Roboter pflückt
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Die Herausforderung: Die Paprika müssen unbeschädigt bleiben.
Erntehelfer mit Greifarm
Landwirtschaft per Roboter, Smartphone-App und Satellit
Wissenschaftler von der Technischen Universität München haben Großes vor: Sie wollen mit einem Roboter die Gemüseernte revolutionieren. Der Anfang ist bereits gemacht.
In Zusammenarbeit mit Projektpartnern aus mehreren europäischen Ländern sowie Israel und Chile wurde ein erster Prototyp entwickelt, der Paprikaschoten ernten soll. Ob der Ernteroboter tatsächlich mit dem Menschen konkurrieren kann? Er kann. Zumindest unter idealen Bedingungen, wie sie im Labor herrschen. Im richtigen Gewächshaus tut er sich allerdings noch schwer. Doch die Forscher bleiben dran. Denn Arbeitskräftemangel und Kostenersparnisse sprechen für eine automatisierte Ernte, die langfristig billiger und besser planbar ist. Und auch andere Bereiche der Landwirtschaft setzen zunehmend auf Hilfe durch moderne Technik.

Ein Überblick über die "Landwirtschaft 4.0"
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Das Futter bekommen die Kühe heute häufig von einem Roboter.
High-Tech im Kuhstall: Vom Melken und Füttern bis zum Entmisten: Alles läuft automatisch und lässt sich per Smartphone steuern und überwachen. "Der Landwirt wird immer mehr zum landwirtschaftlichen Informatiker", schwärmt Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom). Körperliche Entlastung ist nach einer Bitkom-Umfrage die größte Hoffnung, die Bauern mit der Digitalisierung verbinden.

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Der Satellit steuert, der Mensch wendet nur noch.
Präziser ackern: Auf dem Traktor lassen sich immer mehr Bauern über GPS durch Satelliten helfen, die Fahrspur zu halten. Erntemaschinen können messen, ob ein Kohlkopf groß genug ist, um ihn abzuschneiden. Moderne Software regelt, dass kein Saatkorn und kein Tropfen Pestizid vergeudet werden. Hightech ist für viele Bauern längst Alltag. Rohleder meint: "Deutschlands Bauernhöfe sind digitaler als Deutschlands Fabriken."

Daten ernten: Vom Traktor bis zum Mähdrescher können Landmaschinen Unmengen von Daten sammeln: wie viel Getreide auf einem bestimmten Quadratmeter Acker gedeiht, wie viel Dünger und Herbizide dafür nötig sind. Jetzt kommt der nächste Schritt: Ob Feldmaße oder Düngerverbrauch - die gesammelten Daten wandern von einer Maschine zur nächsten. Landtechnikhersteller und Agrarhändler vernetzen die Landwirtschaft digital, um Erträge zu steigern und den Verbrauch zu senken sowie für präzise Ernteschätzungen, um Futter, Saatgut, selbst Verschleißteile von Maschinen automatisiert nachzubestellen.

Handy statt Mistgabel: Jeder achte Landwirt steuert seinen Betrieb zentral über internetbasierte Plattformen, wie die Bitkom-Umfrage ergab. Hofkarten anlegen, Lagerbestände speichern, Mitarbeiter dirigieren, Maschinenstandorte überwachen - je nach Anbieter laufen die Farm-Management-Systeme auch auf dem Smartphone oder Tablet. Doch viele Bauern haben auch Vorbehalte: Sie wollen ihre Daten nicht offen legen. Gut jeder zweite fürchtet mehr staatliche Kontrolle auf dem digitalen Hof, vier von zehn haben Sorgen um die Datensicherheit - berechtigte Sorgen, wie selbst Bitkom zugibt.

Anbau mit Präzision
Geister-Traktor
Führerlose Fahrzeuge könnten in der Landwirtschaft in naher Zukunft zum Einsatz kommen, hoffen Ingenieure. Sie könnten Landwirten helfen, Felder zielgenau zu bewirtschaften.
Überirdische Forschung
Den Wandel im Blick
15 Jahre lang beobachten Potsdamer Forscher ein 30 mal 30 Quadratkilometer großes Gelände. So wollen sie sehen, wie die Natur sich dem Klimawandel anpasst.