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Epidemie Einsamkeit
Es gibt immer mehr isolierte Menschen
Einsamkeit wird in der Gesellschaft immer mehr zum Problem, weil es immer mehr einsame Menschen gibt. Menschen, die im Alter vereinsamen, aber - noch erschreckender - auch immer mehr junge Menschen kämpfen mit dem Problem.
Live im Studio - die Gäste der Sendung:
<b>Sonia Lippke</b> ist Gesundheitspsychologin, leitet den Bereich Gesundheitspsychologie und Verhaltensmedizin an der Jacobs University Bremen und arbeitet unter anderem zum Zusammenhang von Einsamkeit und Selbstregulation. Sonia Lippke
<b>Hartmut Rosa</b> ist Professor für allgemeine und theoretische Soziologie. Seine Arbeitsgebiete sind u.a. Zeitdiagnose und Moderneanalyse sowie Subjekt- und Identitätstheorien.  © juergen-bauer Hartmut Rosa
<b>Janosch Schobin</b> forscht am Lehrstuhl für Makrosoziologie der Universität Kassel. Seine Arbeitsgebiete sind u.a. Soziale Isolation, Soziale Netzwerktheorie, Soziologie der Freundschaft und Familiensoziologie. Janosch Schobin

Beiträge der Sendung:
Phänomen Einsamkeit: Eine Epidemie im Verborgenen? © mev
Phänomen Einsamkeit: Eine Epidemie im Verborgenen?
Ursachen und Folgen: Einsamkeit als neue Volkskrankheit © mev
Ursachen und Folgen: Einsamkeit als neue Volkskrankheit
Die Kraft der Einsamkeit: Über einen produktiven Umgang © colourbox.de
Die Kraft der Einsamkeit: Über einen produktiven Umgang
Rezepte gegen Einsamkeit: Was kann man tun? © dpa
Rezepte gegen Einsamkeit: Was kann man tun?

Gert Scobels persönliche Empfehlungen:
"Philosophie der Einsamkeit" von Lars Frederik Svendsen © mev
Buchtipp
"Philosophie der Einsamkeit" von Lars Frederik Svendsen
"Einsamkeit" von John T. Cacioppo und William Patrick und "Das Einsamkeitsbuch" von Thomas Hax-Schoppenhorst © colourbox.de
Buchtipp
"Einsamkeit" von John T. Cacioppo und William Patrick und "Das Einsamkeitsbuch" von Thomas Hax-Schoppenhorst
"Unverfügbarkeit" von Hartmut Rosa  © colourbox.de
Buchtipp
"Unverfügbarkeit" von Hartmut Rosa

Weitere Informationen
Kranke Seele, kranker Körper © COLOURBOX Kranke Seele, kranker Körper
Einsam und krank Einsam und krank
Wege aus der Einsamkeitsfalle © dpa Wege aus der Einsamkeitsfalle

Armut, Mobilität, die Digitalisierung, Individualisierung und zunehmende Urbanisierung können einsam machen. Und das macht krank. Im Gehirn wird Einsamkeit verarbeitet wie körperlicher Schmerz. Chronische Einsamkeit kann das Immunsystem schwächen, Schlafstörungen verursachen und sogar Herzinfarkte begünstigen. Depressionen, Angst und Scham können zu den psychischen Auswirkungen gehören. Und: Einsamkeit kann sogar ansteckend sein.

Was ist Einsamkeit eigentlich?
Wie bemisst und definiert sich dieser Zustand der Einsamkeit eigentlich? Ist soziale Isolation Einsamkeit? Warum gilt sie in westlichen Gesellschaften als Problem und Makel, derer man sich schämt, in Lateinamerika aber zum Beispiel als Aufforderung an die Mitmenschen, fürsorglich zu sein und sich dem Einsamen zuzuwenden? Und warum können soziale Medien, die eigentlich der Kommunikation und Kontaktpflege dienen, in die Vereinsamung führen?

Wenn familiäre Strukturen in der hypermobilen und individualisierten Gesellschaft an Bedeutung verlieren und die digitale Technik das gesamte Lebensumfeld dominiert, nimmt die Bedeutung sozialer Beziehungen wie Freundschaften zu. Und auch Empathie, Bindungen und „Resonanz“ werden vor diesem Hintergrund viel wichtiger. Resonanz, so nennt der Soziologe Hartmut Rosa die Fähigkeit, in eine „Weltbeziehung“ zu treten.

Seit jeher haben Philosophen, Künstler und religiöse Traditionen die Einsamkeit aber auch als Mittel der Selbsterkenntnis und Quelle der Kreativität gesehen und als Tor zu spirituellen Erfahrungen. Hat der moderne Mensch vielleicht den produktiven Umgang mit der Einsamkeit ein Stück weit verlernt?




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Wissenschaft am Donnerstag
© photocaseVideoEpidemie Einsamkeit
Jeder Mensch ist phasenweise einsam. Relativ neu ist die Erkenntnis, dass chronische Einsamkeit krankmachen kann. Betroffen sind nicht nur die Älteren, sondern zunehmend auch jüngere Erwachsene.
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Gert Scobel moderiert das Wissensmagazin "scobel".