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Gesünder leben ist einfach. Wir wissen alle, wie es geht. Und doch handeln wir nicht danach.
scobel: Selbstsabotage
Warum tut der Mensch nicht das, was gut für ihn ist?
Wir wissen durchaus, was gut für uns ist - für unsere Gesundheit, die Umwelt und die Gesellschaft - dennoch handeln wir nicht danach. Warum?

Live in Studio - Gäste der Sendung
Was steckt hinter dem System Selbstsabotage? Gibt es Möglichkeiten, das System - zumindest gelegentlich - auszuschalten? Diese und weitere Fragen diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen:

Wolfgang Merkle
Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Wolfgang Merkle
Wolfgang Merkle praktiziert am Hospital zum Heiligen Geist in Frankfurt. Er ist seit 1996 Chefarzt und Gründer der psychosomatischen Klinik.

Barbara König, Verhaltens- und Evolutionsbiologin
Barbara König
Barbara König ist Direktorin des Instituts für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften (IEU) an der Universität Zürich. Ihre Forschungsschwerpunkte sind unter anderem Evolution von Sozialverhalten, soziale Interaktionen / Kooperation, Verhaltensbiologie sowie Verwandtenunterscheidung / Verwandtenerkennung.

Susann Fiedler, Psychologin
Susann Fiedler
Susann Fiedler ist Leiterin der Gielen-Leyendecker Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern. Der Forschungsschwerpunkt ihrer Arbeitsgruppe sind die kognitiven Prozesse und Motive welche ökonomischen Entscheidungen zugrunde liegen. Susann Fiedler ist außerdem Botschafterin für des Open Science Frameworks.



Beiträge aus der Sendung
<b>Der Saboteur in uns- Steiniger Weg zu wichtigen Zielen</b>
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Der Saboteur in uns- Steiniger Weg zu wichtigen Zielen
<B>Wir reagieren immer erst dann, wenn die Katastrophe da ist</b>
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Wir reagieren immer erst dann, wenn die Katastrophe da ist
<b>Niemand kann am Ende  sagen, er hätte es nicht gewusst</b>
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Niemand kann am Ende sagen, er hätte es nicht gewusst
<b>Was sind die Konsequenzen unseres  Handelns? </b>
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Was sind die Konsequenzen unseres Handelns?



Bonusmaterial - Interviews

140 Entscheidungen täglich wider besseren Wissens
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Interview mit Harald Welzer
In Berlin haben wir den Soziologen Harald Welzer in seiner Stiftung FuturZwei getroffen. Er sagt: "Wir haben eine Kultur, die nur um den Gegenwartspunkt kreist. Niemand denkt an Zukunft... alles ist diktiert von unmittelbaren kurzfristigen Erfordernissen".
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Kollektiv-vernünftiges Handeln ist unwahrscheinlich
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Interview mit Manfred Milinski
Max-Planck-Institut in Plön in der Nähe von Kiel. Dort arbeitet und forscht der Evolutionsbiologe Manfred Milinski. Er sagt: "Ob wir wollen oder nicht, ererbte Verhaltensprogramme aus der Steinzeit beherrschen uns... wir können nichts dagegen machen"
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Verhaltensmuster, Lebensmuster - Wie wir handeln

Gesunde Ernährung, Bewegung, Achtsamkeit
Gesünder leben ist einfach. Wir wissen alle, wie es geht. Und doch handeln wir nicht danach. Wir essen zu viel, bewegen uns zu wenig und Stress gehört zum Lifestyle. Ein permanenter Selbstbetrug, eine ständige Selbstschädigung. In unserem Körper scheint ein Selbstzerstörungsmechanismus wirksam zu sein. Inkonsequent ist menschliches Handeln auch dann, wenn es über das Individuelle hinausgeht, zum Beispiel um den Schutz des Lebensraumes oder das soziale und politische Umfeld. Auch hier handelt der Mensch selten zu seinem Besten.


