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Enttäuschte Hoffnungen
Das Manifest der Hirnforschung kann die Erwartungen nicht erfüllen
"Vor allem was die konkreten Anwendungen angeht, stehen uns in den nächsten zehn Jahren enorme Fortschritte ins Haus", verkündeten elf Hirnforscher 2004 vollmundig in einem Manifest. Jetzt, zehn Jahre nach dem Manifest, stellt sich die Frage, was aus den Ankündigungen geworden ist.
2004 konkretisierten sie auch ihre Ambitionen: "Wahrscheinlich werden wir die wichtigsten molekularbiologischen und genetischen Grundlagen neurodegenerativer Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson verstehen und diese Leiden schneller erkennen, vielleicht von vornherein verhindern oder zumindest wesentlich besser behandeln können. Ähnliches gilt für einige psychische Krankheiten wie Schizophrenie und Depression. In absehbarer Zeit wird eine neue Generation von Psychopharmaka entwickelt werden, die selektiv und damit hocheffektiv sowie nebenwirkungsarm in bestimmten Hirnregionen an definierten Nervenzellrezeptoren angreift."

Obwohl die Hirnforschung wie kaum ein anderer Wissenschaftszweig subventioniert und mit Forschungsaufträgen bedacht wurde, gibt es Kritik wegen der vergleichsweise geringen Erfolge. Immer noch fehlt der Gehirnforschung das grundlegende Verständnis für die mit Bewusstseinsstörungen verbundenen Erkrankungen.

Unser Gäste:

Buchtipps
©  transcript
Alle machen Hirnforschung. Kaum eine Wissenschaftsdisziplin kann sich wehren, mit dem Vorsatz "Neuro-" zwangsmodernisiert veredelt zu werden. So gibt es mittlerweile Auswüchse der Neurowissenschaften wie die Neurotheologie, Neuroökonomie, Neurorecht oder Neuroästhetik. Felix Haslers Essay ist eine Streitschrift gegen den grassierenden biologischen Reduktionismus und die überzogene Interpretation neurowissenschaftlicher Daten.
Neuromythologie
von Felix Hasler
Eine Streitschrift gegen die Deutungsmacht der Hirnforschung
ISBN:978-3-8376-1580-7
transcript Verlag

© Carl-Auer Video
"Kann das Gehirn das Gehirn verstehen?"
Matthias Eckoldts Buch verbindet die drei Punkte: Verständlichkeit, kritischen Überblick und Authentizität. Das macht das Buch sowohl für Einsteiger wie für Fachleute zu einer idealen Lektüre.
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© springer Video
"Mythos Determinismus: Wieviel erklärt uns die Hirnforschung?"
Aus der Sicht der Neurobiologie regiert im Kopf das neuronale Geschehen. Doch was wissen die Hirnforscher genau über die Mechanismen des Hirngeschehens und ihren Einfluss auf den menschlichen Geist? Dieser Frage geht Brigitte Falkenburg nach.
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Das Manifest der Hirnforschung
Der entscheidende Einschnitt in der Hirnforschung war die Entdeckung, dass das menschliche Gehirn die erstaunliche Eigenschaft besitzt, lebenslang seine neuronale Struktur zu verändern. Nicht nur Training, sondern vor allem emotionale Erfahrungen können neue Gehirnbahnen erzeugen, schreibt der Autor Matthias Eckoldt in seinem Buch "Kann das Gehirn das Gehirn verstehen?".
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Das Manifest - Teil 1
© dpa
Zum Manifest kam es mehr oder weniger, weil sich Anfang des 21. Jahr­hunderts die polemischen Schlagzeilen zur Debatte über den sogenannten "Freien Willen" häuften und Geisteswissen­schaftler fürchteten, dass man in ihr über die Jahr­hunderte nahezu unan­getas­tetes Revier zum Verständnis des "Geistes" eindringt und sie womöglich überflüssig machen könnte.
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Das Manifest - Teil 2
Ein befragter Gesprächspartner Eckoldts, der Bienenforscher Prof. Randolf Menzel sieht die Neuro­wissen­schaften vor allem durch ihre Methoden aber auch ihre Konzepte zur Unter­suchung von neuro­nalen Netz­werken limitiert.
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Das Manifest- Teil 3
Die Frage nach den Bewußtsein scheint aber eine entscheidende zu sein, bei der die neurowissenschaftliche Forschung noch an ihre Grenzen stößt. Prof. Hüther hält es für eine soziale Errungen­schaft. Die Frage nach dem Bewusstsein stellte der Schriftsteller Matthias Eckoldt allen neun Neurowissenschaftlern. Damit waren diese aber überfordert und hielten sich bescheiden zurück.
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Sendedaten
scobel
3. April 2014, 21 Uhr
Schwerpunkt
© mevDas getäuschte Gehirn
Info
© colourbox.deBeinahe jede zweite Frühverrentung erfolgt aus psychischen Gründen.
Info
© colourbox.deBei einsamen Menschen und Menschen, die unter Schmerzen leiden, sind dieselben Nervenzellen aktiv.
Info
© dpaDie Bundesregierung fördert wissenschaftliche Einrichtungen in Deutschland mit bis zu 35 Millionen Euro. Damit sollen zum Beispiel neue Medikamente gegen Depression gefunden werden.
Info
© dpaEinem "Spiegel"-Bericht zufolge werden Menschen mit Depressionen in Deutschland unzureichend behandelt.
Interviews
VideoInterview mit der Physikerin und Philosophin Brigitte Falkenburg