© dpa
ganze Sendung ansehenganze Sendung ansehen
Trotz des Diesel-Konzepts der Bundesregierung wird es in Stuttgart zum Jahresbeginn 2019 vorraussichtlich die geplanten Fahrverbote für ältere Autos mit Dieselmotor geben.
scobel: Schädliche Luft
Welche Weichen müssten Politik und Industrie stellen?
Die schlechte Luftqualität in Deutschland ist eine Bedrohung für die Gesundheit aller. Die Ursachen sind seit Jahrzehnten bekannt. Warum ändert sich nichts? Und was müsste sich dringend ändern?
Live im Studio - Gäste der Sendung
Was tun gegen die dicke Luft in Deutschland, wie das globale Problem der Luftverschmutzung in den Griff bekommen? Welche Maßnahmen wirken am schnellsten und effektivsten, welche Weichen müssten Politik und Industrie stellen? Darüber diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen.

Barbara Hoffmann ist Umweltmedizinerin an der Düsseldorfer Uniklinik. Sie forscht zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Feinstaub.
mehr zum Gast

Barbara Hoffmann
Erika von Schneidemesser ist Atmosphärenchemikerin am IASS Potsdam (Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung) und leitet dort die Projektgruppe Klimawandel und Luftverschmutzung.
mehr zum Gast

Erika von Schneidemesser
Jochen Eckart ist Professor für Verkehrsökologie an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Karlsruhe. Seine Forschungsschwerpunkte sind u.a. Stadtverkehr und städtische Mobilität und Luftreinhalteplanung.
mehr zum Gast

Jochen Eckart

Die Beiträge der Sendung:
Am Ende entscheiden die Kommunen, ob ein Fahrverbot fällig wird oder nicht. © dpa
Am Ende entscheiden die Kommunen, ob ein Fahrverbot fällig wird oder nicht.
Luftverschmutzung stellt eine große Gesundheitsgefahr dar und kann zum vorzeitigen Tod führen. © dpa
Luftverschmutzung stellt eine große Gesundheitsgefahr dar und kann zum vorzeitigen Tod führen.
Die Lunge eines Großstadt-Menschen ist von der Lunge eines Rauchers kaum zu unterscheiden. © dpa
Die Lunge eines Großstadt-Menschen ist von der Lunge eines Rauchers kaum zu unterscheiden.
Warum sich die Autoindustrie nicht an Stickoxidgrenz-werte hält - und das auch nicht muss. © dpa
Warum sich die Autoindustrie nicht an Stickoxidgrenz-werte hält - und das auch nicht muss.
Im "Sofortprogramm für saubere Luft" ist leider der Diesel-PKW nicht berücksichtigt. © dpa
Im "Sofortprogramm für saubere Luft" ist leider der Diesel-PKW nicht berücksichtigt.

Weitere Informationen zum Thema
Atmen tötet Atmen tötet
Größte Gesundheitsgefahr © dpa Größte Gesundheitsgefahr
Umweltsatellit liefert  Daten Umweltsatellit liefert Daten

Auch sehenswert:
Leschs Kosmos © dpa
Feinstaub & Co.
Leschs Kosmos
Planet E © dpa
Dicke Luft in den Städten
Planet E

Das Verwaltungsgericht in Wiesbaden hat nun auch Frankfurt ein Fahrverbot für ältere Diesel auferlegt - die hessische Landesregierung will in Berufung gehen. In Bayern verweigert die Politik bisher die Durchsetzung der Beschlüsse. Würden die Maßnahmen überhaupt ausreichen, um das Problem der schädlichen Luft in den Griff zu bekommen?

Ist wirklich nur der Verkehr daran schuld, dass Krankheiten wie Bluthochdruck, Lungenkrebs, Bronchitis und Herzinfarkte zunehmen? Die "dicke Luft" ist ein globales Problem mit einer Fülle von Ursachen. Neun von zehn Menschen auf die Erde atmen laut WHO Luft mit einem hohen Schadstoffgehalt. Geschätzte sieben Millionen Menschen sterben im Jahr vorzeitig durch schlechte Luft. Schadstoffe wie Feinstaub, Stickstoffdioxide und Ozon entstehen durch Transport und Verkehr, Energiegewinnung, in der Landwirtschaft und Tierhaltung, durch Müllverbrennung und maßgeblich auch durch Verfeuerung von Holz und Kohle in Privathaushalten.

Eine Erkenntnis, nicht nur der Forscher am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz, die von der Politik scheinbar übersehen wird: "Obwohl in der westlichen Welt Verkehr und Energiegewinnung eine wichtige Rolle bei der Verschmutzung spielen, sind in Deutschland und Europa landwirtschaftliche Emissionen mit 45 Prozent die stärksten Verursacher von Feinstaub. Entscheidend sind Stickoxide und Ammoniak, die in der Atmosphäre eine chemische Verbindung eingehen. Sie bilden sekundäre Feinstaubteilchen. Ammoniak kommt vor allem durch die Landwirtschaft in die Luft." (Allgemeine Zeitung)

Aber wer hat den Mut, diese Schadstoffursache konsequent politisch in den Blick zu nehmen und zu bekämpfen? Und was bedeutet das für den Lebensstil der Menschen wohlhabender Länder?

Infobox
Luftverschmutzung tötet einer Studie zufolge weltweit sieben Millionen Menschen pro Jahr. Rund 600.000 von ihnen sind Kinder unter 15 Jahren, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet. Betroffen seien vor allem Menschen in ärmeren Ländern. Aber auch in Europa werden Grenzwerte überschritten und es sterben Menschen wegen der Luftschadstoffe vorzeitig, wie die Europäische Umweltagentur (EEA) berichtete. "Luftverschmutzung ist eine globale Gesundheitskrise", warnt die WHO, die sich auf Zahlen aus dem Jahr 2016 bezieht.

Navigation / Homepage
scobel
Immer donnerstags um 21.00 Uhr
Wissenschaft am Donnerstag
Saubere Luft - ein Menschenrecht
Gastgeber
Gert Scobel moderiert das Wissensmagazin "scobel".
Buchtipp
© springer-viewegVideo"Manipulation von Abgaswerten"
Das Buch bietet technische, gesundheitliche, rechtliche und politische Hintergründe des Abgasskandals.