<b>Gibt es  Muster, die Ihren Alltag bestimmen? </b>
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Gibt es Muster, die Ihren Alltag bestimmen?
<b>Wir hängen fest in Jammerschleifen</b>
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Wir hängen fest in Jammerschleifen
<b>Wir sind keine Opfer der Umstände</b> © Melanie_Royer
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Wir sind keine Opfer der Umstände

Tagtäglich werden unzählige Entscheidungen getroffen

Manche Entschlüsse erfordern ein längeres Nachdenken, andere wiederum müssen aus Zeitgründen schnell gefällt werden. Während langfristige Entscheidungen häufig aus Kosten-Nutzen-Abwägungen erfolgen, resultieren kurzfristige Entscheidungen sehr oft aus einfachen Entscheidungsregeln. Solche "Heuristiken" sind Handlungsmethoden, die sich vor allem für die Lösung von komplexen Problemen eignen. Sie entstehen aus Erfahrung, Wissen und kognitiven Leistungen. Aufgrund der prinzipiell begrenzten Rationalität des Menschen und dem Zeitmangel, kann man mithilfe von Heuristiken schnell zu praktikablen Urteilen und Prognosen gelangen. Die Komplexität der Umwelt und der jeweiligen Situationen führt allerdings dazu, dass bei der Verwendung von Heuristiken zuweilen auch systematische Verzerrungen auftreten.


Eine Entscheidung hat immer auch Folgen

Erfolgreiches wird wiederholt
Diese Faustregeln nennt Gerd Gigerenzer Heuristiken. "Wähle, was du kennst" lautet das erste heuristische Gesetz. Wenn von zwei Objekten das eine bekannt ist und das andere nicht, wählen die meisten Menschen oft automatisch das bekannte, und liegen damit nicht selten auch richtig. Das Unterbewusstsein ordnet unsere Einfälle, je nachdem wie erfolgreich sie in der Vergangenheit waren. Faustregel: "Wähle beim nächsten Mal die zuletzt erfolgreich angewandte Denkstrategie." Heuristik bedeutet auch: Konzentriere dich auf die eine oder die wenigen Informationen und lasse die anderen außer Acht. Zu viele Informationen sind nicht immer hilfreich und können Ursache von Fehlentscheidungen sein.

Verantwortung und Doppelwirkung

Bei einer Entscheidung von großem Gewicht muss man sich der unausweichlichen Doppelwirkung einer Handlung bewusst sein. Die Entscheidung kann sowohl gute, als auch schlechte Folgen haben.Die Frage ist, unter welchen Bedingungen negative Folgen absichtlich in Kauf genommen werden. Im Ernstfall ist beispielsweise einer Handlungsweise, die eine fatale Nebenwirkung nur wahrscheinlich zur Folge hat, einer Handlungsweise vorzuziehen, die das Übel mit Sicherheit verursacht.

Was passiert, wenn Fehlentscheidungen nicht korrigiert werden?

Aus Fehlern wird man klug, lautet eine gängige Redensart. Doch diese Form des Lernens ist meistens sehr schwierig. Denn wer einen Fehler gemacht hat, denkt nur ungern darüber nach und möchte eigentlich auch nicht darüber reden. Für Kinder ist das noch anders. Sie erkunden die Welt im Spiel, ein ständiger Wechsel von Versuch und Irrtum. Für Erwachsene gilt das nicht mehr. Einen Fehlkauf kann der Mensch meist noch rückgängig machen, aber es gibt auch viele schwerwiegende Entscheidungen, die, einmal getroffen, ein ganzes Leben zum Guten oder Schlechten verändern.

In der Regel wiederholen sich Fehlentscheidungen solange, bis die Widerstände derart groß werden, dass das jeweilige System nicht mehr aufrecht zu erhalten ist. Manchmal geschieht so ein Bruch dann in Form einer Revolution. Manchmal aber kann Jahrzehnte dauern, bis ein unerwartetes Ereignis das Fass zum Überlaufen bringt und dann erst die längst notwendige Veränderung bewirkt.

Besonders schambesetzt sind Fehlentscheidungen, die ein ganzes Kollektiv begeht, vor allem wenn es um Verbrechen geht, für die es keine Wiedergutmachung gibt. Der Einzelne kann sich zwar hinter dem Kollektiv verstecken, aber die bohrende Frage für jeden einzelnen bleibt: Warum hast du mitgemacht? Je schwerwiegender die Folgen von Fehlern sind, desto mehr werden die Fehlentscheidungen ignoriert, geleugnet und verdrängt. Solche Abwehrmechanismen sind sowohl bei Individuen als auch Gruppen und Nationen zu beobachten.




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