bandiagara, die bizarren Felsformationen von Hombori, der Niger, Lebensader dieser Region und die von buntem Treiben erfüllten Orte Djenne und Mopti.

Sendedaten
Mittwoch, 27. Dezember 2017
um 6.20 Uhr
Stereo, teilw. s/w
Credits
Ein Film von Bernd Seidel, Österreich 2005
Thementag
Naturparadies Afrika
Mittwoch, 27. Dezember 2017
ab 5.50 Uhr
Geschichte
© reutersGegen die "Götzenverehrung"
Der weltweite Aufschrei ist in Mali folgenlos verhallt: Ungeachtet der internationalen Proteste haben Islamisten in der Wüstenstadt Timbuktu in den vergangenen Tagen einen Großteil der zum Weltkulturerbe gehörenden antiken Mausoleen zerstört.
Buchtipp
Suzanne Preston Blier, James Morris
BUTABU
Bildband über die afrikanischen Adobe-Bauweise (engl.)
Princeton Architectural Press
ISBN-13: 978-1568984131
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